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„Highway to Health – Studien kompakt“

Aus Granatapfel entstehender Wirkstoff stärkt Immunabwehr im mittleren Alter

Urolithin A selbst steckt zwar nicht im Granatapfel, aber die in der Frucht enthaltene Ellagsäure ist eine Quelle für die Bildung des Wirkstoffs
Urolithin A selbst steckt zwar nicht im Granatapfel, aber die in der Frucht enthaltene Ellagsäure ist eine Quelle für die Bildung des Wirkstoffs Foto: Getty Images, Wolf Lux; Collage: FITBOOK
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Nuno Alves
Chefredakteur

30. Dezember 2025, 11:02 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Die Forschung interessiert sich seit einiger Zeit sehr für Urolithin A. Dabei handelt es sich um ein sogenanntes Postbiotikum, das unsere Darmbakterien aus Pflanzenstoffen wie den im Granatapfel vorkommenden Ellagitanninen herstellen. Es ist für die Wissenschaft deshalb so spannend, weil es die Gesundheit der Mitochondrien und dadurch viele weitere Körperfunktionen verbessern kann. Eine Studie untersuchte, ob auch die Immunabwehr von Urolithin A profitiert. Die Ergebnisse machen Hoffnung, sollten aber mit Vorsicht genossen werden, da der Hersteller an der Untersuchung beteiligt war.

Was wurde untersucht? Konkret wollte das internationale Forscherteam wissen, ob der Wirkstoff die Immunfunktion im mittleren Alter stärken kann.1 An der placebokontrollierten, doppelblinden Studie nahmen 50 gesunde Erwachsene zwischen 45 und 70 Jahren teil. Sie erhielten vier Wochen lang täglich 1000 Milligramm Urolithin A oder ein Placebo. Ziel der Untersuchung war es, Veränderungen bei bestimmten Immunzellen sowie deren Energieverwertung im Blut zu messen. Auch maßen die Forscher, wie der Wirkstoff die Erneuerung der Mitochondrien beeinflusst.

Urolithin A scheint Abwehrzellen leistungsfähiger zu machen

Ergebnisse: Nach vier Wochen Einnahme von Urolithin A zeigte sich bei den Teilnehmern ein Anstieg junger Abwehrzellen, der sogenannten naiven CD8-positiven T-Zellen. Diese Zellen sind wichtig, weil sie flexibel auf neue Krankheitserreger reagieren können. Gleichzeitig wirkten sie weniger erschöpft und nutzten ihre Energie stärker aus Fetten und Aminosäuren, was auf eine bessere Funktionsfähigkeit hindeutet.

Außerdem nahm die Zahl natürlicher Killerzellen zu. Diese Zellen erkennen veränderte oder infizierte Körperzellen und können sie direkt beseitigen. Auch eine Monozytenform, die im Blut zirkuliert und frühzeitig auf Krankheitserreger reagiert, war vermehrt vorhanden.

Eine andere Gruppe von Monozyten, die normalerweise viele entzündungsfördernde Stoffe bildet, zeigte dagegen ein ruhigeres, weniger entzündliches Aktivitätsmuster. Das spricht für eine ausgeglichenere Reaktion des Immunsystems.

Wurden die Immunzellen gezielt stimuliert, produzierten die T-Zellen schneller den Botenstoff TNF, ein wichtiges Signal für eine wirksame Abwehrreaktion. Zusätzlich verbesserten sich die Fähigkeiten der Monozyten, Bakterien aktiv aufzunehmen und unschädlich zu machen.

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Bedeutung: Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Urolithin A die Immunabwehr bei Menschen im mittleren Alter kurzfristig stärken kann. Der Wirkstoff beeinflusst sowohl die Zusammensetzung der Immunzellen als auch deren Energiehaushalt positiv. Die Studie wurde teilweise von einem Unternehmen finanziert, das Urolithin A herstellt und vertreibt. Zudem handelte es sich um eine kleine Pilotstudie, die kurzfristige Effekte untersuchte. Ob sich diese Effekte langfristig bestätigen und in gesundheitliche Vorteile übersetzen lassen, muss in unabhängigen Folgeuntersuchungen geprüft werden.

Fehler entdeckt? Bitte Feedback an: highway2health@fitbook.de.

Quellen

  1. Denk, D., Singh, A., Kasler, H.G. et al. Effect of the mitophagy inducer urolithin A on age-related immune decline: a randomized, placebo-controlled trial. Nat Aging 5, 2309–2322 (2025). https://doi.org/10.1038/s43587-025-00996-x ↩︎

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