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von FITBOOK

Studie mit 25.000 Probanden

Flavonoidreiche Lebensmittel sind gut fürs Herz und senken den Blutdruck

Mann beißt in einen Apfel
Flavonoide, wie sie in großen Mengen u. a. in bestimmten Apfelsorten stecken, können sich positiv auf den Blutdruck und die Herzgesundheit auswirkenFoto: Getty Images

Flavonoide sind zumeist Pflanzenfarbstoffe, die sich durch ihre gesundheitsförderlichen Eigenschaften auszeichnen. Das belegt nun einmal mehr eine Studie – und zwar die größte, die es zu dem Thema jemals gegeben hat. FITBOOK fasst die Erkenntnisse der britischen Wissenschaftler zusammen.

Flavonoide gehören zu den Polyphenolen. Es handelt sich meist um Pflanzenfarbstoffe, die in verschiedenen natürlichen Produkten stecken (dazu später mehr). Jedenfalls können Flavonoide noch viel mehr, als Lebensmitteln ihre typische Farbe zu verleihen – und zwar unter anderen einen positiven Einfluss auf den Blutdruck haben.

Flavonoide für die Herzgesundheit

FITBOOK berichtete schon häufiger über Flavonoide und deren gesundheitsfördernde Eigenschaften. So sollen sie u. a. eine wesentliche Rolle bei der Neubildung von Nervenzellen spielen. Außerdem wirken sie entzündungshemmend und helfen so dabei, das Risiko auf ein Verklumpen von Blutblättchen herabzusetzen. Dies ergab eine Studie der Universität La Sapienza (Rom). Somit können Flavonoide bis zu einem gewissen Grad vor Herzinfarkten schützen.

Flavonoide und Herzgesundheit – diesem Zusammenhang sind Forscher der University of Reading in England nun tiefer auf den Grund gegangen. Mit deutlichem Ergebnis. Demnach sollen Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an Flavonoiden messbar dazu beitragen können, dass der Blutdruck in einem günstigen – also tendenziell niedrigen – Bereich liegt.

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Flavonoide und ihre Auswirkung auf den Blutdruck

Für vergleichbare positive Auswirkungen auf den Blutdruck lobt man sonst die sogenannte Mittelmeer-Diät, also eine aus u. a. gesunden Fettsäuren bestehende Kost, wie sie typisch für den mediterranen Raum ist. Aber Omega-3-Säuren aus Fisch, Olivenöl und Nüssen müssen offenbar gar nicht zwingend sein, wenn man sich stattdessen flavonoidreich ernährt. Anders gesagt: Der entzündungshemmende, blutdrucksenkende Effekt einer flavonoidreichen Ernährung ist ähnlich stark wie der einer mediterranen Ernährung. So jedenfalls heißt es aktuell im Fachblatt „Scientific Reports“.

Den Forschern haben Daten von rund 25.000 Frauen und Männern aus Großbritannien vorgelegen. Von ihnen hatten diejenigen, die sich flavonoidreich ernährten, bessere Blutdruckwerte als diejenigen Probanden, bei denen Lebensmittel mit dem Pflanzenstoff tendenziell zu kurz kamen. Die Forscher hatten bei ihrer Schlussfolgerung die Ernährungsgewohnheiten der Studienteilnehmer sowie auf die Auswertung derer Urinproben berücksichtigt.

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Wo stecken Flavonoide drin?

Zu den besonders flavonoidreichen Lebensmitteln gehören Äpfel, und hier v. a. die älteren Sorten. Warum das so ist, hat Ernährungsmediziner Dr. med. Matthias Riedl im FITBOOK-Interview erklärt: Berlepsch, Boskoop, Cox Orange und Co. seien weniger stark verarbeitet als neuere Äpfelsorten wie Jonagold, Granny Smith oder Pink Lady und enthielten daher noch mehr natürliche Pflanzenfarbstoffe. Wer mit Hilfe von Flavonoiden etwas Gutes für seinen Blutdruck tun will, sollte daher insbesondere zu Ersteren greifen.

Andere Früchte mit viel Flavonoiden sind verschiedene Beeren, Kirschen, Pflaumen und auch Trauben. In der Gemüseabteilung sind es u. a. Grünkohl und Auberginen. Daneben gelten grüner und schwarzer Tee als besonders reich an Flavonoiden. Ebenso: Rotwein.

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(Flavonoidreicher) Alkohol in Maßen womöglich gesund

Wie wussten bereits, dass Rotwein anderen Alkoholika (z. B. Bier) zu bevorzugen ist. Zumindest, was deren Polyphenolgehalt betrifft. Darüber hat FITBOOK u. a. mit Ernährungswissenschaftler Prof. Dr. Nicolai Worm gesprochen. Seiner Einschätzung nach, die sich auf zahlreiche Studien stütze, kann ein moderater (!) Alkoholkonsum das Risiko von verschiedenen Stoffwechsel- und Herzkranzgefäß-Erkrankungen verringern. Jedoch nur begleitend zu einem insgesamt vernünftigen Lebensstil und im Rahmen einer sinnvollen Ernährung. „Es sei denn natürlich, es gibt individuelle medizinische Gründe, sich dem Alkohol zu enthalten“, erklärte er uns.