20. Oktober 2025, 10:49 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
In dieser Ausgabe von „Highway to Health – Studien kompakt“ geht es um drei neue Forschungsergebnisse: Eine Meta-Analyse zeigt, wie hochintensives Intervalltraining (HIIT) Ausdauer und Körperfett bei trainierten Frauen beeinflusst. Und eine klinische Studie aus England belegt, dass der Verarbeitungsgrad unserer Lebensmittel entscheidend dafür ist, wie effektiv der Körper Fett abbaut – mit teils überraschenden Ergebnissen.
HIIT steigert Ausdauer und senkt Körperfett bei sportlich aktiven Frauen
Was wurde untersucht? Eine systematische Übersicht mit Meta-Analyse wertete 15 Studien aus, die untersuchten, wie hochintensives Intervalltraining (HIIT) die Fitness und Körperzusammensetzung von sportlich aktiven Frauen beeinflusst. Die 304 Teilnehmerinnen waren im Schnitt 25 Jahre alt und trainierten regelmäßig.1 Die Trainingsprogramme dauerten 2 bis 16 Wochen, meist dreimal pro Woche. Ziel war es, zu prüfen, ob HIIT auch bei dieser Zielgruppe wirksam ist – und ob Alter oder Trainingsdauer die Ergebnisse beeinflussen.
Ergebnisse: Die VO2max, ein zentraler Messwert für die Ausdauerleistungsfähigkeit, verbesserte sich leicht, aber nachweisbar. Der sogenannte VO2peak – ein ähnlicher Wert, der die maximale Leistung beschreibt – zeigte sogar eine deutliche Steigerung. Auch der Körperfettanteil sank signifikant, was als kleiner, aber relevanter Effekt gilt. Das Körpergewicht und die gesamte Fettmasse veränderten sich dagegen kaum. Die Analyse deutete zudem darauf hin, dass HIIT neben der Ausdauer auch sekundäre Vorteile wie eine Steigerung der Muskelkraft und der Muskelausdauer bewirken kann. Weder Alter noch Trainingsdauer hatten einen spürbaren Einfluss auf die Ergebnisse.
Bedeutung: HIIT ist auch für bereits sportlich aktive Frauen eine wirkungsvolle Methode, um die Ausdauer zu verbessern und den Körperfettanteil zu reduzieren – und das bei geringem Zeitaufwand. Diese Trainingsform lässt sich effizient in bestehende Programme integrieren und bietet eine zeitsparende Alternative zu klassischem Ausdauertraining.
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Unverarbeitete Lebensmittel unterstützen den Fettabbau stärker als industrielle Kost
Was wurde untersucht? Eine klinische Studie in England hat untersucht, ob es einen Unterschied macht, wie stark Lebensmittel verarbeitet sind – selbst wenn sie denselben Nährstoffvorgaben entsprechen.2 55 übergewichtige Erwachsene (durchschnittlich 43 Jahre alt) erhielten nacheinander zwei verschiedene Ernährungsformen, jeweils acht Wochen lang: eine basierte auf weitgehend naturbelassenen Lebensmitteln wie frischem Gemüse, Vollkornprodukten oder Fleisch; die andere auf industriell verarbeiteten Produkten wie Frühstückszerealien, Fertiggerichten oder proteinangereicherten Snacks. Beide Ernährungsweisen entsprachen den offiziellen Empfehlungen des Vereinigten Königreichs für eine gesunde Ernährung. Die Teilnehmer durften jeweils so viel essen, wie sie wollten.
Ergebnisse: Zwar verloren die Teilnehmer bei beiden Ernährungsformen an Gewicht, doch die naturbelassene Ernährung führte zu fast doppelt so viel Gewichtsverlust. Auch das Körperfett, insbesondere das innere Bauchfett, nahm dabei stärker ab. Gleichzeitig verbesserten sich Blutfettwerte: Die naturbelassene Ernährung senkte die Triglyceride stärker, während das als ungünstig geltende LDL-Cholesterin bei der industriell verarbeiteten Ernährung etwas stärker sank. Appetit, Heißhunger und das Verlangen nach Süßem oder Deftigem gingen unter der naturbelassenen Kost deutlicher zurück. Magen-Darm-Beschwerden traten bei beiden Ernährungsformen häufig auf, aber bei industriell verarbeiteten Lebensmitteln häufiger – etwa bei Verstopfung oder Sodbrennen.
Bedeutung: Die Ergebnisse zeigen, dass der Verarbeitungsgrad von Lebensmitteln einen eigenständigen Einfluss auf Gewicht, Fettabbau und Essverhalten hat – unabhängig vom Nährstoffgehalt. Selbst industriell hergestellte Produkte mit vermeintlich gesunder Zusammensetzung schnitten schlechter ab. Die Studienautoren empfehlen daher, künftig nicht nur auf Fett, Zucker und Salz zu achten, sondern auch auf den Grad der Verarbeitung – etwa durch angepasste Ernährungsempfehlungen.
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