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Weltgrößte Fitnessmesse

FITBOOK auf der FIBO: Wo Muskeln die wahren Stars sind

Muskelbepackte Menschen auf der FIBO
Wie ein großer Rummelplatz: Auf der FIBO kann man unendlich viele Trainingsgeräte ausprobieren. Und natürlich vor allem seine Muckis spielen lassen.
Foto: FITBOOK/Anna-Christina Keßler

Am Donnerstag hat in Köln die weltgrößte Fitnessmesse (FIBO) ihre Pforten geöffnet. Vier Tage lang dreht sich alles um neuen Geräte und Trainingskonzepte, die nur ein Ziel verfolgen: den sichtbarsten Teil des Ichs zu pimpen, den Körper. FITBOOK-Redakteurin Anna-Christina Keßler hat sich dort mal umgesehen und die wichtigsten Trends unter die Lupe genommen. Spoiler: Super-Mario-Fans werden es lieben!

Die Fitnessbranche boomt und boomt. 10,6 Millionen Fitnessstudio-Mitglieder gibt es in Deutschland laut Branchenverband DSSV. Das heißt, jeder Achte geht hierzulande ins Gym. Zum Vergleich: Selbst Fußballvereine kommen nur auf 7 Millionen Mitglieder und stehen damit lediglich an zweiter Stelle. Und jede Menge Geld wird dabei auch noch gemacht: So betrug der Nettoumsatz der Branche 2017 insgesamt 5,2 Milliarden Euro. Logischerweise bekommt auch die FIBO, die vor 33 Jahren als Bodybuilding-Veranstaltung mit 10 000 Besuchern begann, den Rückenwind zu spüren: Erwartet werden dieses Jahr mehr als 150 000 Besucher.

„Krafttraining? Jeden Tag!“

Auf die Frage, wie häufig sie eigentlich Krafttraining mache, antwortet Liza fast schon mit entsetztem Ton. „Jeden Tag!“, schießt es aus ihr raus, bevor sie den Satz Kniebeugen mit der 18-Kilo-Langhantel fortsetzt. Für Liza ist das keine Frage – sondern eine Selbstverständlichkeit. Sie hat, wie viele hier in Halle 10.2, ein etwas breiteres Kreuz und außerdem eine muskulöse Kehrseite, die den Blick unweigerlich auf sich zieht.

Rummel bei Flying Uwe und Sophia Thiel

Geradeaus wirft „Flying“ Uwe Schüder, (Kampf)Sport-Star auf YouTube, von einem drei Meter hohen Podest T-Shirts in die grölende Menge. Einen eigenen Stand hat auch Ex-GNTM- und Dschungelcamp-Teilnehmerin Fiona Erdmann als Fitness-Model gebucht: Die 29-Jährige legt besonders großen Wert auf einen durchtrainierten Bauch. Wie man den bekommt, zeigt sie Besuchern nur allzu gern anhand ihrer Lieblingsübungen. Nebenan stehen junge Menschen Schlange, um ein Foto mit Sophia Thiel zu schießen. Die 23-jährige Fitness-YouTuberin ist eines der größten Zugpferde der FIBO.

Joggen mit einem Fünftel des Körpergewichts

Wie wäre es zum Beispiel zu wissen, wie es sich anfühlt, mit nur einem Fünftel seines eigenen Körpergewichts zu joggen? Fast ohne Schwerkraft also! Dazu muss man eine Art Neopren-Radlerhose anziehen und bis zur Hüfte in ein Zelt steigen, das die Beine vom Rest des Körpers luftdicht abschottet. Dann wird untenrum Überdruck erzeugt, bis kurz bevor man vom Boden abhebt.

FITBOOK-Redakteurin Anna Keßler auf dem Anti-Schwerkraft-Laufband

Laufen, ohne dabei das eigene Gewicht zu spüren: Die Überdrück-Kammer um die Beine macht es möglich
Foto: privat

Der Sinn dahinter: Stark Übergewichtige können so gelenkschonend trainieren. Und Patienten (beispielsweise solche mit Knieproblemen) können fast ohne Belastung trainieren. Bundesligaclubs haben das längst erkannt und setzen das Anti-Schwerkraft-Laufband in der Reha ein. In normalen Fitnessstudios wird es wohl nie Einzug halten – mit einem Preis von 50 000 Euro pro Gerät ist das dann doch eher was für Bastian Schweinsteiger (der sich, so wird am Stand berichtet, ein Exemplar nach Hause liefern ließ).

Einmal Super Mario sein!

