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Experteneinschätzung

Erhöht die Pille das Risiko für Brustkrebs?

Die Antibabypille kann das Krebsrisiko erhöhen.
Viele Frauen verhüten mit der Pille. Welche gesundheitlichen Risiken man dabei auf sich nimmt, ist nicht vollends geklärt. Foto: Getty Images
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Sylvia Petersen

9. März 2024, 13:14 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Nahezu jedes Arzneimittel hat Nebenwirkungen, die Antibabypille bildet da keine Ausnahme. Das Risiko für Thrombosen und Lungenembolien, das je nach Präparat unterschiedlich hoch ausfällt, ist längst bekannt. Doch wie sieht es mit Brustkrebs aus? Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Pille und der häufigsten Krebsart bei Frauen? Eine Fachärztin klärt auf.

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Erhöht die Pille das Risiko für Brustkrebs?

Die Studienlage zur Pille und einem damit verbundenen Brustkrebsrisiko ist nicht eindeutig geklärt. Mehrere große Beobachtungsstudien deuten darauf hin, dass die Einnahme das Risiko für Brustkrebs leicht erhöhen kann – insbesondere während der Anwendungszeit und kurz nach dem Absetzen. Aber eine glasklare Antwort gibt es nicht. 1, 2, 3

Dr. med. Mandy Mangler, Chefärztin für Gynäkologie und Geburtsmedizin am Berliner Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum, gibt jedoch folgendes zu bedenken: „Die meisten Frauen, die mit der Antibabypille verhüten, sind jung und haben statistisch gesehen das geringste Risiko, an Krebs zu erkranken. Mit dem Alter erhöht sich automatisch das allgemeine Krebsrisiko. Das macht die Studienlage etwas schwierig.“

Vorsicht bei der Hormonersatztherapie

Das weibliche Sexualhormon Östrogen kann durchaus die Entstehung und das Wachstum bestimmter Krebszellen fördern, etwa bei Gebärmutterkörperkrebs. In jungen Jahren wird die Wirkung von Östrogen noch durch Gestagene ausgeglichen. Später im Leben, vor allem in den Wechseljahren, sieht das anders aus: Der Körper stellt die Gestagenproduktion ein, während Östrogene weiterhin, unter anderem im Fettgewebe, gebildet werden. Genau das kann problematisch sein. Deshalb gilt eine Hormonersatztherapie mit ausschließlich Östrogenen heute als riskant. Wird Östrogen dagegen in Kombination mit Gestagen verabreicht, besteht kein erhöhtes Risiko.4

Bei den meisten Frauen beginnen die Wechseljahre etwa ab dem 45. Lebensjahr. Das bedeutet, dass die Sexualhormone Östrogen und Gestagen immer weniger produziert werden. Einige Frauen erleben diese Zeit nahezu beschwerdefrei. Andere wiederum leiden unter Hitzewallungen, Schlafstörungen oder auch Stimmungsschwankungen. Hormon-Präparate können diese Symptome lindern. Sie sind jedoch nicht unbedenklich.

Fast jede Hormonersatztherapie erhöht das Brustkrebs-Risiko


Die „Pharmazeutische Zeitung“ veröffentlichte 2019 die Ergebnisse eines internationalen Forscherteams, das 58 Studien ausgewertet hatte.5 Das Ergebnis: Nahezu jede Form von Hormonersatztherapie erhöht das Brustkrebs-Risiko langfristig. Wer zehn Jahre Hormon-Präparate zu sich nimmt, habe demnach ein doppelt so hohes Brustkrebs-Risiko wie nach fünfjähriger Therapie. Die gute Nachricht: Dauert die Behandlung nicht länger als ein Jahr, scheint die Krebsgefahr nicht erhöht.

Quellen

  1. Kanadys, W., Barańska, A., Malm, M., et al. (2021). Use of Oral Contraceptives as a Potential Risk Factor for Breast Cancer: A Systematic Review and Meta-Analysis of Case-Control Studies Up to 2010. MDPI. ↩︎
  2. Mørch, L. S., Skovlund, C. W., Hannaford, P. C., et al. (2017). Contemporary Hormonal Contraception and the Risk of Breast Cancer. The New England Journal of Medicine. ↩︎
  3. Burchardt, N. A., Eliassen, A. H., Shafrir, A. L., et al. (2022). Oral contraceptive use by formulation and breast cancer risk by subtype in the Nurses' Health Study II: a prospective cohort study. ScienceDirect. ↩︎
  4. ONKO. Gebärmutterkörperkrebs, Endometriumkarzinom - Ursache und Risikofaktoren. (aufgerufen am 20.08.2025) ↩︎
  5. Pharmazeutische Zeitung. Hormonersatz erhöht das Brustkrebsrisiko langfristig. (aufgerufen am 20.08.2025) ↩︎

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