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Studie liefert steile These

Macht Kakao trinken schlau?

Kakao schlau
Vor einer Prüfung Kakao zu trinken, könnte eine gute Idee sein – denn dieser soll das Denkvermögen verbessern. Das behaupten Forscher.Foto: Getty Images

Während viele aktuell bevorzugt zum Glühwein greifen, empfehlen Forscher verschiedener US-amerikanischer und britischer Fakultäten den Genuss von Kakao. Das schmeckt nicht nur gut und wärmt, sondern soll außerdem u. a. die Sauerstoffversorgung der Hirnzellen verbessern. Vereinfacht gesagt: Kakao macht schlau. Aber hält sich diese steile These wirklich?

Süßigkeiten gehören nicht zur Kategorie „gesunde Lebensmittel“. Eine Ausnahme gibt es jedoch: Schokolade – und zwar genauer gesagt dunkle Schokolade. Sie enthält besonders große Mengen an Flavonoiden, also wertvollen Pflanzenstoffen, von der die Gesundheit und das Gemüt auf verschiedene Weisen profitieren. Mehr über die Vorzüge von Schokolade erfahren Sie hier. Eine neuere Erkenntnis: Offenbar macht Kakao schlau. Das jedenfalls glauben britische und US-amerikanische Forscher.

Kakao trinken macht schlau

Mit „schlau“ ist in diesem Fall das Denkvermögen gemeint. Die in Kakao enthaltenen Flavonoide sollen demnach die kognitiven Fähigkeiten des Menschen verbessern. Zu dieser These kommen US-amerikanische und britische Forscher auf Basis einer aktuellen Untersuchung. Darin wollen sie gezeigt haben, dass die Aufnahme von Flavonoiden eine verbesserte Sauerstoffversorgung der Gehirnrinde bewirkt. Zudem hätten weiterführende Einzelanalysen ergeben, dass die Probanden unter Flavonoid-Einfluss bei schwierigen Denkaufgaben schnellere und bessere Leistungen erzielten.

Ablauf der Studie

Details zu Herangehensweise und Ablauf der Untersuchung sind aktuell im Fachjournal „Nature“ nachzulesen. Daran hatten 18 Männer im Alter zwischen 18 und 40 Jahren teilgenommen, alle von körperlicher und geistiger Gesundheit. Die Forscher beziehen ihre Erkenntnisse daher auch nur auf gesunde Menschen – und nicht etwa auf solche mit neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer oder Demenz.

Die Probanden wurden per Zufallsprinzip in zwei Gruppen aufgeteilt und mussten daraufhin im Abstand von immer jeweils zwei Wochen noch einige Male persönlich erscheinen. Zwischen ihren Besuchen waren sie dazu angehalten, sich an konkrete, durch die Forscher vorgegebene Ernährungsrichtlinien zu halten.

Bei einem der Termine sollten die Probanden Luft mit einer fünfprozentigen Kohlendioxidkonzentration einatmen. Hierbei handelt es sich um eine Standarduntersuchung zur Bestimmung der Durchblutung im Gehirn. Darauf folgten kognitive Leistungstest – und zwar jeweils einmal bevor und nachdem die Probanden ein Kakaogetränk mit hohem Flavonoidgehalt zu sich genommen hatten, und dann noch mal jeweils vor und nach einem Kakaogetränk mit niedrigem Flavonoidgehalt.

Flavonoid-Zufuhr für schnelleres Denken

Es zeigte sich: Nach einem flavonoidreichen Kakaogetränk war die Sauerstoffversorgung im Hirn der entsprechenden Probanden etwa dreimal so hoch wie nach dem weniger angereicherten Getränk. Diesen Spitzenwert sollen sie bis zu eine Minute schneller erreicht haben als die Kontrollgruppe gebraucht haben soll, um auf ihren Höchstwert zu kommen.

Die Ergebnisse der kognitiven Tests sprachen eine sehr ähnliche Sprache. Unter dem Einfluss von Flavonoiden konnten die Probanden ihre Denkfragen messerscharf beantworten, heißt es in der Untersuchungszusammenfassung. Und: um rund 11 Prozent schneller.

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Fazit

Am Intelligenzquotienten ändert freilich auch die flavonoidreichste Schokolade bzw. ein Kakao-Getränk nichts, und genauso wenig an der Bildung. Kakao macht somit nicht wirklich „schlau“, die darin enthaltenen Flavonoide können aber offenbar – zumindest kurzfristig – bei Denkaufgaben helfen.

Je mehr, desto besser – das gilt in diesem Fall allerdings ganz und gar nicht. Schokolade sowie Kakao enthalten einige Kalorien. Seien Sie also etwas sparsam damit – und wundern sich übrigens bitte auch nicht, wenn die Nascherei Sie „nur“ glücklich, aber nicht klüger gemacht hat. Immerhin merken die Forscher eine gewisse Probandenanzahl an, bei denen die zugeführten Flavonoid nur wenig ausgerichtet haben sollen.

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