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Im FITBOOK-Interview

Ex-Radstar Kristina Vogel: „Ja, ich habe eine Behinderung, aber ich kann trotzdem Sport machen“

Kristina Vogel, Ex-Olympiasiegerin im Bahnradsport
Kristina Vogel, Ex-Olympiasiegerin im Bahnradsport Foto: Getty Images
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Melanie Hoffmann
Ernährungs-, Fitness- und Schlafexpertin

28. November 2025, 15:13 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

2016 feierte Kristina Vogel mit einem Olympiasieg den größten Erfolg ihrer Profi-Bahnrad-Karriere. Seit 2018 sitzt sie nach einem Trainingsunfall querschnittsgelähmt im Rollstuhl. FITBOOK traf die 35-Jährige beim „European Fitness Award“ in Berlin und sprach mit ihr darüber, was Sport ihr heute bedeutet und warum mit Blick auf Inklusion und Barrierefreiheit in der Fitnesswelt noch viel zu tun ist.

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Auf das Fahrrad kann Kristina Vogel heute nicht mehr steigen, doch heißt das nicht, dass Sport in ihrem Leben keine Rolle mehr spielt. Ganz im Gegenteil! „Als Leistungssportlerin war Sport damals mein Lebensinhalt, weil ich damit Geld verdient habe und Erfolge erzielen wollte. Heute ist Fitness für mich Selbstständigkeit. Denn wenn ich fit bin, kann ich besser durch die Welt rollen, die nicht barrierefrei und inklusiv ist. Ich kann viele Dinge so quasi wegsporteln oder wegklettern. Fitness bedeutet für mich, Selbstständigkeit für den Alltag zu erlangen“, verriet sie im FITBOOK-Interview.

»Ich liebe es, neuen Sport auszuprobieren

Dabei ist ihr der Kraftsport eine große Hilfe, doch lässt sich Kristina Vogel auch nicht darauf beschränken. „Ich gehe ganz viel ins Gym, probiere aber darüber hinaus einfach jeden Sport gern aus“, erzählte sie. „Ich war ja Radsportlerin und habe das geliebt. Jetzt finde ich es spannend, zu sehen, was andere so toll an ihren Sportarten finden. Daher kann man mich überallhin mitnehmen, ich probiere alles mal aus und habe Spaß daran.“

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Fitnessstudios eher nicht barrierefrei

Um ihr Krafttraining absolvieren zu können, hat sich Kristina Vogel Hilfe von einem Personal Trainer geholt – und ein eigenes Gym geschaffen. Denn sie betonte: „Wenn man fragt, ob Fitnessstudios barrierefrei sind, muss man leider eher mit Nein statt mit Ja antworten. Ich habe auf Social Media auch schon die absurdesten Theorien gehört, warum Menschen mit Behinderung da nicht hingehen können sollen – z. B. wegen Brandschutz. Man könnte sie dann im Notfall nicht retten. Also man schließt Betroffene eher aus als ein, und das ist schon sehr schade.“

„Man sieht es doch auch an den paralympischen Athleten, wie krass die sind“

Hinter dem fehlenden Bemühen, Menschen mit Einschränkungen besseren Zugang zu Fitnessstudio- und Sportangeboten zu gewähren, vermutet die 35-Jährige, das vielfach vorherrschende Missverständnis, dass die Betroffenen ohnehin bestimmten Sport nicht machen könnten. Mit dieser Fehlannahme möchte sie daher aufräumen: „Ja, ich habe eine Behinderung, aber ich kann trotzdem Sport machen. Und man sieht es doch auch an den paralympischen Athleten, wie krass die sind und was die alles können. Wie schnell und gut sie sind! Da könnte sich so mancher Otto-Normalverbraucher da draußen eine Scheibe von abschneiden.

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