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Schmerz im Brustkorb

Wie sich Angina Pectoris äußert – und wann man 112 rufen sollte

Angina Pectoris äußert sich in stechenden, angsteinflößenden Brustschmerzen
Der Schmerz kann bis in die Zähne ziehen Foto: Getty Images
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FITBOOK Redaktion

8. November 2025, 18:00 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Plötzlicher Druck auf der Brust beim Treppensteigen – als würde sich der Brustkorb zuschnüren? Dieses Symptom ist typisch für Angina Pectoris. Die Beschwerden wirken oft beängstigend, sind aber in vielen Fällen beherrschbar – vorausgesetzt, man erkennt sie rechtzeitig und weiß, wie man darauf reagiert. Doch wann wird es kritisch? Und wann ist der Notruf zwingend erforderlich?

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Was genau ist Angina Pectoris?

Der Begriff Angina Pectoris stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „Brustenge“. Gemeint ist damit das Leitsymptom der Koronaren Herzkrankheit (KHK). Bei dieser Erkrankung sind die Herzkranzgefäße verengt, sodass das Herz nicht mehr ausreichend mit sauerstoffreichem Blut versorgt wird. Der dadurch entstehende Sauerstoffmangel im Herzmuskel kann Schmerzen im Brustbereich auslösen.

Schmerzen, die auch in die Zähne ausstrahlen können

Typischerweise beschreiben Betroffene während eines Angina-Pectoris-Anfalls ein Gefühl von Schwere, Enge oder Druck in der Brust. Diese Schmerzen verschwinden meist nach zwei bis fünf Minuten. Laut der Stiftung Gesundheitswissen können sie in die linke Schulter sowie die Arme ausstrahlen – auch Hals, Rücken, Oberbauch oder sogar die Zähne können betroffen sein.

Beschwerden in Ruhe? Ein Warnsignal!

In den meisten Fällen tritt Angina Pectoris bei körperlicher Belastung auf – etwa beim Sport, beim Tragen schwerer Lasten oder beim Treppensteigen. Sobald man sich schont, verschwinden die Symptome in der Regel. Anders sieht es bei der instabilen Angina Pectoris aus: Hier können die Beschwerden auch im Ruhezustand oder bei geringer Anstrengung auftreten. Fachleute werten das als Warnzeichen, denn diese Form kann ein Vorbote eines Herzinfarkts sein. Deshalb gilt: Schnellstmöglich ärztlich abklären lassen.

Was bei einem akuten Anfall hilft

Im Akutfall ist es wichtig, sich sofort auszuruhen und körperliche Anstrengung zu vermeiden. Zusätzlich helfen sogenannte Nitropräparate, die die Blutgefäße erweitern und so die Beschwerden lindern können, innerhalb von ein bis drei Minuten.

Die Deutsche Herzstiftung empfiehlt, solche Medikamente stets bei sich zu tragen, sofern sie ärztlich verordnet wurden. Bei der Anwendung ist laut der Stiftung Gesundheitswissen Folgendes zu beachten:

  • Nitrosprays werden unter die Zunge gesprüht. Dies kann ein- bis dreimal wiederholt werden – jeweils mit einem Abstand von 30 Sekunden.
  • Nitrokapseln sind zum Zerbeißen gedacht. Der Wirkstoff sollte dabei möglichst lange im Mund behalten werden.

Wichtig: Die Medikamente können Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen oder Gesichtsrötungen verursachen. Zudem warnt die Deutsche Herzstiftung vor einer gleichzeitigen Einnahme mit sogenannten PDE-5-Hemmern, die bei Erektionsstörungen verwendet werden – hierbei kann der Blutdruck gefährlich stark abfallen.

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Keine Besserung? Sofort den Notruf wählen!

Wenn trotz Nitrospray oder -kapsel der Brustschmerz nicht innerhalb von fünf bis zehn Minuten nachlässt oder das Engegefühl deutlich stärker ist als sonst, sollte man sofort den Notruf 112 wählen. Auch das kann ein Anzeichen für einen akuten Herzinfarkt sein. Laut Stiftung Gesundheitswissen ist in einem solchen Fall keine Zeit zu verlieren.

Wie Sie vorbeugen können

Um Angina-Pectoris-Anfällen vorzubeugen, lohnt es sich, auf die wichtigsten Risikofaktoren der Koronaren Herzkrankheit zu achten. Denn sie ist die eigentliche Ursache der Beschwerden. Ziel ist es, das Fortschreiten der sogenannten Atherosklerose zu bremsen, also jener Gefäßverengung, bei der sich Ablagerungen aus Fett- und Bindegewebe an den Gefäßwänden bilden, auch „Plaques“ genannt.

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Wer regelmäßig seine verordneten Medikamente einnimmt, tut bereits viel für die Herzgesundheit. Ebenso wichtig ist moderate Bewegung, denn sie stärkt Herz und Kreislauf und kann die Belastbarkeit verbessern. Überforderung – körperlich wie seelisch – sollte hingegen vermieden werden. Zu den entscheidenden Risikofaktoren zählen Bluthochdruck, Übergewicht, Bewegungsmangel, Diabetes und Rauchen. Auch Fettstoffwechselstörungen spielen eine Rolle, da sie die Bildung von Plaques begünstigen. Selbst das Wetter kann Einfluss haben. Bei Kälte reagiert der Körper empfindlicher als bei Wärme, sodass körperliche Belastung schneller Beschwerden auslösen kann.

Während sich Faktoren wie Alter, Geschlecht oder genetische Veranlagung nicht beeinflussen lassen, kann ein gesunder Lebensstil viel bewirken. Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, Rauchverzicht und Stressabbau helfen, das Risiko zu senken. Ergänzend sind ärztliche Kontrollen wichtig, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen und das Herz langfristig zu schützen.1, 2

*Mit Informationen von dpa

Quellen

  1. Stiftung Gesundheitswissen. Angina Pectoris: Was tun bei Brustschmerz? (aufgerufen am 07.11.2025) ↩︎
  2. Primo Medico. Angina pectoris. (aufgerufen am 07.11.2025) ↩︎

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