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Gegen Blasenentzündung und Menstruationskrämpfe

Diese Lebensmittel sind gut für die Vaginalflora

Vaginalflora und Ernährung
Was stärkt die Vaginalflora? FITBOOK zeigt sieben alltagstaugliche Lebensmittel für mehr Wohlgefühl im Intimbereich. Foto: Getty Images/Image Source
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FITBOOK Redaktion

6. August 2025, 16:37 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten

Schon gewusst? Bestimmte Lebensmittel können das Wohlbefinden im Intimbereich unterstützen. FITBOOK stellt sieben Nahrungsmittel vor, die Frauen ruhig öfter in ihren Speiseplan integrieren können – natürlich, alltagstauglich und gut für den Körper.

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Was ist die Vaginalflora?

Die Scheidenflora hat großen Einfluss auf das Wohlbefinden von Frauen. Sie besteht aus natürlichen Bakterien, die wie ein Schutzschild wirken und den Körper vor schädlichen Keimen bewahren. Besonders wichtig sind Milchsäurebakterien, denn sie sorgen für einen leicht sauren pH-Wert – die Basis für ein gesundes Scheidenmilieu. Gerät dieses Gleichgewicht aus dem Gleichgewicht, kann das zu Infektionen und Beschwerden führen. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Ernährung lässt sich die Vaginalflora ganz einfach unterstützen.1

Cranberrysaft beugt nachweislich Blasenentzündung vor

Eine randomisierte, doppelblinde Studie aus dem Jahr 2016 liefert Hinweise darauf, dass Cranberrygetränke einen vorbeugenden Effekt bei wiederkehrenden Harnwegsinfektionen haben können. Über einen Zeitraum von 24 Wochen erhielten Frauen mit entsprechender Vorgeschichte täglich 240 Milliliter Cranberrysaft. Im Vergleich zur Placebo-Gruppe traten in der Saftgruppe rund 39 Prozent weniger Infektionen auf. Die Forschenden vermuten, dass bestimmte pflanzliche Wirkstoffe in Cranberrys – vor allem Proanthocyanidine – dafür verantwortlich sind, da sie das Anhaften von Bakterien wie Escherichia coli an der Blasenschleimhaut erschweren.2

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Äpfel unterstützen die Orgasmusfähigkeit

Eine Beobachtungsstudie aus dem Jahr 2014 legt nahe, dass regelmäßiger Apfelkonsum mit einer verbesserten sexuellen Funktion bei Frauen in Zusammenhang stehen könnte. Insgesamt wurden 731 gesunde, sexuell aktive Frauen im Alter zwischen 18 und 43 Jahren untersucht. Die Teilnehmerinnen, die täglich mindestens einen Apfel aßen, erzielten im Vergleich zur Kontrollgruppe höhere Werte im sogenannten Female Sexual Function Index (FSFI) – insbesondere in den Bereichen Erregbarkeit und Lubrikation. Die Forschenden vermuten, dass pflanzliche Inhaltsstoffe wie das Phytoöstrogen Phloridzin, das in Äpfeln enthalten ist, eine Rolle spielen könnten, da es strukturelle Ähnlichkeit mit dem Hormon Estradiol aufweist und möglicherweise die Durchblutung sowie die natürliche Befeuchtung unterstützt.3

Süßkartoffeln in der Ernährung unterstützen die Vaginalflora

Beta-Carotin steckt in vielen orangefarbenen Gemüsesorten – besonders viel davon in Süßkartoffeln. Und genau dieser Pflanzenstoff könnte auch für die Vaginalgesundheit eine Rolle spielen.

Eine aktuelle Auswertung von US-Gesundheitsdaten (NHANES-Studie) mit über 1200 Frauen zeigte: Je höher der Beta-Carotin-Spiegel im Blut, desto seltener trat bakterielle Vaginose auf – eine häufige Störung der Scheidenflora. Besonders Frauen mit sehr hohen Carotinoid-Werten – etwa durch eine Ernährung mit Süßkartoffeln oder Karotten – hatten ein deutlich geringeres Risiko.

Die Studie vermutet, dass Beta-Carotin das Scheidenmilieu stabilisieren könnte, zum Beispiel durch eine Stärkung der Schleimhäute oder des Immunsystems. Ein direkter Beweis für die Wirkung von Süßkartoffeln liegt zwar nicht vor, doch der Zusammenhang ist vielversprechend.4

Zink gegen Regelschmerzen

Zink kann dabei helfen, Regelschmerzen zu lindern – das zeigt eine Studie aus dem Jahr 2015. Darin nahmen junge Frauen an vier Tagen vor ihrer Periode täglich insgesamt 100 Milligramm Zink ein, aufgeteilt in zwei Portionen. Im Vergleich zur Placebo-Gruppe hatten sie nicht nur deutlich weniger Unterleibsschmerzen, sondern litten auch seltener unter Begleiterscheinungen wie Kopf- oder Muskelschmerzen. Auch Stimmungsschwankungen und starke Blutungen traten bei ihnen seltener auf. Die Forscher vermuten, dass Zink durch seine entzündungshemmende Wirkung die Durchblutung in der Gebärmutter verbessert – und dadurch die typischen Krämpfe abschwächt.5

Probiotika gegen Scheidenpilz?

Darm und Vagina sind durch das sogenannte Darm‑Vagina‑Mikrobiom verbunden – an beiden Orten arbeiten Milliarden hilfreicher Bakterien, die das Gleichgewicht halten. Studien zeigen, dass Probiotika aus Lebensmitteln wie Joghurt oder fermentiertem Gemüse (z. B. Kimchi, Sauerkraut) zur Darmgesundheit beitragen. Außerdem legen klinische Untersuchungen nahe, dass bestimmte Lactobacillus‑Stämme auch direkten Einfluss auf das Scheidenmilieu haben.

