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Bewegung fürs Babys ist essenziell! So unterstützt man es dabei

Babys haben einen hohen Bewegungsdrang, eine Expertin zeigt, wie Eltern mit ihren Babys optimal spielen können.
Unterstützen Sie den natürlichen Bewegungsdrang Ihres Babys. Foto: Getty Images/Westend61
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12. August 2025, 14:42 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Aus einem kleinen Strampeln kann ein großes Abenteuer werden: ob die ersten Drehversuche auf der Decke, neugieriges Krabbeln durchs Wohnzimmer oder das staunende Beobachten einer Ameise im Garten. Die Kleinen sind von Natur aus bewegungsfreudig. Die Autorin und Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Renate Zimmer erklärt, warum gemeinsame Bewegungserlebnisse unersetzlich sind, wie Sie die Entwicklung spielerisch fördern können und welche einfachen Spielideen für drinnen und draußen jedes Baby begeistern.

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Warum Bewegung für Babys so wichtig ist

Schon die Kleinsten sind von Natur aus bewegungsfreudig. Bereits im Säuglingsalter zeigt sich, wie elementar Bewegung für Babys ist. Sie strampeln auf der Wickelunterlage, zappeln mit Armen und Beinen und drücken so ihre Freude am eigenen Körper aus. „Bewegung ist für Babys ein ganz elementares Bedürfnis“, erklärt Prof. Dr. Renate Zimmer von der Universität Osnabrück. Sie können meist ganz intuitiv erkennen, ob Ihr Baby genug Bewegung bekommt, indem Sie auf die folgenden natürlichen Impulse achten:

Was sind diese Impulse? Sie äußern sich laut Zimmer darin, dass Babys durch Strampeln oder Zappeln mit dem ganzen Körper und ihren Gliedmaßen ihre Freude an der Bewegung zeigen. Sobald sie die Gelegenheit bekommen, bewegen sie sich auf vielfältige Weise und erkunden so ihren Körper und ihre Umgebung. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt dazu: Säuglinge sollten mehrmals täglich auf verschiedene Weisen körperlich aktiv sein, insbesondere durch interaktives Spielen auf dem Boden: je mehr, desto besser.1

Bewegung ist aber nicht nur körperlich wichtig. Zimmer erläutert: „Schon Babys merken, dass sie mit Bewegung etwas erreichen können – zum Beispiel ein Mobile in Schwung versetzen oder durch Strampeln oder Laute auf sich aufmerksam machen. Diese Erfahrung, selbst etwas bewirken, den Effekt einer Handlung auf sich selbst zurückführen, spüren, dass sie etwas verändern können – das spornt schon Babys an, sich anzustrengen. Es bildet das Fundament der Entwicklung von Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.“

Gemeinsame Freude statt Leistungsdruck

Sicherlich fragen Sie sich, wie Sie Ihr Baby optimal fördern können. Prof. Zimmer rät ausdrücklich, den Spaß und die gemeinsame Freude am Spiel in den Vordergrund zu stellen: „Eltern sollten sich auf das Spiel der Kinder einlassen können und es genießen, einfach mal mitspielen, sich anstecken lassen von der Begeisterung, mit der Kinder z.B. einen Ball anstupsen, ihn rollen lassen, ihm hinterher kriechen und sich freuen, wenn verschiedene Bälle beim Rollen unterschiedliche Geräusche machen.“

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Sie empfiehlt: „Suchen und Verstecken, Krabbeln auf dem Boden, Schoßreiterspiele, einen Turm bauen und sich daran freuen, wenn das Baby ihn immer wieder umwirft, gemeinsam zu Musik wippen – das Miteinander tun und der Körperkontakt sind ganz wichtig.“

Laut Zimmer hat das alles auch Auswirkungen auf die kognitive Entwicklung und die Gehirnvernetzung der Kinder, aber nur, wenn sie aus eigenem Antrieb und mit Spaß und Freude beteiligt sind. Sie warnt: „Wenn sie zu sehr gedrängt werden, blockieren die Kinder, machen einfach nicht mehr mit. Zur Bewegung kann man kein Kind zwingen.“

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Bewegungsspiele für drinnen und draußen – Anregungen und Tipps

Wie können Eltern im Alltag für geeignete Bewegungsanreize sorgen? Prof. Zimmer empfiehlt: „Baby und Kleinstkinder benötigen viel Bewegungsraum, auf dem Boden, auf Polstern und Kissen, wo sie sich dann krabbelnd und kriechend bewegen können. Der erste Bewegungsraum, der Boden, sollte liebevoll gestaltet sein. Gerade Kinder im Krabbelalter, wenn sie anfangen zu robben, zu krabbeln, brauchen auch kleine Hindernisse, die sie gerne überwinden wollen. Sie entwickeln sich weiter und zunehmend wird der Bewegungsradius eben auch größer, geht vom Boden weg in die Höhe. Dann sind Hocker, Podeste, Polsterkissen interessant, an denen sie sich hochziehen und aufrichten können.“

Auch interessant: Was tun, wenn das Baby schreit?

Spielmöglichkeiten drinnen

  • Bewegungsraum auf dem Boden, Polstern oder Kissen schaffen
  • Kleine Hindernisse zum Überwinden bereitstellen
  • Krabbeln, Robben und Kriechen fördern
  • Hocker, Podeste, Polsterkissen zum Hochziehen anbieten
  • Gemeinsame Spiele wie Suchen und Verstecken, Türme bauen und umwerfen, Schoßreiterspiele, Wippen zur Musik und Bälle rollen

Spielmöglichkeiten draußen

  • Steine sortieren und stapeln
  • Käfer, andere Tiere und Vögel beobachten
  • Im Sand buddeln, z.B. ein Loch graben oder Wasser und Sand zu Matsch werden lassen
  • Auf einer Schaukel sitzen oder liegen

Was Sie vermeiden sollten

Nicht alle Hilfsmittel sind sinnvoll. Zimmer betont: „Ein Baby z.B. in eine Lauflernhilfe stecken. Oder es hinsetzen und mit Kissen abstützen, weil es sonst umkippen würde. Ein Kind muss eine Position selbst einnehmen wollen – und diese dann aus eigener Kraft erreichen. Alles andere behindert das Baby in dem Streben nach zunehmender Selbstständigkeit.“

Außerdem rät sie: „Wichtig ist auch, nicht vorschnell Hilfe zu geben. Babys wollen sich selber helfen, wollen selbstständig etwas erreichen.“ Beim Spiel drinnen oder draußen gilt laut Prof. Zimmer obendrein: „Immer wieder: auf die Freude und Lust, mit der Ihr Kind sich beteiligt, achten. Wo kann es selbst aktiv werden, woran hat es Interesse?“

Quellen

  1. Bundesministerium für Gesundheit. Bewegungsförderung bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland. (aufgerufen am 15.07.2025) ↩︎

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