1. August 2026, 17:33 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Elton John verzichtet nun seit mehreren Jahrzehnten komplett auf Alkohol. Zum Anlass des Jubiläums postete der „Rocket Man“ am 29. Juli ein Bild auf seinem Instagram-Kanal und ließ seine Fans wissen: „Heute seit 36 Jahren nüchtern. Ich erhebe ein Glas mit 0,0 Prozent auf das Leben. Dankbar für jeden einzelnen Tag.“ Bis zur Abstinenz erlebte er jedoch dunkle Tage. FITBOOK zeichnet Elton Johns Leidensweg nach und zeigt, woran Alkoholabhängigkeit zu erkennen ist und welche Folgen sie haben kann.
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„Ich dachte, ich würde nicht überleben“
Die erste Hälfte von Johns Karriere sei nach eigenen Angaben von mehreren Süchten geprägt gewesen: „Drogen-, Sex- und Kaufsucht sowie Bulimie und Wutprobleme“, erzählte er bereits 2019 „Variety“. Seine Erfahrungen schildert John eingehend: „Ich hatte Krämpfe, wurde auf dem Boden gefunden, und sie legten mich wieder ins Bett, und eine halbe Stunde später tat ich dasselbe. Es ist verrückt.“ Manchmal habe er unter Brustschmerzen gelitten und sei teils sogar drei Tage am Stück wach gewesen. Er berichtet, dass er den Bezug zur Realität völlig verloren habe.
Diesen Bezug habe er zurückgewonnen, weil er wieder begonnen habe zu kommunizieren und nicht mehr weglaufen oder sich verstecken müsse. „Als ich süchtig war, konnte ich nicht kommunizieren, außer unter Kokaineinfluss. Da dachte ich, ich könnte, aber ich habe nur Unsinn geredet.“ Außerdem habe er ein Problem mit Konfrontationen gehabt, doch der Brite wisse nun: „Wenn man nicht kommuniziert und nicht über Dinge spricht, findet man auch keine Lösung.“ Es habe Momente gegeben, in denen John dachte, er würde nicht überleben. Doch er habe es überstanden: „Ich bin ein Überlebender.“
Alkoholsucht in Deutschland
In Deutschland leben laut der jüngsten Erhebung rund 3,9 Millionen Erwachsene, die einen schädlichen oder missbräuchlichen Alkoholkonsum aufweisen. Von ihnen erfüllen etwa 2,2 Millionen Menschen die medizinischen Kriterien einer Alkoholabhängigkeit.1
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Ab wann gilt man als abhängig?
Ab wann jemand als abhängig gilt, ist in der internationalen Krankheitsklassifikation ICD klar definiert.2 Es müssen drei Merkmale innerhalb eines Jahres zutreffen. Von einer Alkoholabhängigkeit sprechen Ärzte dann, wenn Betroffene:
- ihr Trinken nicht mehr kontrollieren können,
- ein starkes Verlangen nach Alkohol entwickeln,
- Entzugserscheinungen zeigen,
- immer größere Mengen Alkohol benötigen,
- wichtige Interessen vernachlässigen,
- und/oder trotz gesundheitlicher und sozialer Folgen weitertrinken.
Wie man der Alkoholsucht entrinnt
So wie Elton John den Ausstieg geschafft hat, können es auch andere Betroffene schaffen. Alkoholabhängigkeit gilt zwar als chronische Erkrankung, dennoch ist Hilfe möglich. Und auch wenn Rückfälle vorkommen, bedeutet das nicht automatisch das Ende der Behandlung. Entscheidend ist, den Weg zur Abstinenz immer wieder aufzunehmen.
Wer befürchtet, ein Alkoholproblem zu haben, kann sich zunächst an den Hausarzt oder eine Suchtberatungsstelle wenden. Dort wird gemeinsam eingeschätzt, wie schwer die Problematik ist und welche Unterstützung infrage kommt. Beratungsstellen können Betroffene dann auch an eine Entzugsbehandlung, Therapie oder Selbsthilfegruppe vermitteln. Und auch Angehörige können sich dort anonym und meist kostenlos beraten lassen.
Wenn Sie Warnzeichen bei Nahestehenden aus der Familie und dem Freundeskreis bemerken, sollten Sie das Gespräch suchen. Wichtig ist dabei, Vorwürfe und Belehrungen zu vermeiden. Stattdessen könnte es helfen, die eigenen Sorgen offen anzusprechen und Unterstützung anzubieten. Die Entscheidung, das Trinkverhalten zu verändern, kann letztlich nur die betroffene Person selbst treffen.
Unterstützung gibt es auch telefonisch über die Sucht- und Drogen-Hotline unter 01806 313031.3 Daneben bieten Suchtberatungsstellen, Selbsthilfegruppen und Online-Beratungsangebote Hilfe für Betroffene und Angehörige an.