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Heißhunger-Attacken

Warum wir bei Stress ungesund essen wollen

Warum wir bei Stress ungesund essen
Stress sorgt für ungesündere Ernährung
Foto: Getty Images

Je härter das Leben, desto höher der Stapel leerer Chipstüten und Eispackungen neben dem Sofa. Aber warum genau greifen wir in schwierigen Zeiten so hemmungslos zu Süßigkeiten und Knabberkram?

System aus der Steinzeit

Für unsere vorzeitlichen Ahnen war es wenig sinnvoll, in stressigen Momenten gefrustet an der Mammutkeule zu knabbern; Stress bedeutete für Menschen lange Zeit akute Lebensgefahr. Der Körper schaltete in den Notfallmodus, schüttete Adrenalin aus und bereitete sich sekundenschnell auf Kampf oder Flucht vor. In der nachfolgenden Ruhephase versuchte er dann, sich möglichst schnell das zurückzuholen, was dabei an Energie verbraucht worden war.

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Ungünstigerweise tickt unser Körper heute noch genauso. „Daher haben wir Appetit auf besonders leicht aufschließbare Kohlenhydrate, wie beispielsweise Chips“, erklärt Lars Selig, Leiter der Ernährungsambulanz am Universitätsklinikum Leipzig. Nur, dass unser aktueller Stress eben wesentlich weniger Energie verbraucht als eine Flucht vor dem Säbelzahntiger.

Doch auch bei länger anhaltendem Ärger, beispielsweise am Arbeitsplatz, werden vermehrt Stresshormone freigesetzt. Und die verstärken dann den Appetit, obwohl der Körper eigentlich keine Nahrung braucht. Besonders bei chronischem Stress droht so Übergewicht.

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Auch wer traurig ist, isst mehr

Und dann die Sache mit den Gefühlen!

Mann isst Donut

Wen man traurig ist, greift man schneller mal zu einem ungesunden Snack
Foto: Getty Images

Wir wollen quasi die positiven Gefühle, die wir mit Essen in Verbindung bringen, immer wieder spüren und unser Belohnungssystem stimulieren. Fühlt sich halt gut an. Also gibt’s noch eine Ladung Kuchen oder Käsepommes. Das ist gelerntes Verhalten und leider nicht so leicht abzulegen.

Strenge Verbote dagegen seien übrigens sinnlos, sie hätten eher den gegenteiligen Effekt.

Raus aus der Futter-Falle!

Aber nicht verzagen – die Lage mag ernst sein, ist aber keinesfalls hoffnungslos. Im ersten Schritt ist es zum Beispiel ratsam, keinen Süß- oder Knabberkram in Griffweite aufzubewahren. Absolut nichts. Weder zu Hause, noch im Auto, in der Tasche oder bei der Arbeit.

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Denn wer gestresst ist, hat eine niedrigere Frustrationstoleranzgrenze, gleichzeitig aber eine höhere Impulsivität – und kann dann einfach nicht mehr vernünftig entscheiden. Das innere Verlangen wird schier unbezähmbar und plötzlich steht man doch wieder an der Snackbox. Wenn diese jedoch leer ist, kann der Heißhunger auf Süßigkeiten nicht so leicht befriedigt werden.

Außerdem sollte man sich bewusstmachen, dass man wahrhaftig und tatsächlich Stress durchlebt und sich dann fragen, woher der kommen könnte. Vielleicht hilft ein klärendes Gespräch mit Kollegen, Partner, Freunden oder Chef. „Wer dauerhaft Stress ausgesetzt ist, der sollte auch versuchen, aktiv etwas gegen die Ursache zu tun“, meint auch Professor Klotter.

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Was macht sonst noch glücklich?

Schließlich ist es clever, sich alternative Stressbewältigungsstrategien zu überlegen. Beispielsweise Yoga, Joggen, Tanzen, autogenes Training, Meditation, Spaziergänge, Gespräche mit Freunden. „Jeder muss für sich selbst überlegen: Was erheitert meine Stimmung?“, sagt Lars Selig.

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Denn das hilft nicht nur bei akuter Stressbewältigung, sondern führt auch zu grundsätzlich höherer Stressresistenz. Und dann heißt es: Ciao, Chips!

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