31. August 2025, 7:55 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Wundermittel Mönchspfeffer? Wer Probleme hat, schwanger zu werden, dem sollen aus der Pflanze Agnus castus hergestellte Präparate auf die Sprünge helfen. Zudem soll Mönchspfeffer Menstruationsbeschwerden lindern können. Doch kann die Heilpflanze wirklich – so wie ihr nachgesagt wird – den Hormonhaushalt lindern? Welche Effekte hat sie wirklich?
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Was ist Agnus castus?
Mönchspfeffer ist umgangssprachlich auch als „Keuschbaum“ bekannt. „Mönchspfeffer verringert angeblich die Libido und wurde deshalb früher viel in Klöstern verwendet, um Nonnen und Mönche bei ihrer sexuell enthaltsamen Lebensweise zu unterstützen“, erläutert Dr. med. Christian Albring, Landesvorsitzender des Berufsverbandes der Frauenärzte. Heute nutzt man die Früchte des Mönchspfeffers, die Pfefferkörnern ähneln, jedoch für andere Zwecke.
„Sie enthalten Substanzen, die auf die Hormonregulation im Gehirn einwirken können“, erklärt der Gynäkologe. „Dadurch kann Mönchspfeffer eingesetzt werden, wenn vermutet wird, dass ein vergeblicher Kinderwunsch auf einer hormonellen Dysbalance beruht. Es gibt aber keine Zuverlässigkeit, keine Sicherheit, dass das pflanzliche Arzneimittel tatsächlich hilft und wirkt.“
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Wie wirkt Mönchspfeffer?
Mönchspfeffer soll auch andere Symptome, die durch ein hormonelles Ungleichgewicht hervorgerufen werden, abmildern können. Dazu zählen laut Dr. med. Christian Albring „unregelmäßiger Zyklus, prämenstruelles Syndrom, Spannen in der Brust – vorwiegend in den Tagen vor dem Eintritt der Menstruation, aber auch Hitzewallungen, nicht nur in den Wechseljahren, sondern auch dann, wenn diese Symptome während einer Antihormonbehandlung in der Onkologie hervorgerufen wurden.“ Auf einen sofortigen Effekt darf man dennoch nicht hoffen, denn „die Einnahme muss meist über lange Zeit erfolgen, bis die Wirkung eintritt“, sagt der Gynäkologe.
Die Wirkung und Anwendung von Mönchspfeffer als Nahrungsergänzungsmittel
Medikamente, die Scheidentrockenheit auslösen können
Für wen ist das Präparat geeignet?
Auch wenn es sich bei dem Produkt um ein Naturprodukt handelt, warnt Dr. med. Christian Albring ausdrücklich vor der Anwendung bei jungen Mädchen, Schwangeren und bei bestimmten Krebserkrankungen, deren Verlauf durch Hormone beeinflusst werden kann. Es ist daher ratsam, die Einnahme von Mönchspfeffer mit seiner Frauenärztin abzusprechen.
Wie teuer ist Mönchspfeffer?
Das pflanzliche Arzneimittel ist in der Apotheke frei verkäuflich und muss aus eigener Tasche bezahlt werden. 100 Tabletten kosten im Schnitt circa fünf Euro. Ein abschließender Tipp vom Facharzt: „Wenn es auf einem Privatrezept verordnet wird, könnte das Präparat im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen von der Steuer absetzbar sein.“