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Auswertung von 9 Studien zeigt

Fettarme Ernährung senkt Testosteronspiegel bei Männern signifikant ab

Testosteron fettarme Ernährung
Eine fettarme Diät kann für Männer unerwünschte Folgen haben, zeigt eine Metaanalyse aus EnglandFoto: Getty Images

Fett hat womöglich einen weit bedeutsameren Einfluss auf die Hormonproduktion bei Männern als bislang angenommen. Eine umfassende Auswertung mehrerer Studien der University of Worcester kam zu dem Schluss, dass eine fettarme Ernährung sehr wahrscheinlich den Testosteronspiegel senkt.

Eine radikal fettarme Ernährung führt bei Männern offenbar zu einem signifikant absinkenden Testosteronspiegel. Das kann fatale Folgen haben. Darunter: Abbau von Muskelmasse, geringere Knochendichte, Herzkrankheiten bis hin zu sexuellem Desinteresse und Unfruchtbarkeit.

Testosteron – mehr als nur „Männlichkeit“

Ein optimaler Testosteronspiegel ist entscheidend für die Gesundheit von Männern. Dabei geht es weniger um „Männlichkeit“ in Form von männlicher Erscheinung oder vermeintlich männlichem Verhalten. Eine gesunder Hormonhaushalt ist nachweislich mit einem geringeren Risiko für Demenz, Diabetes und Herzkrankheiten verbunden. Darüberhinaus schwindet bei Testosteronmangel nicht nur die körperliche Leistungsfähigkeit, auch die Lust auf Sex verabschiedet sich und damit in gewisser Weise die Lebensfreude. Besorgniserregend: Seit den 70er-Jahren nimmt der Testosteronspiegel besonders bei Männern aus Industrienationen immer weiter ab. Eine der vielen Ursachen (Stress, Umweltgifte, Bewegungsmangel etc.) könnte laut der Meta-Untersuchung eine falsche, beziehungsweise zu fettarme Ernährung sein.

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Analyse aus neun Ernährungs-Studien

Bei der im Fachmagazin „Journal of Steroid Biochemistry and Molecular Biology“  veröffentlichte Metaanalyse stießen die Forschende auf eine Untersuchung mit 206 männlichen Teilnehmen. Für diese waren die Männer zunächst auf eine fettreiche Diät (40 Prozent) gesetzt worden. Anschließend erhielten sie einen Speiseplan, der nur noch aus 20 Prozent Fett bestand. Der Effekt: Der Testosteronspiegel sank bei allen Probanden um 10 bis 15 Prozent. Bei Teilnehmenden europäischer Abstammung am stärksten. Bei Männern, die sich vegetarisch ernährten, sogar um 26 Prozent.

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Sorgt eine vegetarische Ernährung für absinkenden Testosteronspiegel?

Nein, lautet auch die Antwort der Forschenden. Ausnahme: eine vegetarische, fettarme Ernährung mit falschen Fetten. Denn wie ebenfalls angemerkt wird, sind es gerade die Fette aus Nüssen, Avocados und Olivenöl, die nachweislich den Testosteronspiegel steigern. Problematisch sind dagegen mehrfach ungesättigten Omega-6-Fettsäuren, die überwiegend in Pflanzenölen (Sonnenblumenöl) enthalten sind. Sie stehen im Verdacht, die Testosteronproduktion zu beeinträchtigen. Vereinfacht gesagt: Streng fettarm lebende Vegetarier, die ihr bisschen Fett aus der Ernährung einzig aus Chips und Pommes beziehen, haben mit hoher Wahrscheinlichkeit einen niedrigen Testosteronspiegel.

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Fett und Testosteron – wie ernähre ich mich richtig?

Nahrungsfette sind ein kontrovers diskutiertes Thema, merken auch die Studienautor*innen an. Die Vorteile einer fettarmen Ernährung, wie einer Senkung des Cholesterinspiegels, sollten gegen die möglichen Nachteile – Senkung des Testosteronspiegels – abgewogen werden. Ultraverarbeitete Lebensmittel, Fertiggerichte aber auch zu viel Fleisch und Wurst gelten als schädlich und stehen teilweise im Verdacht, krebserregend zu sein. Anderseits gibt es auch Hinweise, dass hin und wieder ein Steak besonders bei jungen Männern zur körperlichen wie geistigen Gesundheit beiträgt.

Wer unbedingt auf fettarme Diäten vermeiden sollte

Sicher ist: Die Forschenden haben bei ihrer Metaanalyse einen wichtigen Zusammenhang hervorgehoben. Es sei obendrein wichtig, das Thema Männergesundheit weiter in den Fokus zu rücken. „Es braucht dringend weitere Studien, um unsere Erkenntnisse zu bestätigen“, merkt Hauptautor Joseph Whittaker im Studienbericht an. So lautet seine Empfehlung: „In der Zwischenzeit sollten Männer mit niedrigem Testosteronspiegel fettarme Diäten vermeiden.“