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Nachgefragt beim Fitnessprof

Wie viele Wiederholungen im Krafttraining sind ideal?

Es gibt keine optimale Anzal an WIederholungen für den perfekten Muskelaufbau.
Wiederholungszahlen sind tatsächlich flexibel – Ihre Zeit im Gym meistens nicht Foto: Nitat Termmee
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20. Februar 2026, 14:17 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Eine der meistgestellten Fragen im Fitnessstudio lautet wohl: Wie kann ich am schnellsten Muskeln aufbauen? Tja, wenn wir das mal so genau wüssten… Wir haben uns für Sie durch die aktuelle Studienlage gewühlt, um diese Frage bestmöglich zu beantworten.

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Die traditionellen Empfehlungen im Wandel

Abhängig vom Trainingsziel (Maximalkraft, Hypertrophie oder Kraftausdauer) existieren seit Jahrzehnten unterschiedliche Wiederholungsempfehlungen. Die gängigsten Vorgaben lauten:

  • Maximalkraft: 1–5 Wiederholungen
  • Muskelaufbau (Hypertrophie): 8–12 Wiederholungen
  • Kraftausdauer: 15–25 Wiederholungen

Diese Werte unterscheiden sich je nach Quelle oft um einige Wiederholungen. Dass es hier keine absolut einheitlichen Vorgaben gibt, liegt vor allem daran, dass die reine Wiederholungszahl allein kein präziser Parameter für den gesetzten Trainingsreiz ist.

Die Belastungsdauer (TUT) und Intensität

Ein entscheidender Faktor ist die TUT (time under tension), also die Zeit, in der der Muskel unter Spannung steht. Acht Wiederholungen können entweder explosiv oder sehr langsam ausgeführt werden, wodurch komplett unterschiedliche Reize entstehen:

  • Werden beispielsweise nur drei Wiederholungen extrem langsam ausgeführt (z. B. zehn bis 20 Sekunden pro Phase), verschiebt sich der Reiz trotz niedriger Wiederholungszahl eher in Richtung Kraftausdauer oder metabolischen Stress.
  • Für einen gezielten Hypertrophie-Reiz sollte daher neben der Wiederholungszahl (z. B. 10 Reps) auch auf die Kinetik und ein Gewicht von ca. 60 bis 80 Prozent der Maximalkraft geachtet werden.

Kinetik

Konzentrik
(Die „Überwindende“ Phase): Das ist der Moment, in dem Sie das Gewicht aktiv bewegen und der Muskel sich zusammenzieht.

Beispiel beim Bankdrücken: Das Hochdrücken der Hantel von der Brust.

Exzentrik (Die „Nachgebende“ Phase): Das ist der Moment, in dem Sie das Gewicht kontrolliert ablassen und der Muskel unter Spannung lang gezogen wird.

Beispiel beim Bankdrücken: Das langsame Absenken der Hantel zur Brust.

Wichtig für den Muskelaufbau – besonders die Exzentrik (das kontrollierte Ablassen) ist extrem wichtig für den Muskelaufbau. Wenn Sie das Gewicht einfach nur „fallen lassen“, verschenken Sie viel Potenzial!

Was die Wissenschaft heute sagt

Die hier nun angeführten Erkenntnisse stützen sich auf Übersichtsarbeiten, die Daten aus 50 bis 60 Einzelstudien zusammengetragen haben, und es sind insbesondere zwei Aspekte herausgefallen, die entscheidend sind für den Muskelaufbau.1, 2, 3, 4

Das Gewicht ist zweitrangig

Es ist fast egal, ob Sie mit schweren Gewichten und wenigen Wiederholungen oder mit leichten Gewichten und bis zu 30 Wiederholungen trainieren. Das Ergebnis für den Muskelaufbau ist am Ende sehr ähnlich, solange die Gesamtanstrengung hoch genug ist.

Anstrengung statt Zahlen

Wichtiger als die genaue Anzahl an Wiederholungen ist, wie hart der Satz für Sie ist. Damit der Muskel wächst, müssen Sie ihn fordern. Sie müssen aber nicht jedes Mal bis zum völligen Zusammenbruch trainieren. Die Untersuchungen zeigen, dass Sie die besten Ergebnisse erzielen, wenn Sie den Satz ein bis zwei Wiederholungen vor dem Muskelversagen beenden. So bauen Sie genauso gut auf, sind aber weniger erschöpft und schneller wieder fit für das nächste Training.

Als Faustregel können Sie sich merken: Ab der Wiederholung im Satz, in der Sie durch die Muskelerschöpfung keine ordentliche Ausführung mehr schaffen, ist der Punkt des Aufhörens erreicht.

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Praktische Anwendung

Obwohl man mit fünf oder auch 25 Wiederholungen Muskeln aufbauen kann, bleibt der klassische Bereich von acht bis 12 Wiederholungen aus rein praktischen Gründen eine hocheffektive Methode. Acht bis 12 Wiederholungen sind weniger zeitintensiv als sehr hohe Wiederholungszahlen und gelenkschonender als dauerhaftes Maximalkrafttraining. Da sich der Körper jedoch schnell an Belastungen anpasst, ist eine Periodisierung ratsam. Ein Wechsel des Wiederholungsschemas (z. B. alle 8–12 Wochen) zwischen verschiedenen Bereichen (z. B. Phasen mit 5 Reps für die Kraftbasis und Phasen mit 20 Reps für den metabolischen Stress) kann eine Stagnation effektiv verhindern.

Auch interessant: Wie wichtig ist Muskelversagen für den Muskelaufbau?

Fazit zur Anzahl der Wiederholungen beim Krafttraining

Die Anzahl der Wiederholungen ist ein wichtiges Werkzeug, aber kein isolierter Erfolgsfaktor. Der entscheidende Schlüssel zur Hypertrophie liegt in der progressiven Überlastung und der Nähe zum Muskelversagen. Ob dies über acht oder 15 Wiederholungen geschieht, ist zweitrangig – entscheidend ist die Qualität des Satzes. Viele Wege führen zur Muskelhypertrophie!

Quellen

  1. Lopez, P., Radaelli, R., Taaffe, D. R., et al. (2021). Resistance Training Load Effects on Muscle Hypertrophy and Strength Gain: Systematic Review and Network Meta-analysis. National Library of Medicine. ↩︎
  2. Schoenefeld, B, J., Grgic, J., Ogborn, D., et al. (2017). Strength and Hypertrophy Adaptations Between Low- vs. High-Load Resistance Training: A Systematic Review and Meta-analysis. National Library of Medicine. ↩︎
  3. Bernárdez-Vázquez, R., Raya-González, J., Castillo, D., et al. (2022). Resistance Training Variables for Optimization of Muscle Hypertrophy: An Umbrella Review. National Library of Medicine. ↩︎
  4. Robinson, Z., Pelland, J., Remmert, J., et al. (2023). Exploring the Dose-Response Relationship Between Estimated Resistance Training Proximity to Failure, Strength Gain, and Muscle Hypertrophy: A Series of Meta-Regressions. Research Gate. ↩︎

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