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Studie zeigt, wie wirkungsvoll HPV-Impfung wirklich ist

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Laut einer Studie wurde dank der HPV-Impfung die Sterblichkeit von Gebärmutterhalskrebs deutlich gesenkt. Foto: Getty Images/Jackyenjoyphotography
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Isa Kabakci
Redakteur

19. Juni 2026, 17:01 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Die HPV-Impfung gilt seit Jahren als wirksamer Schutz vor Gebärmutterhalskrebs. Eine neue Analyse nationaler Sterbedaten aus England deutet nun darauf hin, dass die Impfung nicht nur Erkrankungen verhindern, sondern auch die Sterblichkeit deutlich senken könnte. Die Ergebnisse liefern wichtige Hinweise auf die langfristige Wirkung.

So wurde die Studie durchgeführt

Für die Studie untersuchten Forscher, ob die HPV-Impfung nicht nur Gebärmutterhalskrebs verhindern, sondern auch die Zahl der Todesfälle senken kann. Das Humane Papillomavirus (HPV) verursacht die meisten Fälle von Gebärmutterhalskrebs. Zwar war bereits bekannt, dass die Impfung vor HPV-Infektionen und Krebsvorstufen schützt, ihr Einfluss auf die Sterblichkeit wurde jedoch bislang kaum untersucht.1

Dafür werteten die Wissenschaftler nationale Sterbedaten aus England aus den Jahren 2001 bis 2024 aus. Im Fokus standen Frauen im Alter von 20 bis 34 Jahren. England hatte 2008 ein landesweites HPV-Impfprogramm für Mädchen im Alter von 12 bis 13 Jahren gestartet. Die Forscher untersuchten, wie sich die Sterblichkeit durch Gebärmutterhalskrebs seitdem entwickelt hat, und verglichen die tatsächlich beobachteten Todesfälle mit den Zahlen, die auf Basis früherer Trends ohne Impfprogramm zu erwarten gewesen wären.

Kein einziger Todesfall zwischen 2020 und 2024 bei bestimmter Altersgruppe

Die Auswertung zeigt, dass die Zahl der Todesfälle durch Gebärmutterhalskrebs in den geimpften Jahrgängen deutlich zurückgegangen ist. Besonders bemerkenswert: Bei Frauen im Alter von 20 bis 24 Jahren wurde zwischen 2020 und 2024 kein einziger Todesfall registriert. Auf Basis früherer Daten wären in dieser Altersgruppe etwa 23 Todesfälle zu erwarten gewesen.

Auch bei den 25- bis 29-Jährigen war der Effekt sehr deutlich. Das Sterberisiko sank rechnerisch um fast 100 Prozent. Selbst bei Frauen zwischen 30 und 34 Jahren ging die Sterblichkeit noch um 63 Prozent zurück. Viele von ihnen waren allerdings erst als ältere Teenager geimpft worden. Insgesamt schätzen die Autoren, dass das Impfprogramm in England bis Ende 2024 rund 200 Todesfälle durch Gebärmutterhalskrebs verhindert hat.

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Was das konkret bedeutet

Die Studie liefert starke Hinweise darauf, dass die HPV-Impfung nicht nur vor Infektionen und Gebärmutterhalskrebs schützt, sondern auch Todesfälle konkret verhindern kann. Besonders wirksam scheint die Impfung zu sein, wenn sie bereits im Alter von 12 bis 13 Jahren erfolgt. Dann hatten die meisten Mädchen noch keinen Kontakt mit den HPV-Viren, gegen die der Impfstoff schützt, sodass die vorbeugende Wirkung am größten ist.

Die Forscher gehen davon aus, dass die bisher geschätzten rund 200 verhinderten Todesfälle nur ein Teil des langfristigen Nutzens sind. Da die ersten geimpften Jahrgänge noch vergleichsweise jung sind, könnte die Zahl der verhinderten Todesfälle in den kommenden Jahrzehnten weiter deutlich steigen. Die Ergebnisse unterstützen damit das Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Gebärmutterhalskrebs langfristig weitgehend zurückzudrängen, und zeigen, wie wichtig hohe Impfquoten bei Jugendlichen sind.

Übrigens: In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die HPV-Impfung für alle Mädchen und Jungen im Alter von neun bis 14 Jahren. Versäumte Impfungen sollten möglichst bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden.2

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Stärken und Schwächen der Studie

Die Studie stützt sich auf nationale Gesundheitsdaten aus England, die einen Zeitraum von 24 Jahren abdecken. Dadurch konnten die Forscher langfristige Entwicklungen besonders zuverlässig beobachten. Die Ergebnisse passen zudem zu früheren Studien, die bereits gezeigt hatten, dass die HPV-Impfung die Zahl der Gebärmutterhalskrebsfälle deutlich senkt.

Allerdings handelt es sich um eine Beobachtungsstudie. Die Forscher konnten nicht feststellen, welche der verstorbenen Frauen tatsächlich geimpft waren, sondern analysierten Impfquoten ganzer Altersgruppen. Ein direkter Ursache-Wirkungs-Zusammenhang lässt sich daher nicht endgültig beweisen. Die Autoren halten ihn dennoch für sehr wahrscheinlich, da die sinkende Sterblichkeit eng mit der Einführung der HPV-Impfung zusammenfällt.

Interessenkonflikte wurden offengelegt. Einer der Autoren war an Projekten beteiligt, die teilweise durch Fördermittel von „Merck Sharp & Dohme“ unterstützt wurden. Die vorliegende Studie wurde jedoch von „Cancer Research UK“ finanziert. Der Geldgeber hatte laut Autoren keinen Einfluss auf Studiendesign, Analyse oder Veröffentlichung.

Quellen

  1. Sasieni P, Falcaro M. (2026). Cervical cancer mortality trends following HPV vaccination in England, 2001–24: an analysis of population-based mortality data. The Lancet, 2026; 0 ↩︎
  2. Robert-Koch-Institut. Impfempfehlung. (aufgerufen am 19.06.2026) ↩︎

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