8. Mai 2026, 21:55 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Walking Pads sind längst mehr als nur ein Gadget für Technikfans. Gerade im Homeoffice und bei viel Bildschirmzeit suchen viele nach einfachen Wegen, sich mehr zu bewegen. Die kompakten Laufbänder passen auch in kleine Räume und machen es leicht, Bewegung in den Alltag einzubauen. Aber wie sinnvoll ist das wirklich – und kann es Spaziergänge draußen ersetzen? FITBOOK schaut sich den Trend genauer an.
Sportliche Helfer im Homeoffice
Im Vergleich zu klassischen Laufbändern sind Walking Pads deutlich kompakter gebaut. Viele Modelle passen unter Möbel oder direkt unter den Schreibtisch. Im Fokus steht dabei weniger die sportliche Höchstleistung, sondern vielmehr, den Alltag insgesamt aktiver zu gestalten. Gerade im Homeoffice können sie helfen, lange Sitzphasen zu unterbrechen. BILD (gehört wie FITBOOK zu Axel Springer) hat sich dazu zwei Walking Pads genauer angesehen und getestet.
Urevo Strol 2S Pro
Das Urevo-Modell bietet mehr als einfaches Gehen: Mit bis zu zwölf Kilometern pro Stunde sind auch Laufeinheiten möglich, ergänzt durch eine große Lauffläche und Steigungsfunktion. Trotz des höheren Gewichts lässt es sich dank Rollen gut verstauen und per Fernbedienung oder App steuern. Einziger Haken: Die Geräuschentwicklung ist hörbar und kann in ruhigen Umgebungen stören.
Skandika Nordik K6-H
Das Skandika Walking Pad setzt auf Einfachheit: anschließen und direkt loslegen. Es ist leicht, kompakt und schnell verstaut. Mit bis zu sechs km/h bleibt es beim zügigen Gehen – für Alltag und Homeoffice völlig ausreichend. Die Bedienung ist schlicht, eine App ergänzt Basisfunktionen. Die Lautstärke ist hörbar, aber noch im üblichen Rahmen.
Den kompletten Walking Pad-Test von BILD finden Sie hier
Für wen eignen sich Walking Pads?
Walking Pads richten sich vor allem an Menschen mit sitzendem Alltag, etwa im Büro oder Homeoffice, die ihre Bewegung ohne großen Aufwand steigern möchten. Auch für Einsteiger, Wiedereinsteiger oder alle, die kein intensives Training bevorzugen, sind sie eine praktische Lösung. Zusätzlich punkten sie bei wenig Platz und unabhängig von Wetter oder Tageszeit.
Eine Studie der York University zeigt: Durch den Einsatz eines Laufbands im Arbeitsalltag lassen sich pro Stunde rund 100 Kilokalorien mehr verbrennen als im Sitzen. Das ist relevant, da viele Menschen täglich zehn bis 13 Stunden sitzen – ein Faktor, der das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht.1
Der Vorteil liegt in der kontinuierlichen Bewegung: Im Gegensatz zum reinen Stehen aktiviert Gehen die Muskulatur, fördert die Durchblutung und bringt den Stoffwechsel stärker in Schwung. Walking Pads gelten daher als einfache Möglichkeit, Bewegungsmangel im Alltag auszugleichen. Für intensives Lauftraining sind sie jedoch weniger geeignet.
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Walking Pads erhöhen die Produktivität
Eine im Fachjournal „Plos One“ veröffentlichte Studie zeigt, dass Walking Pads die tägliche Bewegung deutlich erhöhen: Teilnehmer saßen rund 77 Minuten weniger und verbrannten im Schnitt etwa 74 Kalorien mehr pro Tag. Gleichzeitig litt die Arbeit nicht – im Gegenteil: Leistung und Zusammenarbeit verbesserten sich langfristig sogar. Wichtig ist allerdings eine Eingewöhnungsphase, in der die Produktivität zunächst leicht sinken kann, bevor sie wieder ansteigt. Insgesamt kommen die Forscher zu dem Schluss, dass solche Lösungen sowohl der Gesundheit als auch der Arbeitsleistung zugutekommen können.2
Auch weitere Forschungsergebnisse gehen in eine ähnliche Richtung: So deutet eine Studie der Samford Universität darauf hin, dass leichtes Gehen während der Arbeit die kognitive Leistung kaum beeinträchtigt. Unabhängig von Alter oder Geschlecht kamen die Teilnehmenden gut mit der Doppelbelastung aus Gehen und Denken zurecht. Bei bestimmten Gedächtnisaufgaben reagierten sie in Bewegung sogar etwas schneller als im Sitzen. Insgesamt spricht das dafür, dass sich moderate Aktivität und konzentriertes Arbeiten gut miteinander verbinden lassen.3
Deshalb sind Walking Pads lohnenswert
Walking Pads können eine einfache und alltagstaugliche Möglichkeit sein, mehr Bewegung in lange Sitzphasen zu bringen, vor allem im Homeoffice. Studien deuten darauf hin, dass sie nicht nur die Aktivität erhöhen, sondern langfristig auch positive Effekte auf Gesundheit und Arbeitsleistung haben können. Trotzdem ersetzen sie keine klassischen Spaziergänge oder intensives Training an der frischen Luft. Vielmehr sind sie als Ergänzung zu sehen: ein praktisches Tool, um im Alltag weniger zu sitzen – aber kein vollständiger Ersatz für umfassende Bewegung.