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Kletterwand für jedermann

Das taugt „Everest Climbing“ aus „Höhle der Löwen“

Dariusz Salamonowicz und sein Geschäftspartner Piotr Malecki wollen Klettern für alle zugänglich machen. In der Vox-Sendung „Die Höhle der Löwen“ stellen sie „Everest Climbing“ – eine mobile Kletterwand - vor. Durch ihre besondere Konstruktion kann man endlos klettern, ohne dass sich die Griff-Kombination wiederholt. FITBOOK fragte den Gründer und einen Kletter-Experten, was sie von dem Gerät halten.

„Everest Climbing“ funktioniert wie ein vertikales, rotierendes Laufband, an das Klettergriffe montiert sind. Die Rotation des Kletterbandes soll den Eindruck erzeugen, es mit einer quasi unendlich langen Kletterstrecke zu tun zu haben. Die Kletterwand kann in der „Pro“-Variante dabei bis zu -45 Grad geneigt werden, was den Schwierigkeitsgrad erhöht. „Everest Climbing“ wird in bis zu fünf einzelnen Bändern unterteilt, die mit unterschiedlichem Tempo rotieren. Bedeutet: Es entstehen durchgehend neue Kombinationen der Klettergriffe, auf der Kletterstrecke wiederholt sich nichts. Über einen Touchscreen können zudem unterschiedliche Trainingsprogramme ausgewählt werden.

Wie sind die Erfinder auf die Idee gekommen?

„Ich habe Piotr 2015 kennengelernt. Wir haben uns sofort verstanden, wir waren auf einer Wellenlänge. Wir haben über verschiedene Themen diskutiert, u.a. was ist, bzw. was könnte für einen durchschnittlichen Menschen die perfekte Sportart sein. Wir waren uns schnell einig – das Klettern“, erklärt Gründer Salamonowicz. Und weiter: „Dann hat unser Erfindergeist Piotr gesagt, jetzt müssen wir nur noch das perfekte Sportgerät bauen – ‚Bauen wir eine Kletterwand‘. Anfangs dachte ich, es war nur ein Scherz. Als er mir jedoch erklärte, was er meint, war ich begeistert. Wir wollten ein Sportgerät erschaffen, das so vielseitig ist, wie keins davor. Ein Gerät, das Spaß macht und als Nebeneffekt unserer Gesundheit und unserer Fitness dient. Ich hoffe, dies ist uns gelungen.“

Für wen ist die Kletterwand geeignet?

An die Wand kann jeder ran. „Wir wollten kein Produkt für Kletterer. Wir wollten diese fantastische Bewegungsart jedem zugänglich machen“, sagt Salamonowicz. „Everest Climbing“ wird in vier Varianten angeboten: „Pro“, „Kids“, „Event“ und „Fitness“. „Pro“ eignet sich laut Hersteller für Profis, Amateure und Kinder. Die Klettergriffe bewegen sich in fünf Reihen mit unterschiedlich einstellbaren Geschwindigkeiten. „Kids“ ist für Kinder im Alter von drei bis zehn Jahren konzipiert. Die Höhe der Wand beträgt nur 2,60 Meter und damit die Kleinen nicht durcheinander kommen, ist sie in nur drei Bänder unterteilt. Wer die mobile Kletterwand für Veranstaltungen einsetzen will, sollte das Modell „Event“ wählen. Es soll sich in 30 Minuten aufbauen lassen. „Fitness“ kann an eine Wand befestigt werden, interessant für Fitness-Studios mit wenig Platz.

Welche Gefahren können an der Wand lauern?

Eher keine. Es liegt in der Natur der rotierenden Kletterwand, nicht übers Ziel hinauszuschießen. Dass man kaum von der Stelle kommt, obwohl man sich verausgabt, mag den einen oder anderen Climber frustrieren – aus großer Höhe kann man so allerdings nicht stürzen. Und fällt man doch, dann weich auf eine Matte. Zudem besitzt „Everest Climbing“ ein Sicherheitssystem. Sensoren registrieren die Geschwindigkeit des Kletterers, das Tempo der Strecke wird automatisch angepasst. Eine zusätzliche Schutzausrüstung wird nicht benötigt.

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Wie kriege ich die Wand gestoppt, wenn ich daran hänge?

„Das macht die Kletterwand völlig automatisch“, versichert Salamonowicz auf Nachfrage von FITBOOK. Dank der Sensoren verlangsamt „Everest“ das Tempo, wenn langsam geklettert wird oder stoppt direkt über der Matratze und wartet auf unsere nächste Bewegung. „Einerseits werden wir somit ständig gefordert. Andererseits entsteht aber auch kein Zeitdruck, das ein potentielles Sicherheitsrisiko darstellen könnte“, sagt der Gründer.

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Was kostet die Kletterwand?

Abhängig von der Variante kostet „Everest“ zwischen 7500 und 14.500 Euro, sodass die Kletterwand eher etwas für kommerzielle Anbieter ist.

Kann ich „Everest“ auch ausleihen?

Ja, das ist möglich. Das geht beim Hersteller direkt in Deutschland, Österreich und Polen. Darüber hinaus gibt es einige Eventagenturen, bei denen man die Kletterwände mieten kann.

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Das sagt der Experte vom Deutschen Alpenverein

Franz Güntner, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit beim Deutschen Alpenverein e.V., sagt auf FITBOOK-Anfrage, dass solche mobilen Wände durchaus Sinn machen. Sie können nämlich „Teil des Trainings sein, da man mit ihnen auf relativ wenig Platz sehr gut Ausdauer trainieren kann.“ 

Günter erklärt weiter, dass selbst Kletterprofis wie Sasha DiGiulian auf Geräte dieser Art setzen würden. Hier ein Beispiel-Post von ihrem Instagram-Account.

Das „Löwe“ Kofler nach dem Test

In der Sendung testet Dr. Georg Kofler, selbst passionierter Hobby-Kletterer, das Gerät und ist begeistert. „Das hier ist super fürs Konditionstraining, aber die wahre Freude am Klettern ist dann die Kombination von Bewegungen, um bestimmte Griffe zu erreichen. Deswegen kannst du es nicht mit einer Kletterhalle vergleichen und schon gar nicht mit einer exponierten Klettern im Fels.“ Aber wäre das was für Klettereinsteiger? „Super! Das ist etwas für Leute, die an Bewegung Freude haben. Man fühlt sich gut, es ist ein tolles Workout.“

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Deal oder nicht?

Damit ihr Unternehmen weiter wächst, brauchen sie Geld: Für 220.000 Euro bieten sie in der „Höhle der Löwen“ 15 Prozent ihrer Firmenanteile. Den Wunsch-Deal gibt‘s für das polnische Duo nicht, aber Georg Kofler einigt sich mit den beiden auf 30 Prozent der Anteile für die geforderten 220.000 Euro.