Eine dreifach verblindete, randomisierte Studie aus dem Jahr 2023 hat untersucht, wie wirksam Probiotika im Vergleich zu Fluconazol bei der Behandlung und Vorbeugung von Scheidenpilzinfektionen sind. Insgesamt nahmen 80 verheiratete Frauen im Alter von 18 bis 49 Jahren mit diagnostizierter Vulvovaginalkandidose (VVC) an der Studie teil. Eine Gruppe erhielt über 30 Tage hinweg täglich ein Probiotikum mit Lactobacillus acidophilus, die andere eine Einmaldosis Fluconazol (150 mg) sowie ein Placebo.

Probiotika Frauen Intimflora

4 Stämme Lactobacillus Reuteri

Das Ergebnis: Beide Gruppen berichteten über eine deutliche Besserung der typischen Beschwerden wie Juckreiz, Ausfluss und Rötungen. In der Langzeitbeobachtung (60–65 Tage nach Therapiebeginn) zeigte sich jedoch, dass Fluconazol etwas effektiver war, um Rückfälle zu verhindern. Dennoch stellten die Forscher fest, dass die Probiotika in vielen Fällen eine vergleichbare Wirkung auf die Symptome hatten – ohne medikamentöse Nebenwirkungen.6

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Helfen Nüsse und Avocado der Vaginalflora?

Eine Querschnittsstudie aus dem Jahr 2025 deutet darauf hin, dass bestimmte pflanzliche Fettsäuren die Vaginalflora positiv beeinflussen können. Italienische Forscher analysierten die Ernährungsgewohnheiten und das Scheidenmikrobiom von 113 gesunden Frauen im Alter von 19 bis 30 Jahren. Dabei zeigte sich: Teilnehmerinnen mit einer besonders hohen Aufnahme von α‑Linolensäure – einer pflanzlichen Omega‑3‑Fettsäure, wie sie in Avocados, Nüssen oder Leinsamen enthalten ist – wiesen häufiger ein Lactobacillus-dominiertes Mikrobiom auf. Diese Form gilt als gesund und schützt vor Infektionen.

Im Gegensatz dazu wurden bei Frauen mit einem hohen Konsum von tierischem Eiweiß und Alkohol häufiger bakterielle Ungleichgewichte festgestellt. Die Forscher vermuten, dass pflanzliche Fettsäuren das Scheidenmilieu indirekt stabilisieren können – etwa durch entzündungshemmende Effekte und die Unterstützung der nützlichen Bakterien.7

Können Zitrusfrüchte das Scheidenmilieu unterstützen?

Zitrusfrüchte wie Orangen, Zitronen oder Grapefruits liefern viel Vitamin C und Antioxidantien – und genau diese Stoffe könnten dabei helfen, das natürliche Gleichgewicht der Scheidenflora zu stärken. Zwar gibt es keine Studien, die zeigen, dass Zitrusfrüchte direkt den pH-Wert der Vagina senken. Aber es gibt Hinweise darauf, dass Vitamin C dabei helfen kann, Infektionen im Intimbereich vorzubeugen.

In einer klinischen Studie nahmen Frauen mit einer gestörten Scheidenflora – also einem Ungleichgewicht der dort lebenden Bakterien – sechs Tage lang Vitamin C in Form von Vaginalzäpfchen. Im Vergleich zur Placebo-Gruppe war die Behandlung deutlich erfolgreicher. Die Forschenden vermuten, dass Vitamin C durch seine antibakterielle und antioxidative Wirkung das gesunde Bakterienmilieu stabilisieren kann.

Auch über die Ernährung kann Vitamin C zur Immunabwehr beitragen – und damit den Körper unterstützen, Infektionen gar nicht erst entstehen zu lassen.8

Quellen

  1. Stop Apotheke. Gesunde Vaginalflora. (aufgerufen am 06.08.2025) ↩︎
  2. Kevin, C, Maki., Kerrie, L, Kaspar., Christina, Khoo. et al. (2016). Consumption of a cranberry juice beverage lowered the number of clinical urinary tract infection episodes in women with a recent history of urinary tract infection. The American Journal of Clinical Nutrition, ↩︎
  3. Cai T, Gacci M, Mattivi F. et al. (2014). Apple consumption is related to better sexual quality of life in young women. Arch Gynecol Obstet. ↩︎
  4. Tan, MZ., Feng, YX., Hong, DY. et al. (2024). Association between serum carotenoids and bacterial vaginosis infection among American women. BMC Infect Dis. ↩︎
  5. Abdollahzadeh, E., Sadeghi-Bazargani, H., Mahdavi, N. et al. (2015). The effect of zinc administration on primary dysmenorrhea: a double-blind randomized controlled trial. Journal of Midwifery and Reproductive Health. ↩︎
  6. Mollazadeh-Narestan Z, Yavarikia P, Homayouni-Rad A, Samadi Kafil H. et al. (2023). Comparing the Effect of Probiotic and Fluconazole on Treatment and Recurrence of Vulvovaginal Candidiasis: a Triple-Blinded Randomized Controlled Trial. Probiotics Antimicrob Proteins. ↩︎
  7. Djusse, ME., Prinelli, F., Camboni, T. et al. (2025). Dietary habits and vaginal environment: can a beneficial impact be expected? Front Cell Infect Microbiol. ↩︎
  8. Petersen, EE., Genet, M., Caserini, M. et al. Efficacy of vitamin C vaginal tablets in the treatment of bacterial vaginosis: a randomised, double blind, placebo controlled clinical trial. Arzneimittelforschung. ↩︎

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