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Schon ab 90 Minuten pro Woche

HIIT-Workouts können laut Studie den Stoffwechsel schädigen

Frau beim HIIT-Workout
Mehr als 90 Minuten HIIT-Workouts pro Woche sind offenbar zu viel des Guten. Davor warnen schwedische Forschende.Foto: Getty Images

Hochintensives Intervalltraining (HIIT) wirkt sich positiv auf die Fitness und allgemeine Gesundheit aus – wenn man es auf 90 Minuten pro Woche begrenzt. Das jedenfalls erklären schwedische Forscherende auf Basis einer aktuellen Mini-Studie. Demnach drohen durch längere HIIT-Workouts negative Effekte auf die Leistungsfähigkeit und den Stoffwechsel.

„Moderate Mengen“ an HIIT sollen die Trainingsleistung verbessern. Das räumen die Studienverantwortlichen von der Swedish School of Sport and Health Sciences ein. Anders verhalte es sich, wenn man zu viel hochintensives Intervalltraining betreibt. In dem Fall könnten HIIT-Workouts die Leistungsfähigkeit stagnieren lassen. Und noch schlimmer: sogar den Stoffwechsel schädigen.

Einfluss von HIIT-Workouts auf den Stoffwechsel

Im Übermaß sollen HIIT-Workouts den Körper zu sehr belasten können – mit der möglichen Folge, dass der Stoffwechsel langsamer wird. Das ist für gewöhnlich das Gegenteil dessen, was man durch sportliche Betätigung erreichen will. Umgekehrt, unterstützt ein gut funktionierender Stoffwechsel sämtliche körperlichen Prozesse und dadurch die allgemeine Gesundheit, das Wohlbefinden und nicht zuletzt auch die Leistungsfähigkeit beim Training.

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Insbesondere warnen die Forschenden durch zu lange HIIT-Workouts vor einer Störung der Glukosetoleranz. Die beschreibt den Anstieg des Blutzuckerspiegels, der eine bestimmte Obergrenze nicht überschreiten sollte. Schlimmstenfalls kann eine Glukoseintoleranz eine Diabetes-Erkrankung nach sich ziehen.

Kleine Studie zu HIIT-Workouts und Stoffwechsel

Sechs weibliche und fünf männliche Freizeitsportler sollten für die Forschungsreihe regelmäßige HIIT-Workouts auf einem Heimtrainer absolvieren. Typisch für die Art des Trainings, beinhalteten diese sehr intensive Mini-Intervalle, auf die jeweils kurze Ruhephasen folgten. Über einen Zeitraum von vier Wochen erhöhten die Frauen und Männer kontinuierlich die Dauer der Trainingseinheiten. Das geschah unter konstanter Überwachung verschiedener Parameter ihrer Stoffwechselrate.

„Kraftwerk des Körper“ beeinträchtigt

„Im Anschluss an die Woche mit der höchsten Trainingsbelastung stellten wir eine auffällige Verringerung der intrinsischen Mitochondrienfunktion fest.“ So steht es in der Studiendokumentation im Fachblatt „Cell Metabolism“. Zur Erklärung: Mitochondrien sind kleine, in jeder Körperzelle – und in großer Zahl in den Muskeln und Nerven – vorhandenen Organelle. Sie sorgen dafür, dass zugeführte Nährstoffe als Energiequelle für geistige und körperliche Leistungen genutzt werden können. Mitochondrien werden daher auch als das „Kraftwerk des Körpers“ bezeichnet.

In dem Zusammenhang stellten die Forschenden eine Veränderung der Glukosetoleranz sowie eine gestörte Insulinausschüttung fest. Beides sei vor dem Experiment nicht dokumentiert worden. Auf Basis ihrer Analyse definieren sie eine Obergrenze von 90 Minuten für HIIT-Workouts pro Woche.

Kritik an der Studie

Die Ergebnisse scheinen eine deutliche Sprache zu sprechen. Allerdings dürfte die sehr überschaubare Teilnehmeranzahl von nur 11 Teilnehmer*innen die Belastbarkeit der Studie ein wenig einschränken. Ebenso fehlt ein dokumentierter Vergleich mit einer repräsentativen Kontrollgruppe.

Bevor Sie Ihre Trainingsgewohnheiten also an die neuen Erkenntnisse anpassen, empfehlen wir, weiterführende Untersuchungen abzuwarten.