8. Dezember 2025, 10:55 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
In Europa ernähren sich immer mehr junge Menschen vegan, vegetarisch oder pescetarisch – doch wie verbreitet sind Nährstoffmängel? Eine Studie aus Schweden verglich bei 16- bis 24-Jährigen nun systematisch verschiedene Kostformen und untersuchte deren Nährstoffversorgung.
Was wurde untersucht? Eine Studie der Universität Göteborg, veröffentlicht im „European Journal of Nutrition“, untersuchte die Versorgung mit wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Schweden.1 235 gesunde Personen im Alter von 16 bis 24 Jahren ernährten sich entweder vegan, lakto-ovo-vegetarisch (mit Milch und Eiern), pescetarisch (mit Fisch) oder als Allesesser.
Sie dokumentierten ihre Ernährung an vier Tagen, beantworteten einen umfangreichen Fragebogen und gaben Blut- sowie Urinproben ab. Ziel war es herauszufinden, ob die tägliche Nährstoffaufnahme und die gemessenen Werte im Körper den Empfehlungen entsprechen.
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Mangel an Vitamin D bei Veganern besonders deutlich
Ergebnisse: Unabhängig vom Ernährungstyp zeigte sich in allen Gruppen ein erhöhtes Risiko für eine unzureichende Versorgung mit Vitamin D und Selen. Im Detail ergab sich Folgendes:
- Spezifische Mängel je nach Ernährungsform: Vegan lebende Teilnehmer hatten zusätzlich ein hohes Risiko für eine zu geringe Zufuhr von Vitamin A und Kalzium. Bei lakto-ovo-vegetarisch lebenden Jugendlichen war die Aufnahme von Vitamin B12 häufig unzureichend, während Pescetarier ein erhöhtes Risiko für eine zu geringe Kaliumzufuhr zeigten.
- Vitamin-D-Status und Jahreszeit: Die Blutwerte bestätigten bei vielen Teilnehmern einen Mangel an Vitamin D, der bei veganer Ernährung besonders ausgeprägt war. Hierbei ist wichtig einzuordnen, dass die Datenerhebung mehrheitlich im sonnenarmen Herbst und Winter stattfand.
- Widersprüchliche Jod-Werte: Jodmessungen im Urin deuteten bei Veganern, Pescetariern und Allesessern auf eine potenziell unzureichende Versorgung hin. Da die berechnete Zufuhr über die Ernährung jedoch meist als ausreichend galt, müssen diese Befunde noch weiter überprüft werden.
- Positive Eisen- und B12-Werte: Die Eisenwerte im Blut sowie die tatsächliche Wirksamkeit von Vitamin B12 (gemessen im Stoffwechsel) lagen in allen Ernährungsgruppen im Durchschnitt im Normalbereich.
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Bedeutung: Die Studie macht deutlich, dass viele junge Menschen in Schweden wichtige Nährstoffmängel aufweisen – unabhängig davon, wie sie sich ernähren. Besonders problematisch sind die zu niedrigen Werte bei Vitamin D und Selen.
Jugendliche und junge Erwachsene, die sich vegan oder vegetarisch ernähren, benötigen gezielte Informationen über sinnvolle Nahrungsergänzungsmittel und angereicherte Produkte. Da auch Jod häufig zu kurz kommt, sind weitere Untersuchungen notwendig, um die langfristigen gesundheitlichen Folgen besser einschätzen zu können.
Zwar sind die Ergebnisse aufgrund der Auswahlmethode und des hohen Frauenanteils (78 Prozent) nicht uneingeschränkt auf die Gesamtbevölkerung übertragbar. Dennoch war die Teilnehmerzahl groß genug, um die festgestellten Unterschiede zwischen den Ernährungsgruppen als statistisch belastbar einzustufen.
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