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Diese Muskeln trainiert man beim Schlittschuhlaufen

Diese Muskeln werden beim Schlittschuhlaufen trainiert
Ein Krafttraining ersetzt Schlittschuhlaufen nicht – aber die fließende Bewegung aktiviert Muskeln, die im Alltag oft zu kurz kommen Foto: Getty Images
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Nina Ponath
Freie Autorin

4. November 2025, 4:01 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Ein Sport, der zur Kindheit gehört wie Eis am Stiel? Schlittschuhlaufen! Doch auch wenn mit dem Wintersport ein Hauch Nostalgie und Retro mitschwingt, ist er so ganz und gar nicht verstaubt. Ganz im Gegenteil: Die Bewegung auf den Kufen fordert gleich mehrere Fähigkeiten – z. B. die Koordination und Beweglichkeit. Außerdem bringt der Sport das Herz-Kreislauf-System in Schwung. Doch welche Muskeln trainiert man mit Schlittschuhlaufen eigentlich?

Wirkung von Schlittschuhlaufen auf die Fitness

„Schlittschuhlaufen ist weder ein richtiger Ausdauersport noch ein muskuläres Training“, sagt Personaltrainer Andreas Heumann auf FITBOOK-Nachfrage. Mit leichter Tendenz zu Cardio-Training trainiere man dabei auch die Koordination und das Gleichgewicht. „Schlittschuhlaufen zählt wie Laufen oder Schwimmen zu den sogenannten zyklischen Sportarten – also Bewegungsformen, bei denen sich das Bewegungsmuster regelmäßig wiederholt. Dadurch werden vor allem das Herz-Kreislauf-System und die Kraftausdauer trainiert.“ Durch die seitliche Druck- und Gleitbewegung liegt beim Schlittschuhlaufen ein Fokus auf der Bein- und Gesäßmuskulatur.

Welche Muskeln beim Schlittschuhlaufen trainiert werden

„Durch das wechselseitige Abstoßen aktiviert und trainiert man beim Schlittschuhlaufen insbesondere die mediale Gesäßmuskulatur – also M. gluteus medius und M. gluteus minimus“, erklärt Personaltrainer Heumann. Beim Abstoßen auf dem Eis wirken diese Muskeln stark exzentrisch und konzentrisch, um das Bein seitlich und diagonal nach außen zu führen. Damit handelt es sich aus Sicht des Experten um klassisches Training der Abduktoren.

Für wen der Sport ideal ist

Die mediale Gesäßmuskulatur sei bei Menschen mit überwiegend sitzender Tätigkeit häufig unteraktiv oder abgeschwächt. Das macht Schlittschuhlaufen laut Heumann zum idealen Ausgleichssport für Büroarbeiter: „Schlittschuhlaufen stärkt die Hüftstabilität, verbessert die Beckenposition und aktiviert Muskeln, die im Alltag oft zu kurz kommen.“

Beim Schlittschuhlaufen entfällt der harte Aufprallschock, wie er etwa beim Laufen in Knien und Hüfte entsteht. Das macht den Sport gelenkschonend und auch für Übergewichtige gut geeignet.

Kann Schlittschuhlaufen ein Krafttraining ersetzen?

Wie bereits erwähnt, ist Schlittschuhlaufen „weder ein richtiger Ausdauersport noch ein muskuläres Training“. Zwar werde jemand, der neu mit dem Sport anfängt, gewisse Veränderungen bemerken. Unendlich viele Muskeln könne man damit aber nicht aufbauen. so Heumann. „Sobald der Muskel sich auf die Belastung angepasst hat, war’s das aber.“ Professionelle Eissportler verbringen eine Menge Zeit im Kraftraum.

Klassisch fährt man im Winter auf dem zugefrorenen Teich oder See Schlittschuh. Bleiben Schnee und Eis aus, gibt es in größeren Städten auch Eisbahnen, auf denen man fahren kann.

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Kalorienverbrauch

Je nachdem, wie sportlich man ist und wie geschickt man sich anstellt, wird man auf den Schlittschuhen eher schneller oder langsamer unterwegs sein. Wer zu den sehr langsamen Läufern gehört, verbrennt in etwa so viele Kalorien wie beim lockeren Spazieren (das sind je nach Gewicht und Körpergröße 180 bis 300 Kalorien in einer Stunde). Ist man schnell unterwegs, sind es je nach Größe und Gewicht bis zu 500 Kalorien. Mehr Auskunft über Ihren individuellen Kalorienverbrauch beim Schlittschuhlaufen gibt der FITBOOK-Kalorienrechner.

Auch der Arm- beziehungsweise Körpereinsatz beeinflusst den Kalorienverbrauch. Je intensiver und kraftvoller man die Bewegung ausführt, desto mehr Kalorien werden verbraucht.

Korrekte Fußhaltung beim Schlittschuhlaufen

„Jemand, der viel trainiert und eine gute Grundfitness hat, wird es grundsätzlich leichter haben, die Technik zu lernen“, sagt Heumann. Beim Schlittschuh- oder Eislaufen setzt man die Füße nicht (wie gewohnt) voreinander, sondern nebeneinander auf. Die Fußspitzen sind leicht geöffnet, sodass sich die Fersen fast berühren. Statt über den Fuß abzurollen, verlagert man das Körpergewicht von einem Bein auf das andere. Dabei gleitet das hintere Bein automatisch nach vorn. Wer sich unsicher fühlt, kann zur Sicherheit einen Helm tragen.

Schlittschuhlaufen als Training? Fazit

Schlittschuhlaufen ist weit mehr als ein winterlicher Nostalgiesport. Wer regelmäßig auf die Kufen steigt, trainiert nicht nur Ausdauer und Herz-Kreislauf-System, sondern stärkt gleichzeitig Koordination, Gleichgewicht und Muskulatur – besonders in Beinen und Gesäß. Die fließende Bewegung schont dabei die Gelenke und aktiviert Muskeln, die im Alltag oft zu kurz kommen – ein idealer Ausgleich für alle, die viel sitzen. Zwar ersetzt das Gleiten über das Eis kein gezieltes Krafttraining, doch als ganzheitliche, gelenkschonende Cardio-Einheit mit Spaßfaktor ist Schlittschuhlaufen ein echtes Multitalent. Und vielleicht der schönste Beweis, dass Kindheitserinnerungen manchmal die beste Trainingsmotivation sind.

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