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Studie aus den USA

Sollten Krankenkassen Obst und Gemüse bezuschussen?

Korb mit Obst und Gemüse
Was würde es bringen, wenn Konsumenten den Preis für Obst und Gemüse zurückerstattet bekämen? US-Forscher haben es ausgerechnet.Foto: Getty Images

Wenn die Menschen sich besser ernähren würden, wären sie weniger krank. Entsprechend sollte es ein Anliegen der Krankenkassen sein, den Konsum gesunder Lebensmittel zu fördern. Beispielsweise könnten sie ihren Versicherten die Kosten für Obst und Gemüse (teilweise) zurückerstatten. US-Forscher haben nun untersucht, was ein solches Modell bewirken würde – mit erstaunlichem Ergebnis, das sich sicherlich auch auf Deutschland übertragen ließe.

Wenn gesunde Lebensmittel durch die Krankenkassen bezuschusst würden – welche gesundheitlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen würde das mit sich bringen? Das haben Mitarbeiter der amerikanischen Tuft University im US-Bundesstaat Massachusetts untersucht.

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Es wurden sowohl bei Amerikas bundesstaatlicher Krankenversicherung Medicare als auch bei Medicaid, dem nationalen Gesundheitsfürsorgeprogramm für hilfsbedürftigere Personenkreise, jeweils zwei mögliche Kostenübernahmemodelle getestet. Bei Modell eins bekamen die Versicherten rund 30 Prozent für gekauftes Obst und Gemüse zurück. Modell zwei beinhaltete zudem die anteilige Kostenübernahme für weitere Arten gesunder Lebensmitteln, darunter Fisch und Meeresfrüchte, Pflanzenöle, Vollkornprodukte und Nüsse.

Gesunde Lebensmittel per Rezept, das man bei der Kasse einreichen kann – ein solches Modell könnte laut Studie einiges bewirken!Foto: Getty Images

Mehr Obst und Gemüse, weniger Krankheiten

Die Studie (veröffentlicht im Fachjournal „Plos Magazine“) zeigt auf: Der Schritt könnte „genauso kosteneffektiv sein wie vergleichbare Maßnahmen, etwa vorbeugende medikamentöse Behandlungen für Bluthochdruck oder einen hohen Cholesterinspiegel“. So fasst es Studien-Co-Autorin Dr. Yujin Lee in einer Pressemitteilung zusammen.

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Die Investition dürfte sich lohnen

Die getesteten Modelle umzusetzen würde für Gesundheitsprogramme und Krankenkassen zunächst eine Investition bedeuten. Wie die Studienautoren jedoch betonen – und was auch schnell einleuchtet: Auf lange Sicht würden so vor allem Kosten gespart. Da viele Krankheiten weniger häufig auftreten würden, wäre für ihre Behandlung die Übernahme/Bezuschussung entsprechender Medikamente und Therapien nicht mehr nötig. Es ist davon auszugehen, dass die Maßnahme auch in anderen Ländern einen vergleichbaren Effekt bringen würde, auch bei uns.

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Für Deutschland wäre das sinnvoll

„Von insgesamt 4,3 Millionen kardiovaskulären Todesfällen im Jahr 2016 in Europa gehen 2,1 Millionen auf eine unzureichende Ernährung zurück“, schrieben Wissenschaftler der Universität Halle-Wittenberg erst kürzlich in einer Pressemitteilung. Die Forscher hatten im Rahmen einer Studie Daten der globalen Krankheitslastenstudie – der „Global Burden of Disease Study“ – ausgewertet und analysiert, wie häufig in Europa zwischen 1990 und 2016 ernährungsbedingte Herz-Kreislauf-Erkrankungen (beispielsweise Herzinfarkte oder Schlaganfälle) vorgekommen waren. Ernährungswissenschaftler und Studienleiter Dr. Toni Meier mahnt insbesondere einen „zu geringen Verzehr von Vollkornprodukten, von Nüssen und Samen sowie von Gemüse“ bei einem „zu hohen Salzkonsum“ an. Durch eine verbesserte Ernährung seien jeder zweite bis dritte Todesfall in dem Zusammenhang vermeidbar. Das Kostenübernahmemodell dürfte sich also auf jeden Fall lohnen.

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