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Aktuelle Studie

Mittelmeer-Kost soll vor Depressionen schützen

Teller mit mediterraner Kost und Wein
Neben Obst und Gemüse wird bei der mediterranen Diät auch eine „gesunde“ Dosis Wein empfohlen. Aber kann sie wirklich vor Depressionen schützen?
Foto: Getty Images

Die sogenannte Mittelmeer-Kost zählt zu den gesündesten Ernährungsformen. Doch damit offenbar nicht genug: Laut einer internationalen Studie schützt sie auch vor Depressionen.

Menschen, die selten industriell verarbeitete Lebensmittel essen und stattdessen den Fokus auf pflanzliche Kost legen, sind seltener depressiv verstimmt. Zu diesem Schluss kamen Forscher vom University College of London, nachdem sie insgesamt 41 Studien ausgewertet hatten. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse im Fachjournal „Molecular Psychiatry“.

Die Studienergebnisse

Insgesamt stießen die Forscher bei der mediterranen Ernährungsform auf einen „mittel bis starken Effekt“, um Depressionen vorzubeugen. Klingt vielversprechend!

Kann eine gesunde Ernährung tatsächlich Depressionen vorbeugen? Das haben Forscher in einer neuen Studie untersucht.
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Allerdings führen die Wissenschaftler selbst einen wichtigen Nachteil ihrer Forschungsmethode auf: Dadurch, dass ausschließlich Beobachtungsstudien herangezogen wurden, sei es schwierig, zwischen Ursache und Wirkung zu unterscheiden. Sie wissen schon, das uralte Henne-Ei-Problem…

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Aus diesem Grund können die Forscher auch nicht ausschließen, dass Menschen, die eh schon unter einer Depression leiden, sich schlichtweg nicht dazu aufraffen können, zu kochen und gesunde Lebensmittel zu essen. Und dass andersrum genau dadurch die starke Assoziation zwischen einer gesunden Ernährung und der Vorbeugung von Depressionen zustande kam.

Übrigens: Auch wenn es per se nichts über die Validität der oben genannten Studie aussagt, sei an dieser Stelle erwähnt, dass auch eine andere Studie aus diesem Jahr zu dem Schluss kam, dass die mediterrane Diät dabei helfen kann, Depressionen vorzubeugen.

Das steckt hinter der Mittelmeer-Diät

Streng genommen handelt es sich gar nicht um eine Diät „zum Abnehmen“, sondern vielmehr um einen Sammelbegriff, der gesunde Ernährungsformen aus dem Mittelmeerraum beschreibt. Die mediterrane Ernährung gilt als reich an pflanzlichen Lebensmitteln und zeichnet sich zusätzlich durch einen hohen Anteil an gesunden Fettsäuren aus.

Neben Obst und Gemüse stehen daher auch Nüsse, reichlich Olivenöl und fettiger Seefisch auf dem Speiseplan. Rotes Fleisch, verarbeitete Lebensmittel, Butter und Margarine werden hingegen auf ein Minimum reduziert.

Olivenöl, fettiger Seefisch wie Lachs, Nüsse und Avocados zählen zu den gesündesten Fettquellen und sollen vor Herzinfarkten und Schlaganfällen schützen. In der Mittelmeer-Diät sollen sie daher regelmäßig verzehrt werden.
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Mittlerweile gibt es unzählige Versionen der mediterranen Ernährungsform, weshalb es schwierig ist, genau zu beschreiben, welche Lebensmittel man in welchen Mengen verzehren soll.

Folgende Angaben stellen zumindest einen guten Anhaltspunkt dar, denn sie werden häufig in wissenschaftlichen Studien mit der Mittelmeer-Diät eingesetzt:

Pro Tag

  • Mindestens 3 Portionen Gemüse
  • Mindestens 3 Portionen Obst
  • 4 oder mehr Esslöffel Olivenöl
  • Weniger als 12 g Fett aus Tierprodukten

Pro Woche

  • 3 Mal Fisch
  • Mindestens 90 g Nüsse
  • Nicht mehr als 2 Pasta-Gerichte
  • Maximal 1 zuckerhaltiges Getränk
  • Moderater Rotweinkonsum bis zu maximal 7 Gläser

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Inwieweit man sich in Mittelmeer-Nationen wie Spanien, Italien oder Griechenland tatsächlich so ernährt, ist fraglich… Gesund scheint diese Form der „mediterranen“ Ernährung aber auf jeden Fall zu sein.

Darum ist die Mittelmeer-Ernährung so gesund

Viele denken bei einer gesunden Ernährung vor allem an Vitamine und Mineralstoffe. Ja, die sind auch wichtig. Bei der mediterranen Ernährung kommen aber noch viele weitere positive Faktoren zum Tragen:

Ballaststoffe sind unverdauliche Kohlenhydrate, denen schon seit Jahren etliche positive Eigenschaften nachgesagt werden. Unter anderem wirken sie entzündungshemmend, binden Schwermetalle und andere toxische Stoffe (und können dadurch bestimmte Krebsarten vorbeugen), fördern eine gesunde Verdauung, stärken das Immunsystem und können auch beim Abnehmen helfen.

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Bei der Entstehung von kognitiven Erkrankungen (wie Alzheimer und Depressionen) liegt ein Fokus der Wissenschaft auf Entzündungsprozessen im Gehirn. Und genau da sollen Ballaststoffe helfen.

Diese Lebensmittel sind besonders reich an Ballaststoffen: Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Nüsse
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Bei sekundären Pflanzenstoffen handelt es sich um eine weitere Nährstoffgruppe, die in hoher Konzentration in der mediterranen Diät vorkommt und die gegen Entzündungsprozesse und Zellschäden im Gehirn helfen soll. Grünes Gemüse und Beeren zählen zu den Lebensmitteln mit der höchsten Konzentration an sekundären Pflanzenstoffen, weshalb sie auch im Rahmen einer Mittelmeer-Diät empfohlen werden.

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Gesunde Fettsäuren: Hierzu zählen vor allem einfach ungesättigte Fettsäuren sowie Omega-3-Fettsäuren. Diese sollen sich positiv auf den Cholesterinspiegel, Triglyzeride, Bluthochdruck und chronische Entzündungswerte auswirken. Daher auch die Empfehlung, regelmäßig fettigen Seefisch zu essen und reichlich Olivenöl zu verwenden.

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Fazit

Gesund ist die mediterrane Ernährung auf jeden Fall, das haben mittlerweile unzählige Studien unabhängig voneinander herausgefunden! Ob sie auch wirklich gegen Depressionen hilft, das kann man abschließend wohl erst nach der Veröffentlichung weiterer hochwertiger Untersuchungen beurteilen.

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