29. April 2026, 20:03 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Gute Nachrichten aus Hollywood! 2023 machte Schauspieler Sam Neill publik, dass er an einer extrem seltenen und speziellen Form von Lymphdrüsenkrebs erkrankt war. Damals kämpfte er schon eine Weile gegen die Krankheit an. Nun gab der „Jurassic Park“-Star ein Update zu seinem fünfjährigen Krebskampf.
„Ich habe gerade einen Scan machen lassen, und es gibt keinen Krebs in meinem Körper – das ist etwas Außergewöhnliches“, lautet die schöne Botschaft, die Sam Neill im Interview mit „7News“ zu vermelden hatte. Damit scheint der 78-Jährige das Non-Hodgkin-Lymphom besiegt zu haben.
Der Kampf gegen den Krebs
Die Therapie gegen die Erkrankung bestand zunächst aus Chemotherapie, die, so erzählte der Schauspieler jetzt, „eine ziemlich unangenehme Angelegenheit war, aber sie hat mich am Leben erhalten“. Doch dann habe die Therapie aufgehört, zu wirken. „Ich war ratlos, und es sah so aus, als würde ich dem Ende entgegengehen, was offensichtlich nicht ideal war“, offenbarte Neill dem australischen News-Sender. Den Wendepunkt brachte die CAR-T-Zelltherapie. Sie besteht darin, dass Blutzellen von Patienten genetisch verändert werden. Wie wirksam sie sein kann, zeigt sich am Beispiel von Sam Neill, der jetzt krebsfrei ist.
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Was ist das Non-Hodgkin-Lymphom?
Grundsätzlich sind Lymphome sehr seltene Krebserkrankungen der Lymphozyten, einer besonderen Art von weißen Blutkörperchen. Diese Zellen wirken unterstützend bei der Bekämpfung von Infektionen. Unterteilt werden die Lymphome in zwei Arten: B- und T-Lymphozyten. Die erste Form ist für die Steuerung des Immunsystems und bei der Bekämpfung von Virusinfektionen elementar. Die zweite Form, also T-Lymphozyten, produziert Antikörper gegen Infektionen.1
Spezielle Ausprägungen davon werden als Non-Hodgkin-Lymphome definiert, die sich aus über 50 verschiedenen Erkrankungen der erwähnten B- und T-Zell-Lymphozyten zusammensetzen. Hauptsächlich befinden sich diese im Lymphsystem. Das B-Zell-Lymphom, das sich durch genetische Veränderungen in Krebszellen verwandelt hat, breitet sich meist in den Lymphknoten, im umliegenden Gewebe oder in anderen Organen aus. T-Zell-Lymphome hingegen befallen eher verschiedene Organe, wie Haut, Milz, Leber oder Dünndarm.2
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So ordnete unser Experte 2023 Sam Neills Krebserkrankung ein
Dr. med. Rainer Lipp, Geschäftsführer der Stiftung Deutsche Onkologie, ordnete die Krebsart, an der Sam Neill erkrankt war, auf FITBOOK-Nachfrage wie folgt ein: „Man unterscheidet bei Lymphomen, die vom lymphatischen Gewebe ausgehen, in B‑Zell- und in T-Zell-Lymphome. Das bezieht sich auf die bestimmten Untergruppierungen der Lymphozyten, von denen dann letztlich dieser Tumor ausgehen kann“, erklärt der Facharzt. Bei Neill handelte es sich laut Informationen aus seiner Autobiografie um die selteneren T-Zell-Lymphome. „Die Chance dieser Erkrankung liegt bei etwa 1:150.000 oder sogar noch schlimmer“, schätzt Lipp ein. „Das, was er hat, spielt sich häufig in der Haut ab. Das ist wirklich etwas sehr Seltenes.“
Lipp gab dem Hollywood-Star damals eine düstere Prognose. Der Grund: Bei dieser Art von T-Zell-Lymphom bestehe eigentlich keine Chance auf eine dauerhaft erfolgreiche Behandlung. „Ich kann das Ganze mit mittlerweile neuen Therapien ein bisschen verlängern, aber eine Heilung ist da eigentlich nicht zu erzielen“, so Lipp. Lediglich eine allogene Knochenmarktransplantation könne helfen, sei aber hochgefährlich. „Man müsste bei dieser Erkrankung ziemlich aggressiv rangehen und müsste wahrscheinlich mit einer Todesrate von 40 bis 50 Prozent rechnen.“ Seine recht niederschmetternde Zusammenfassung: „Mit der Standardtherapie wird man wahrscheinlich irgendwann an diesem Lymphom sterben. Die Frage ist nur, wie lange ich das hinauszögern kann.“
Tatsächlich war es auch keine Standardbehandlung, mit der Sam Neill seine Krebserkrankung überwand, sondern die zuvor erwähnte CAR-T-Zelltherapie. Sie wird auch in Deutschland an spezialisierten Kliniken durchgeführt, ist jedoch mit enormen Kosten verbunden. Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) nennt Summen von bis zu 320.000 Euro für das hochmoderne Verfahren.3