Wie kann man Anfänger zum Sport motivieren? Die spielerischsten Antworten darauf gibt die Digitalisierung. Es gibt interaktive Fitness-Spiele, bei denen man mit Trippeln und Hüpfen durch einen Cardio- und Intervall-Parcours über Dächer, Geländer und Mauern gelangt. Oder eine an die Wand projizierte Route hochbouldert (die Griffe werden angestrahlt). Ein Highlight: ein Trampolin-Spiel, bei dem man selbst Super Mario sein kann und Punkte sammelnd durch verschiedene Level hüpft. Cardiotraining mit Spaßfaktor 100!

Die Firma Valo Jump kombiniert Computerspiele mit Fitnessgeräten

Beim Trampolin-Training wie Super Mario durch die Level hüpfen
Foto: Valo Jump

Aber was machen Anfänger, die gar nicht wissen, was ihnen Spaß macht? Sie können beispielsweise den neuen Activ-O-Mat nutzen, ein kostenloses Tool, bei dem man zwölf Fragen beantwortet und am Ende passende Sportarten vorgeschlagen bekommt – samt hinführender Übungen. Die Inhalte kommen von Prof. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln, den FITBOOK auf dem Messerundgang trifft. Dazu bei FITBOOK bald mehr.

Mehr Bewegung mit Slow Jogging

Sportwissenschaftler Froböse ist großer Fan eines weiteren FIBO-Trends: Slow Jogging, das gerade aus Japan zu uns rüberschwappt. „Man läuft so langsam, dass man sich dabei wohlfühlt“, erklärt Lutz Hertel vom Deutschen Wellness Verband. Anders als beim Rennen kommt man beim Slow Jogging nicht mit der Ferse, sondern mit dem Mittelfuß auf. Dadurch würden Knie, Hüfte und Wirbelsäule deutlich weniger belastet. „Es kann gar nicht langsam genug sein“, so Froböse gegenüber FITBOOK. Letztlich sei Slow Jogging aber nichts Neues: „Wir kennen das als Traben von früher, so haben wir uns damals immer aus- und eingelaufen. Er empfiehlt unseren Lesern unbedingt, diese Form des Laufens für sich wiederzuentdecken. Einsteiger könnten mit kurzen Strecken anfangen, die anderen sollten bei mindestens 30 Minuten ankommen.

Das perfekte Training für Faule

Weiter geht’s in die nächste Halle, wo Vertreter von EMS (Elektro-Muskel-Stimulationstraining) messbare Trainingseffekte bei geringem Aufwand versprechen. „80 Prozent meiner Kunden sind Couchpotatoes“, sagt Sebastian Bednarski, der in Bottrop drei EMS-Studios betreibt. Über einen speziellen Trainingsanzug, der mit einer leitenden Flüssigkeit gefüllt ist, wird in Intervallen 20 Minuten lang Strom durch den Körper gejagt. Die Muskulatur zieht sich zusammen, der Trainierende hält lediglich gegen.

EMS-Training

Der EMS-Trainingsanzug besteht aus einer speziell leitenden Weste, einem Hüftgurt und Manschetten für Beine und Arme, die festgezurrt werden
Foto: Anna Keßler

Rund 190 000 Menschen trainieren in Deutschland in EMS-Studios. Die Methode ist aber umstritten: Einige Trainierende berichten von Herzrasen, Schmerzen in der Brust, Kreislaufproblemen.

Was es sonst noch gibt

Was hat die FIBO noch zu bieten? Es gibt einen Pool, in dem man Aqua-Fitness machen kann, Yoga-Training, Cycling-Kurse, Koch-Shows, es gibt Insekten-Eiweißriegel und Proteinbier, man kann sich tätowieren lassen, Sportklamotten kaufen, herausfinden, ob man fit genug ist für die Bundeswehr, einen Vortrag über Faszien hören. In einer riesigen Halle türmen sich an unzähligen Ständen Berge von Proteinpulver und Nahrungsergänzungsmitteln. Motto: Wer die Mucke am lautesten aufdreht, verkauft am meisten.

Die Frage der Entspannung

„Alles nur Show“, sagt Froböse. Was für seinen Geschmack auf der FIBO noch zu kurz kommt: Hilfe zum Runterkommen und Regenerieren in der Höher-schneller-weiter-Gesellschaft. Wie kann mir körperliche Aktivität dabei helfen, mich zu entspannen? „Das finden wir im Alltag nicht – und die Fitnessbranche gibt bisher noch keine Antworten darauf.“ Vielleicht ja die FIBO 2019.

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