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Besser kein Gammel-Look

Wer sich zum Essen formell kleidet, ernährt sich laut Studie gesünder

Formellere Kleidung, gesündere Ernährung
Viele Menschen nutzen das Homeoffice, um gemütlich in Jogginghose zu arbeiten. Eine Studie hat nun jedoch herausgefunden, dass legere Kleidung eine ungesunde Ernährung begünstigen kann. Foto: Getty Images

Derzeit befinden sich Millionen Deutsche im Homeoffice, die meisten tragen dabei wohl Jogginghose. Denn mal ehrlich: Wer zieht sich in seinen eigenen vier Wänden jeden Tag genauso formell an, wie er es im Büro tun würde? Eine neue Studie gibt nun jedoch Anlass zum Umdenken: Legere Kleidung kann einen ungesünderen Lebensstil begünstigen.

Entscheidungen bezüglich unserer Ernährung werden offenbar von der Kleidung beeinflusst, die wir in diesem Moment tragen. Das hat eine Studie von Forschern aus China, Australien und den USA herausgefunden. Wer Business Look trägt, greift eher zu gesundem Essen, während der Casual Look eher zur Wahl von ungesunden Lebensmitteln verleitet. Also vor der nächsten Mahlzeit vielleicht schnell noch das Outfit wechseln…

Zusammenhang von Kleidungsstil und Essen in drei Stufen untersucht

Für ihre Studie führten die Wissenschaftler zwei Versuchsreihen sowie eine Befragung an einer Universität in Südchina durch. Bei Letzterer wurden 288 Teilnehmer befragt, für welche Lebensmittel sie sich entscheiden würden – je nachdem, welche Art von Kleidung sie trügen. Dabei zeigte sich, dass ein formellerer Look das Selbstbewusstsein stärkt und zur Wahl von gesünderem Essen führt.

Die praktischen Versuchsreihen stützten diese Erkenntnisse. In ersten der beiden Experimente wurden 79 Studenten in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine Gruppe trug Business-Kleidung, die andere Jeans und T-Shirt. Allen wurden dieselben Snacks angeboten: Chips und Cherrytomaten. Fast die Hälfte der Business-Gruppe lehnte beide Snacks ab. Nur zwei Prozent entschieden sich für die Kartoffelchips. Bei den leger gekleideten Probanden sah das Ergebnis völlig anders aus: Rund ein Viertel von ihnen entschied sich für die Chips. Fast 40 Prozent wählten gleich beide Snacks.

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Formell gekleidet wählten zwei Drittel gesunde Snacks im Supermarkt

Dass die Kleidung Einfluss auf die Ernährung hat, zeigt auch die zweite Versuchsreihe. 277 Teilnehmer wurden erneut anhand der Art ihres Outfits in Gruppen eingeteilt. An einer Supermarktkasse sollten sie als Snack entweder Mandeln oder Chips wählen. Zwei Drittel der formell gekleideten Probanden entschieden sich für die nahrhaften Mandeln. Bei den Jeansträgern war es nur etwa die Hälfte.

In ihrer Studie, veröffentlicht im „Journal of Business Research“, schreiben die Forscher, ihre Ergebnisse würden zeigen, dass formelle und informelle Kleidungsstile verschiedene Assoziationen hervorrufen. „Daher neigen die Konsumenten eher dazu, einen Lebensmitteltyp (gesund oder ungesund) zu wählen, der dem Image ihrer Kleidung entspricht.“ Das Team bezeichnet diesen Effekt als „Kleidungs-Essens-Kongruenz“.

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Werte sollen sich in Kleidung und Essen widerspiegeln

Als Beispiel führt das Forschungsteam an, dass formelle Kleidung mit Selbstkontrolle und Organisationstalent assoziiert werde. Aus diesem Grund würde ein Business Look auch eher mit gesundem Essen verbunden. Legere Kleidung gäbe dem Träger hingegen ein Gefühl von Geborgenheit und Entspannung, wodurch er eher zu leckerem Essen greife, was in vielen Fälle ungesunde Lebensmittel sind.

„Daher gehen wir davon aus, dass die Kleidungs-Essens-Kongruenz die Beziehung zwischen Kleidungs-Image und Essenswahl vermittelt“, fassen die Wissenschaftler zusammen. Weitere Forschungen sollten der Frage nachgehen, welche Faktoren den Einfluss des Looks auf die Wahl des Essens stärken oder schwächen könnten. Denn Übergewicht sei seit langem ein kritisches Problem und könne so gegebenenfalls beeinflusst werden, erklären die Wissenschaftler in der „Daily Mail“.

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Wer derzeit im Homeoffice ist, kann selbst ausprobieren, ob die Wahl der Kleidung Einfluss auf die eigene Ernährung hat. Morgen früh einfach das Gegenteil vom üblichen Outfit anziehen und beobachten, inwieweit die Entscheidung vor dem Kühlschrank beeinflusst wird.

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