Schutz vor Hitze und UV-Strahlen

Ist Sport überhaupt noch gesund, wenn es so heiß ist?

Basketballerin trinkt Wasser
Beim Sport in der Hitze ist es wichtig, viel zu trinken! FITBOOK verrät, worauf es noch ankommt.
Foto: Getty Images

Ob Radfahren, Tennis, Laufen oder Schwimmen – im Sommer trainieren viele Sportler gern im Freien. Die Sonne motiviert, aber sie knallt auch auf die Haut. Wer beim Sport keinen Sonnenbrand oder andere gesundheitliche Probleme riskieren will, sollte unsere Tipps gelesen haben!

Voll ins Training vertieft merkt man oft nicht, wie heftig die Sonne eigentlich wirklich scheint. Dabei sind Outdoor-Sportler intensiver UV-Strahlung ausgesetzt. Umso wichtiger, dass sie sich gut schützen. Sabine Kind, Dozentin an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHFPH), verrät, wie Sonnenschutz für Sportler richtig geht und woran man denken sollte.

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Vor dem Sport in der Sonne eincremen

Welchen Lichtschutzfaktor Sie brauchen, richtet sich nach Stärke und Dauer der Sonneneinstrahlung sowie nach Ihrem Hauttyp. Um einen Sonnenbrand zu vermeiden, solle man sich laut Sabine Kind im Zweifelsfall für einen etwas höheren Lichtschutzfaktor entscheiden. „Gerade in den Bergen und auf dem Wasser wird ein besonders intensiver Schutz benötigt“, sagt die Expertin, also in Höhenlagen und dort, wo die Sonne reflektiert und dadurch umso stärker einstrahlt. „Außerdem sind wasser- und schweißfeste Produkte sinnvoll.“ Logisch: Beim Sport kommt man schließlich ins Schwitzen. Und auf der nassen Haut verläuft die Sonnencreme.

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Diese Körperstellen bitte nicht vergessen!

Idealerweise cremt man sich schon eine halbe Stunde vorher gründlich ein. „Wer mehrere Stunden draußen verbringt, sollte auch zwischendurch nochmals Creme auftragen“, erklärt Kind und warnt zudem davor, bestimmte Stellen – die sogenannten Sonnenterrassen – nicht zu vergessen. Stirn, Ohren, Augen, Lippen, Nase, Nacken und Scheitel sind dabei besonders schutzbedürftig. „Hier lieber zu einem hohen Schutzfaktor greifen und auch regelmäßig nachcremen.“

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Die richtige Sportkleidung wählen

Auch wenn es diesig ist, sollten Sie den Sonnenschutz nicht auf die leichte Schulter nehmen!

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Der Kopf verlangt besonderen Schutz

Sonnenbrand auf der Kopfhaut ist unschön und unangenehm. In schwereren Fällen kann er sich zudem mit Kopfschmerzen bemerkbar machen – und wenn Übelkeit, Fieber und Schwindel dazukommen, handelt es sich vielleicht sogar um einen Sonnenstich. Der Schutz ist an dieser Stelle entsprechend wichtig und glücklicherweise einfach umgesetzt, „am besten mit einer Kopfbedeckung. Das kann eine Baseball-Kappe, ein Sonnenhut oder ein Helm sein“, sagt Sabine Kind. Zusätzlich sei auch hier darauf zu achten, eventuell freiliegende Bereiche sowie die Übergänge zur Kopfbedeckung mit Sonnenschutz einzucremen.

Joggen im Sonnenschein

Eine Kappe schützt den Kopf vor starker Sonneneinstrahlung
Foto: Getty Images

Auch von großer Bedeutung: dass die Augen nicht durch UV-Strahlung gefährdet werden. „Bei Aktivitäten ist daher eine rutschfeste Sportbrille mit hohem UV-Faktor zu empfehlen“, sagt Sabine Kind. „Wer unsicher ist, fragt am besten einen Optiker und lässt sich beraten.“

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Ist Sport überhaupt noch gesund, wenn es so heiß ist?

Vorsicht ist vor allem bei kreislaufbelastenden Sportarten geboten, sagt Prof. Tim Meyer vom Institut für Sport und Präventivmedizin der Universität des Saarlandes: „Das sind beispielsweise Ausdauersportarten wie Laufen, aber auch Radfahren“ – und Mannschaftssportarten. Ganz verzichten muss man darauf nicht.  Im Sommer ist es ja hierzulande auch zu diesen Zeiten hell. Und wer trotzdem mittags oder nachmittags trainiert, macht das am besten im Wald. Der spendet nicht nur Schatten, auch die Ozonwerte sind hier geringer, selbst an heißen Tagen.

„Viele denken, es sind die Temperaturen, aber die direkte Sonneneinstrahlung ist ganz wesentlich in der Beanspruchung des Körpers“, ergänzt Meyer. Treibt jemand tagsüber draußen Sport, ist Sonnenschutz deshalb das A und O. Neben Sonnencreme gehört dazu auch bedeckende und luftige Kleidung, allen voran eine Kopfbedeckung. „Gefährliche Situationen kommen meist durch direkte Sonneneinstrahlung zustande – deswegen muss man hier vorsichtig sein“, so Meyer weiter.

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Unbedingt genug trinken!

Ganz besonders aufpassen müssen natürlich diejenigen, die wissen, dass sie eine Erkrankung haben. Gerade wenn es sich um Herz-Kreislauf-Erkrankungen handelt, sollte man vor dem Sport bei hohen Temperaturen unbedingt seinen behandelnden Arzt mit ins Boot holen.

Wichtig bei Sport an heißen Tagen ist auch, dafür zu sorgen, dass der Wassertank gefüllt ist. Heißt: Viel trinken. Schließlich verliert der Körper durch stärkeres Schwitzen mehr Flüssigkeit. Zusätzlich zu den empfohlenen 1,5 Litern pro Tag trinken Sommer-Sportler beim Training am besten etwa alle 15 Minuten 100 Milliliter Wasser, in kleinen Schlucken. Und direkt vor dem Sport schadet ein zusätzliches großes Glas Wasser auch nicht. Nach dem Sport gilt es, den Flüssigkeitshaushalt zu füllen. Am besten geht das mit Mineralwasser, um dem Körper ausgeschwitzte Nährstoffe wie Natrium zurückzugeben.

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