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Dermatologe ordnet ein

Anne Hathaway im Ganzkörper-UV-Schutz – was bringt das wirklich?

Anne Hathaway trägt Ganzkörper-UV-Schutzkleidung
Bei der New-York-Premiere von „The Odyssey“ zeigte sich Anne Hathaway im klassischen Premieren-Look – ganz ohne UV-Schutzkleidung Foto: Dominik Bindl
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15. Juli 2026, 20:06 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Wer bei Paparazzi-Aufnahmen vom Strand automatisch an knappe Bikinis und viel nackte Haut denkt, hat die Rechnung ohne Anne Hathaway gemacht. Die 43-jährige Schauspielerin sorgte in ihrem jüngsten Urlaub für Aufsehen, aber nicht durch Freizügigkeit, sondern durch das genaue Gegenteil. Komplett verhüllt in UV-Schutzkleidung, von Kopf bis Fuß. FITBOOK hat bei dem Dermatologen Dr. Timm Golüke nachgefragt, was von diesem radikalen Sonnenschutz zu halten ist.

Anne Hathaway hat ihre entspannten Tage des Jahres mit der Familie in einem gemeinsamen Urlaub an der „Perle der Côte d’Azur“ in Saint-Tropez, verbracht. Wer beim Gedanken an den Ort sofort an Jetset, Reichtum und dementsprechende Bling-Bling-Outfits denkt, liegt bei Hathaway allerdings völlig daneben. Denn dort sollte man außerdem an eines denken: die Sonneneinstrahlung. In der Hochsaison klettert die Zahl der Sonnenstunden auf bis zu zwölf pro Tag, und mit ihr steigt auch der UV-Index deutlich an.1 Entsprechend gerüstet zeigte sich der „Teufel trägt Prada“-Star in bunten UV-Ganzkörper-Schutzanzügen samt Sonnenhut und Sonnenbrille. Auf Social Media wird sie dafür gefeiert.

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Besser als Sonenncreme?

Aus dermatologischer Sicht sei UV-Kleidung sehr sinnvoll, erklärt Dr. Timm Golüke. „UV-Schutzkleidung hat meist einen UPF – UV-Protection-Factor – von 30 bis 50. Sie schützt die Haut also besonders gut“, so der Dermatologe. Entscheidend sei das vor allem, weil UV-Strahlung nicht nur Falten verursachen könne, sondern auch einer der Hauptgründe für die Entstehung von Hautkrebs sei, wie er betont.

Der UPF-Wert gibt an, wie gut ein Kleidungsstück UV-Strahlung abschirmt, ähnlich wie der Lichtschutzfaktor bei Sonnencreme, allerdings speziell für Textilien. Ein UPF von 50 bedeutet beispielsweise, dass nur etwa ein Fünfzigstel der UV-Strahlung durch den Stoff dringt. Das Material blockiert damit rund 98 Prozent der UV-Strahlung. UPF-Werte von 30 bis 49 gelten bereits als sehr guter Schutz, UPF 50 oder mehr als exzellent.

Und tatsächlich ist die Kleidung deutlich praktischer als das ständige Einschmieren mit Sonnencreme, weil der UV-Schutz dadurch konsequent bestehen bleibt. Viele kennen das: Man ist überzeugt, alle Stellen ordentlich eingecremt zu haben, und trotzdem entdeckt man abends rote Stellen am Körper, weil man eben nicht konsequent genug war. Bei Kleidung passiert das nicht – wie Golüke sagt: „Der [Schutz, Anm. d. Red.] wird jetzt nicht durch Schwimmen oder durch Schwitzen oder durch Abreibung vermindert, wie es bei einer Creme ist.“

Und wenn selbst der Fachmann auf UV-Schutzkleidung setzt, spricht das für sich: „Ich selber trage übrigens auch UV-Schutzkleidung am Strand, vor allen Dingen auch beim Schwimmen, wenn man länger schwimmt, weil das natürlich bequem und sicher ist.“

Auch interessant: Bekommt man auch unter Wasser einen Sonnenbrand?

Überzogen oder gerechtfertigt?

Bei Menschen mit blasser Haut, so auch Hathaway, kann eine leichte Rötung schon nach fünf bis zehn Minuten in der prallen Sonne einsetzen. UV-Strahlung schädigt das Erbgut, das ist zu Genüge belegt, und gilt deswegen bei der Internationalen Agentur für Krebsforschung als klar krebserregend. Einsortiert wird die UV-Strahlung in die höchste Risikogruppe.2

Wie stark sich die Gefahr durch UV in den vergangenen Jahrzehnten niedergeschlagen hat, verdeutlicht ein Bericht des Umweltbundesamtes:

Die Zahl der Neuerkrankungen an hellem Hautkrebs hat sich in Deutschland in den vergangenen 30 Jahren bei Männern vervierfacht, bei Frauen sogar verfünffacht. Beim gefährlicheren schwarzen Hautkrebs ist die Zahl der Erkrankungen seit den 1970er-Jahren um etwa das Vierfache gestiegen. Insgesamt erkranken hierzulande mittlerweile rund 300.000 Menschen pro Jahr neu an Hautkrebs. Besonders brisant ist, dass bereits ein einziger Sonnenbrand das Risiko für schwarzen Hautkrebs verdoppelt, in der Kindheit steigt es sogar um das Zwei- bis Dreifache, da sich die Schäden durch UV-Strahlung über die gesamte Lebenszeit summieren.3

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„UV-Schutz-Königin“

Dass Anne Hathaway aufgrund ihres übermäßigen UV-Schutzes auffällt, ist nicht das erste Mal. Auch zuvor wurde die US-Schauspielerin immer wieder in solchen Ganzkörper-UV-Schutzanzügen fotografiert. Und auch ansonsten ist sie bekannt für das Tragen von großen Sonnenhüten und Sonnenschirmen. Dadurch stieg Hathaway in den sozialen Medien zu einer Ikone des wachsenden Trends rund um konsequenten UV-Schutz auf. Immer bewusster wird vor allem bei Frauen die Achtsamkeit gegenüber UV-Einstrahlung, vorrangig, um die Haut vor dem Altern zu schützen. Dass Hathaway auch mit ihren 43 Jahren noch zum Verwechseln ähnlich wie ihr jüngeres Ich aussieht, ist für viele auf Social Media die Bestätigung, dass UV-Schutz wichtig ist. Und so küren die sozialen Medien sie inzwischen zur „UV-Schutz-Königin“.

Zusammenhang mit Hathaways Schwangerschaft?

Anne Hathaway erwartet derzeit ihr drittes Kind. Besteht also ein Zusammenhang zwischen der Kleidung und der Schwangerschaft? Dr. Golüke winkt ab: „Ob das was mit der Schwangerschaft zu tun hat, würde ich nicht denken.“ Anne Hathaway hat ja zuvor auch schon den UV-Schutz getragen. Golüke vermutet vielmehr, dass sie einfach konsequent auf UV-Schutz aufpasse.

Quellen

  1. Wetter.com. Beste Reisezeit Saint-Tropez: Wetter, Klima und Temperaturen für Ihr Urlaubsziel. (aufgerufen am 15.07.2026) ↩︎
  2. El Ghissassi, F., Baan, R., Straif, K. et al. (2009). A review of human carcinogens—Part D: radiation. The Lancet Oncology. ↩︎
  3. Umweltbundesamt. GE-I-8: UV-Index – Fallstudie. (aufgerufen am 15.07.2026) ↩︎

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