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Nachgefragt bei Experten

Sollte man beim Joggen Mundschutz tragen?

Frau beim Joggen mit Mundschutz
Ist Joggen mit Mundschutz sinnvoll oder nicht? Unsere Experten sind sich einig…
Foto: iStock/TuiPhotoengineer

Mittlerweile herrscht in jedem Bundesland Maskenpflicht. Dies gilt für das Betreten öffentlicher Einrichtungen und Geschäfte sowie für die Nutzung von Bus und Bahn. Im Freien muss (noch) kein Mundschutz getragen werden. Wäre es aber beim bspw. Joggen, wo man auf Passanten und andere Sportler trifft, womöglich besser? FITBOOK hat bei Experten nachgefragt.

In ganz Deutschland ist es aufgrund der Corona-Pandemie aktuell verboten, ein Geschäft oder öffentliches Verkehrsmittel ohne Mundschutz zu betreten. Im Freien sind nackte Gesichter noch okay; dennoch sieht man mehr und mehr Menschen, die auch beim Spazieren eine Maske tragen. Und manche tun es auch beim Freiluft-Sport. Was sagen Mediziner dazu?

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»Joggen mit Mundschutz ist Unsinn

Frauen beim Joggen im Wald mit Mundschutz

Nebeneinander – also ohne Abstand – laufen, und dafür mit Mundschutz? Das ist (nicht nur nach Meinung des Mediziners) Unsinn 
Foto: iStock /zoranm

Wer Abstand hält, braucht keine Maske

Das Stichwort ist und bleibt offenbar Abstand – auch beim Sport. Facharzt Riedl würde folglich nicht empfehlen, in überfüllten Parks etwa am Wochenende durch die Menschenmassen zu laufen. Suchen Sie sich Orte aus, an denen Sie Distanz halten können. Dann brauchen Sie beim Joggen auch keinen Mundschutz.

Eingeschränkte Atmung beim Sport

Wir alle können ja aktuell die Erfahrung machen, wie sich eine Mundschutzmaske anfühlt. Wenig überraschend bekommt man damit schwerer Luft. „Deshalb kann man damit gar nicht richtig Sport treiben“, befindet Facharzt Riedl, „da es die Atmung enorm belastet.“

Ähnliches erklärte in einem früheren FITBOOK-Interview Dr. Stephan Pramsohler vom Hermann-Buhl-Insitut für Höhenforschung. Er äußerte sich damals gegen Trainingsmasken, die von einigen Sportlern ganz bewusst für eine eingeschränkte Sauerstoffzufuhr getragen werden – zur Imitation der Begebenheiten beim Höhentraining. Sie versprechen sich davon in puncto Ausdauerleistung körperlich zu profitieren. Hier erklären wir das vermeintliche Wirkprinzip der Trainingsmasken genauer.

Während unter Belastung die Atmung schwerer wird, erhöht eine Maske den Widerstand beim Atmen weiter, „wodurch die Muskulatur in Bronchien und Lungen deutlich stärker arbeiten müssen“, sagte uns damals der Experte. Ein positiver Effekt beim Sauerstofftransport sei dadurch nicht zu erwarten.

Schwitzen unter der Maske

FITBOOK hat zuletzt auch noch beim Dermatologen Dr. med. Timm Golüke nachgehakt. Und er bestätigt, dass die empfindliche Haut im Gesicht sich glücklich schätzen kann, bei schweisstreibenden Aktivitäten wie Joggen nicht unter einer feuchten Maske eingepfercht zu sein. „Durch Schwitzen kommt es häufiger zu Unreinheiten“, weiß der Hautarzt.

Seine Empfehlung lautet daher generell, die Haut nach dem Masketragen (etwa im Supermarkt) gut zu reinigen, „gern mit antibakteriell wirksamen Produkten“ – selbst wenn es sich um einen neuen oder frisch gewaschenen Mundschutz gehandelt hat.

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Übrigens: Die wichtigere „Maske“ sei beim Sport im Freien ausreichender Sonnenschutz. Aufgrund der verringerten Luftverschmutzung haben schädliche UV-Strahlen im Moment freiere Bahn. „Ich empfehle deshalb einen Sunblock beim Laufen“, so Dr. Golüke.

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