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Beobachtungsstudie

Forscher warnen! Künstliche Süßstoffe sind schlecht fürs Herz

Süßstoffe Herz: Cola
Süßstoffe sind laut Forschung keine gesunde Alternative zu ZuckerFoto: Getty Images

Eine französische Studie mit über 100.000 Probanden lässt Forscher vermuten, dass künstliche Süßstoffe und damit Cola Light und Co. auf Dauer schädlich fürs Herz sind.

Künstliche Süßstoffe schaden möglicherweise dem Herzen, warnen Forscher der Sorbonne Universität Paris. Für ihre Studie untersuchten sie die Aufnahme von Süßungsmitteln aus allen Nahrungsquellen, einschließlich Getränken, Tafelsüßen und Milchprodukten, und verglich sie mit ihrem Risiko für Herz- oder Kreislauferkrankungen, einschließlich Schlaganfall und Herzinfarkt. Dabei entdeckten sie aufschlussreiche Zusammenhänge.

Süß und keine Kalorien – doch zu welchem Preis?

Künstliche Süßstoffe sind nicht nur für Diabetiker gedacht, sondern gelten als ideale Alternative zum kalorienreichen Zucker. Sie sind in Tausenden Produkten weltweit zu finden, insbesondere in hoch verarbeiteten Lebensmitteln wie künstlich gesüßten Getränken, einigen Snacks und kalorienarmen Fertiggerichten. Die Studienlage ist gespalten. Während einige Untersuchungen ihre Harmlosigkeit bestätigen, finden andere Studien Hinweise, dass künstliche Süßstoffe Darmkrebs oder Übergewicht begünstigen können. Um mögliche weitere Gesundheitsrisiken zu untersuchen, analysierten die Forscher Daten von 103.388 Personen (Durchschnittsalter 42 Jahre; 80 Prozent weiblich), die an der webbasierten NutriNet-Santé-Studie teilnahmen.1

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37 Prozent konsumieren regelmäßig künstliche Süßstoffe

Besagte Studie wurde 2009 in Frankreich gestartet, mit dem Ziel, Zusammenhänge zwischen Ernährung und Gesundheit besser zu verstehen. Dafür notieren die Probanden akribisch genau, welche Nahrungsmittel und wie viel davon sie zu welcher Tageszeit verzehren. So zeigte sich: 37 Prozent konsumieren regelmäßig künstliche Süßstoffe. Im Schnitt verzehrten sie 42,46 Milligramm täglich, was 100 Millilitern Diätlimonade entspricht. Das ist eine vergleichbare geringe Menge, die als sicher und damit gesundheitlich unbedenklich gilt.

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Süßstoff-Konsumenten haben einen ungesünderen Lebensstil

Was den Forschern sofort auffiel: Im Vergleich zu Nicht-Konsumenten waren Personen, die überdurchschnittlich oft zu Süßstoffen greifen, tendenziell jünger, hatten einen höheren Body-Mass-Index, rauchten eher, waren weniger körperlich aktiv und befolgten eine Diät zur Gewichtsabnahme – alles Verhaltensweisen, die nicht gesund fürs Herz sind. Gleichzeitig aßen sie weniger frisches Obst und Gemüse, dafür viel Salz und rotes Fleisch. Diese Unterschiede berücksichtigten die Forscher bei ihrer Analyse gesondert, heißt es in einer Mitteilung. 2

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Künstliche Süßstoffe erhöhen das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 9 Prozent

Während der Nachbeobachtungszeit kam es zu 1502 kardiovaskulären Ereignissen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Es zeigte sich, dass Süßstoff-Konsumenten eine neun Prozent höhere Wahrscheinlichkeit aufwiesen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu entwickeln. Bei Personen, die unter Zerebrovaskulären Erkrankungen leiden (u. a. unzureichende Durchblutung des Gehirns), erhöhte sich das Risiko um 18 Prozent.

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Forscher empfehlen, auf künstliche Süßstoffe zu verzichten

Künstliche Süßstoffe sollten nicht als bedenkenlos sichere Alternative zu Zucker angesehen werden, schlussfolgern die beteiligten Forscher in der Studie. Sie empfehlen, für ein gesundes Herz möglichst auf sie zu verzichten. Kleine Einschränkung: Da es sich bei der Studie um eine Beobachtungsstudie handelt, kann weder die Ursache ermittelt noch die Möglichkeit ausgeschlossen werden, dass andere unbekannte Faktoren die Ergebnisse beeinflusst haben könnten. Obwohl weitere Studien erforderlich sind – so heißt es abschließend – stimmen ihre Erkenntnisse mit anderen Untersuchungen überein.

Haben Sie eine Frage aus dem Bereich Fitness oder Ernährung? Schicken Sie uns diese gerne zu – per Mail an info@fitbook.de. Wir wählen die interessantesten Fragen aus und beantworten sie mit Unterstützung unseres Experten-Teams und der aktuellen Studienlage. Wir sind gespannt!

Quellen

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