30. März 2026, 10:56 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Langes Sitzen gilt seit Langem als nachteilig für die Gesundheit. Deshalb wird empfohlen, regelmäßig Bewegung einzubauen. Doch gibt es eine Art richtiges Verhältnis? Eine Untersuchung aus China hat das analysiert.
Was hat die Studie untersucht?
Chinesische Forscher der South China Normal University in Guangzhou und der Northeastern University in Shenyang untersuchten, wie das Verhältnis von Bewegung zu Sitzen mit der Gesundheit zusammenhängt.1
Grundlage für die Langzeitstudie waren Daten von 10.686 Erwachsenen aus der China Health and Nutrition Survey zwischen 1989 und 2015. Erfasst wurde, wie viel Zeit pro Woche Menschen mit körperlicher Aktivität verbrachten und wie viel Zeit sie im Sitzen oder Liegen wach waren. Daraus berechneten die Forscher ein Verhältnis von Aktivität zu Sitzzeit. Daraus ergab sich ein Wert, der zwischen −1 und +1 liegen konnte. Er war negativ, wenn die Sitzzeit überwog, und positiv bei überwiegender Aktivität. Ein Wert nahe null steht für ein annäherndes Gleichgewicht.
Untersucht wurde, ob diese Balance mit dem Risiko für Tod jeglicher Ursache und für Typ-2-Diabetes zusammenhängt. Die mittlere Nachbeobachtungszeit betrug 11,6 Jahre.
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Die Ergebnisse
Während der Beobachtung starben 853 Personen. Zusätzlich erkrankten 389 Teilnehmer an Typ-2-Diabetes.
Die Ergebnisse zeigten eine U-förmige Beziehung. Das bedeutet: Sowohl sehr niedrige Werte (viel Sitzen, wenig Bewegung) als auch sehr hohe Werte (deutlich mehr Aktivität als Sitzzeit) waren mit höheren Risiken verbunden als ein ausgewogenes Mittelfeld.
Am günstigsten schnitten Menschen ab, die sich etwas mehr bewegten, als sie saßen – aber nicht extrem viel. Also lebten sie weder überwiegend sitzend noch füllten sie ihre Woche fast vollständig mit Bewegung.
- Diese Personen hatten ein um 35 Prozent geringeres Sterberisiko als diejenigen mit dem ungünstigsten Verhältnis von Bewegung zu Sitzen.
- Ihr Risiko für Typ-2-Diabetes war um 39 Prozent niedriger.
Betrachtete man den Wert als durchgehende Skala, zeigte sich zunächst ein einfacher Trend: Mit zunehmendem Wert nahm das Sterberisiko im Durchschnitt ab – um etwa 23 Prozent. Wurden jedoch zusätzlich weitere Einflussfaktoren wie Körpergewicht, Einkommen oder Rauchverhalten berücksichtigt, ließ sich dieser gleichmäßige Trend über den gesamten Bereich nicht mehr eindeutig nachweisen. Außerdem zeigte sich: Sehr hohe Werte brachten keinen zusätzlichen Vorteil.
Die Ergebnisse blieben insgesamt bestehen, nachdem Alter, Geschlecht, Körpergewicht, Schlafdauer, Einkommen, Bildung, Rauchen, Alkoholkonsum sowie die gesamte Bewegungs- und Sitzzeit berücksichtigt wurden.
Was bedeutet die Studie?
Nicht nur die reine Menge an Bewegung scheint eine Rolle zu spielen, sondern auch das Verhältnis zwischen Aktivität und Sitzen über die Woche hinweg. In dieser Studie war eine ausgewogene Verteilung – also weder überwiegend Sitzen noch extrem hohe Aktivitätswerte – mit den günstigsten Gesundheitswerten verbunden. Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, lässt sich keine Ursache-Wirkungs-Beziehung beweisen. Die Ergebnisse sprechen jedoch dafür, dass eine ausgewogene Alltagsbewegung langfristig mit einem geringeren Risiko für vorzeitigen Tod und Typ-2-Diabetes verbunden sein könnte.
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