9. Dezember 2025, 10:32 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Viele Menschen bewegen sich regelmäßig, um Herz und Kreislauf zu schützen. Doch für das Demenzrisiko scheint es auch darauf anzukommen, in welcher Lebensphase das passiert. Eine Auswertung verknüpft körperliche Aktivität im frühen Erwachsenenalter, in der Lebensmitte und im höheren Alter mit dem Risiko für eine spätere Demenz – mit klar unterscheidbaren Mustern.
Was wurde untersucht? Eine Auswertung im Rahmen der Framingham Heart Study hat untersucht, in welchem Abschnitt des Erwachsenenlebens körperliche Aktivität besonders stark mit einem geringeren Risiko für Demenz verbunden ist.1 Beobachtet wurden mehr als 4300 Erwachsene ohne Demenz, die drei Altersgruppen angehörten:
- frühes Erwachsenenalter mit durchschnittlich 37 Jahren,
- Lebensmitte mit 54 Jahren und
- höheres Alter mit 71 Jahren.
Die tägliche Bewegung wurde per Selbsteinschätzung einmalig in jeder Lebensphase erfasst, in fünf Aktivitätsstufen unterteilt und über viele Jahre hinweg mit dem Auftreten von Demenz verglichen.
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Moderate bis intensive Bewegung hat höchsten Effekt auf Risiko für Demenz
Ergebnisse: Teilnehmer mit den höchsten Aktivitätswerten in der Lebensmitte oder im höheren Alter hatten ein um 41 bzw. 45 Prozent niedrigeres Demenzrisiko im Vergleich zu den am wenigsten Aktiven. Auch bei Alzheimer, der häufigsten Form, zeigte sich dieser Effekt.
In der Lebensmitte waren es hauptsächlich moderate bis intensive Bewegungsformen (wie zügiges Gehen, Gartenarbeit oder Sport), die einen statistischen Zusammenhang mit geringerem Risiko zeigten.
Im höheren Alter spielte die Intensität dagegen keine entscheidende Rolle. Besonders deutlich war der Nutzen körperlicher Aktivität bei Menschen ohne das Alzheimer-Risikogen APOE4 in der Lebensmitte. Im höheren Alter profitierten auch Träger dieses Gens.
Für die Gruppe im frühen Erwachsenenalter (Mitte 30) ließ sich kein statistischer Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und dem späteren Demenzrisiko feststellen. Das könnte auch damit zusammenhängen, dass die Fallzahlen hier relativ klein waren.
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Bedeutung: Diese Ergebnisse zeigen, wie wichtig Bewegung in der zweiten Lebenshälfte ist, um geistig gesund zu bleiben. Vor allem die Lebensmitte und das höhere Alter scheinen sensible Zeitfenster für Prävention zu sein. Wer in diesen Phasen aktiv bleibt, kann sein Risiko für Demenz deutlich senken. Einschränkung: Die Studie basiert auf Selbstauskünften zur Bewegung, was zu Ungenauigkeiten führen kann. Zudem waren die Teilnehmer fast ausschließlich europäischer Abstammung, weshalb die Ergebnisse möglicherweise nicht auf alle Bevölkerungsgruppen übertragbar sind.
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