10. November 2025, 11:00 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
In „Highway to Health – Studien kompakt“ geht es dieses Mal um eine spanische Langzeitstudie, die untersuchte, wie der Omega-3-Status im Blut bei Menschen mit Alzheimer-Risiko mit ihrer geistigen Leistungsfähigkeit über Jahre zusammenhängt. Eine weitere Analyse aus Brasilien vergleicht, ob Muskel-Schnellkraft oder reine Muskelkraft stärker mit der Lebenserwartung verknüpft ist – und liefert einen klaren Hinweis darauf, welche Fähigkeit im Alter entscheidend sein könnte.
Höherer Omega-3-Status im Blut könnte geistigen Abbau bei Alzheimer-Risiko bremsen
Was wurde untersucht? Eine in „The Journal of Nutrition“ veröffentlichte Langzeitstudie aus einer spanischen Alzheimer-Vorsorgestudie untersuchte, ob der Status bestimmter Omega-3-Fettsäuren im Blut mit Veränderungen der geistigen Leistungsfähigkeit über drei Jahre zusammenhängt.1
Die Forscher beobachteten dafür 323 gesunde Erwachsene, die familiär vorbelastet oder Träger des APOE4-Gens waren – eines Erbfaktors, der mit einem erhöhten Alzheimer-Risiko in Verbindung steht. Erfasst wurden die Fettsäuren DHA, EPA und ALA. Diese Statuswerte wurden in den roten Blutkörperchen der Teilnehmer gemessen, da dies als sehr verlässlicher Indikator für die Langzeitversorgung des Körpers mit Omega-3-Fettsäuren gilt. Die geistige Entwicklung wurde zu Beginn und nach drei Jahren getestet.
Ergebnisse: Teilnehmer mit einem höheren Status von DHA (langkettige Omega-3-Fettsäure, vorwiegend in Fisch) zeigten eine statistisch signifikante Verbesserung der allgemeinen geistigen Leistung über die drei Jahre. Ebenso war ein höherer ALA-Wert (Omega-3-Fettsäure, vorwiegend in Nüssen und Samen) mit besseren Ergebnissen im Bereich der visuellen Verarbeitung verbunden. Geschlecht, eine genetische Veranlagung für Alzheimer oder erste Alzheimer-Anzeichen im Nervenwasser beeinflussten die Ergebnisse nicht.
Bedeutung: Die Ergebnisse sprechen dafür, dass der Status bestimmter Omega-3-Fettsäuren im Blut mit einer stabileren geistigen Leistungsfähigkeit bei Alzheimer-Risikopersonen zusammenhängt. Damit stärken sie die Annahme, dass eine ausreichende Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren – vor allem DHA und ALA – wichtig für die Gehirngesundheit im Alter sein könnte.
Auch interessant: Die Unterschiede zwischen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren
„Studien kompakt“ ist Teil meines wöchentlichen Longevity-Newsletters „Highway to Health“. Kostenlos abonnieren und vorab jeden Sonntag um 8 Uhr aktuelle Forschung zu Langlebigkeit, Fitness, Ernährung per E-Mail erhalten.
Muskel-Schnellkraft sagt Lebenserwartung besser voraus als Muskelkraft allein
Was wurde untersucht? Eine brasilianische Langzeitstudie analysierte, ob die Fähigkeit, Kraft schnell zu erzeugen – also Muskel-Schnellkraft – das Sterberisiko besser vorhersagt als pure Muskelkraft.2
Dafür wurden 3889 Männer und Frauen im Alter von 46 bis 75 Jahren aus der CLINIMEX-Bewegungsstudie zwischen 2001 und 2022 beobachtet. Die Nachbeobachtungszeit lag im Median bei 10,8 Jahren. Die Schnellkraft wurde über eine schnelle Zugbewegung, die Muskelkraft per Handkrafttest gemessen – jeweils ins Verhältnis zum Körpergewicht gesetzt.
Ergebnisse: Teilnehmer mit der niedrigsten Schnellkraft hatten ein bis zu siebenfach höheres Sterberisiko als jene mit der höchsten. Bei Männern lag das Risiko bei 5,88-fach, bei Frauen bei 6,90-fach. Die reine Muskelkraft zeigte nur geringe Unterschiede. Auch die Genauigkeit der Risikovorhersage verbesserte sich deutlich, wenn man die Schnellkraft statt der Muskelkraft berücksichtigte. Im Beobachtungszeitraum starben insgesamt 14,2 Prozent der Männer und 8,9 Prozent der Frauen.
Bedeutung: Die Studie zeigt, dass im mittleren und höheren Alter die Fähigkeit, Kraft schnell und explosiv einzusetzen, wichtiger für die Lebenserwartung sein kann als pure Stärke. Dies spricht dafür, Schnellkraft gezielt zu messen und zu trainieren – zum Beispiel durch kurze, schnelle Bewegungen im Alltag oder Trainingseinheiten.