28. November 2025, 21:36 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Fälschlicherweise trainieren die meisten ihren Bauch immer noch primär aus optischen Gründen. Dabei beschränken sie das Training daher meistens auf die Sommermonate, wenn man mit viel nackter Haut gut aussehen möchte. Dass die Bauchmuskulatur jedoch auch abseits der Optik Funktionen aufweist, die für die Gesundheit überaus wichtig sind, vergessen viele. Trainerin und FITBOOK-Expertin Alina Bock erklärt, welche das sind und weshalb das Bauchtraining auch im Winter wichtig ist.
Das sogenannte Sixpack, welches für viele ein Fitnessziel und besonders bewundernswert ist, umfasst die gerade Bauchmuskulatur des M. rectus abdominis. Doch die Bauchmuskulatur besteht aus mehr als nur den oberflächlichen Bauchmuskeln. Darunter liegen die querverlaufenden Bauchmuskeln (M. transversus abdominis), die äußere schräge Bauchmuskulatur (M. obliquus externus abdominis) sowie die innere schräge Bauchmuskulatur (M. obliquus internus abdominis).
Die Bedeutung eines stabilen Rumpfes
Lässt man die Optik außer Acht, erfüllt ein stabiler Rumpf viele wichtige Funktionen, welche für die allgemeine Gesundheit wichtig sind.
Für Koordination und Gleichgewicht
Koordination und Gleichgewicht sind Eigenschaften, die für einen funktionierenden Körper essenziell sind. Eine wichtige Rolle zum Erreichen dieser Funktionen spielt die Bauchmuskulatur. Der Rumpf dient als Bindeglied zwischen Ober- und Unterkörper – je ausgebauter die Muskulatur in diesem Bereich und je geschulter die Koordination, desto besser arbeitet der Körper als Ganzes zusammen. Dysbalancen zwischen unterem Rücken und Bauch können ausgeglichen werden und somit zu einem besseren Gleichgewicht führen. Zudem dient die tiefe Bauchmuskulatur der Stabilisation des Körpers und führt ebenfalls zu einer verbesserten Koordination und Gleichgewicht. Insbesondere im höheren Alter kann dies Verletzungen, die beispielsweise durch Stürze hervorgerufen werden, vorbeugen.
Für Haltung und Rückengesundheit
Ein trainierter Rumpf stabilisiert als eine Art Korsett die Wirbelsäule und sorgt damit für ihre Stabilisation und Aufrichtung. Zudem fördert das Training des Beckenbodens, welcher beim Training der tiefen Bauchmuskulatur mittrainiert wird, eine gesunde und aufrechte Haltung des Körpers. Durch die Aufrichtung der Wirbelsäule wird diese geschützt und Rückenproblemen wird vorgebeugt. Auch beim Krafttraining des gesamten Körpers, insbesondere bei Ganzkörperübungen wie Kniebeugen, Kreuzheben und Ähnlichem, dient ein stabiler Rumpf bei richtiger Anspannung der Stabilisation, dem Gleichgewicht sowie dem Schutz des Beckenbodens und der Wirbelsäule.
Vorbeugung von Beckenbodenproblemen
Eine starke Bauchmuskulatur schützt nicht nur die Wirbelsäule und folgend die Rückengesundheit, sondern auch den Beckenboden. Der Beckenboden, bestehend aus Muskeln, Sehnen und Bändern, schließt den Rumpf nach unten hin ab und stützt innere Organe. Darunter fallen die Blase, der Enddarm, die Gebärmutter sowie die Prostata. Wird beim Heben von schweren Dingen oder bei schweren Kraftübungen wie der Kniebeuge ohne Bauchspannung oder aber mit einer schlecht ausgebauten Bauchmuskulatur gearbeitet, lastet das bewegte Gewicht auf dem Beckenboden. Dies kann über eine lange Zeit zu Beckenbodenschäden und einer verschlechterten Funktionalität führen. Umso wichtiger ist es, vor allem die tiefe Bauchmuskulatur zu trainieren, um diesen Schäden effektiv vorzubeugen.
Trainieren Sie das gesamte Jahr für einen starken Bauch!
„Die Bauchmuskulatur sollte aufgrund ihrer vielfachen Funktionen wie dem Vorbeugen von Rückenproblemen, dem aktiven Unterstützen einer aufrechten Haltung, der Unterstützung einer gesunden Funktionsfähigkeit des Beckenbodens sowie der Entwicklung und Stärkung von Koordination und Gleichgewicht auch in den Wintermonaten nicht vernachlässigt werden. Ein Training der oberflächlichen Bauchmuskulatur, welches sich nur auf die Sommermonate beschränkt, kann auf lange Sicht unzureichend sein und sich negativ auf den Körper auswirken.“