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Zusammenhang zwischen Kreatin aus Nahrung und Krebs? Was die Forschung zeigt

Kreatin ist vor allem in Fleisch und Fisch enthalten
Kreatin ist vor allem in Fleisch und Fisch enthalten Foto: Getty Images, Wolf Lux; Collage: FITBOOK
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Nuno Alves
Chefredakteur

24. Februar 2026, 11:01 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Kreatin ist vor allem als Nahrungsergänzungsmittel bekannt. Doch wir nehmen es auch über die Nahrung auf. Der Stoff kommt hauptsächlich in Fleisch und Fisch vor. In einer Beobachtungsstudie aus dem Jahr 2025 wollten Forscher untersuchen, ob es einen Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Kreatin über die Ernährung und Krebs gibt. Die Ergebnisse deuten auf einen statistischen Zusammenhang hin, erlauben jedoch keine Aussagen über Ursache und Wirkung.

Was wurde in der Studie untersucht?

Forscher haben Daten aus einer großen US-Gesundheitsstudie ausgewertet, um zu prüfen, ob die Menge an Kreatin aus der normalen Ernährung mit dem Auftreten von Krebserkrankungen zusammenhängt.1

Bei dem Stoff handelt es sich um eine körpereigene Substanz, die vor allem über Fleisch und Fisch aufgenommen wird und eine wichtige Rolle bei der Energieversorgung von Zellen spielt. Sie ist als Nahrungsergänzungsmittel auch bei Sportlern beliebt.

Grundlage der Analyse waren Angaben von 25.879 Erwachsenen ab 20 Jahren aus der Gesundheitsstudie NHANES aus den Jahren 2007 bis 2018. Die Teilnehmer gaben an zwei verschiedenen Tagen detailliert an, was sie gegessen hatten. Aus diesen Angaben wurde die durchschnittliche Kreatinaufnahme berechnet. Zusätzlich wurde erfasst, ob sie jemals angegeben hatten, dass bei ihnen eine Krebserkrankung diagnostiziert worden war.

Bei der Auswertung berücksichtigten die Forscher zahlreiche Einflussfaktoren, darunter Alter, Geschlecht, Körpergewicht (BMI), Rauchverhalten, Alkoholkonsum, körperliche Aktivität sowie mehrere Vorerkrankungen und bestimmte Blutwerte.

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Die Ergebnisse

In der Gesamtgruppe zeigte sich ein statistisch signifikanter, aber moderater Zusammenhang: Menschen mit höherer Kreatinaufnahme aus der Ernährung gaben seltener an, jemals an Krebs erkrankt zu sein, als Menschen mit niedriger Aufnahme. Im Vergleich der Gruppen mit sehr niedriger und sehr hoher Aufnahme lag der Anteil bei rund 11 von 100 Personen gegenüber etwa 9 von 100 Personen.

Der Zusammenhang war jedoch nicht in allen Gruppen gleich ausgeprägt:

  • Bei Männern zeigte sich der Zusammenhang deutlicher als bei Frauen.
  • Bei übergewichtigen Personen war eine höhere Aufnahme von Kreatin ebenfalls mit selteneren Krebserkrankungen verbunden.
  • Bei älteren Erwachsenen zeigte sich der Zusammenhang vor allem im höchsten Bereich der Kreatinaufnahme.
  • Bei untergewichtigen Personen zeigte sich dagegen ein umgekehrter Zusammenhang: Hier traten Krebserkrankungen bei höherer Kreatinzufuhr häufiger auf. Die Autoren vermuten, dass in dieser kleinen Gruppe Faktoren wie Mangelernährung oder bestehende Erkrankungen eine Rolle spielen könnten.

Unabhängig von der Ernährung nahm die Häufigkeit von Krebserkrankungen mit dem Alter stark zu. Ältere Erwachsene waren deutlich häufiger betroffen als junge Erwachsene.

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Was bedeutet die Studie?

Die Studie zeigt einen statistischen Zusammenhang zwischen einer höheren Kreatinaufnahme aus Lebensmitteln und seltener berichteten Krebserkrankungen. Sie kann jedoch nicht belegen, dass Kreatin Krebs vorbeugt.

Wichtig ist auch: Erfasst wurde ausschließlich Kreatin aus der normalen Ernährung, nicht aus Nahrungsergänzungsmitteln. Zudem handelt es sich um eine Beobachtungsstudie. Denkbar ist daher auch, dass Menschen nach einer Krebsdiagnose ihren Fleisch- und Fischkonsum reduzieren und dadurch im Nachhinein niedrigere Kreatinwerte aufweisen.

Die Autoren betonen, dass weitere langfristige Studien nötig sind, um zu klären, ob Kreatin selbst eine schützende Rolle spielt oder ob die beobachteten Zusammenhänge eher Ausdruck eines insgesamt anderen Ernährungs- oder Gesundheitsverhaltens sind.

Fehler entdeckt? Bitte Feedback an: highway2health@fitbook.de.

Quellen

  1. Jiang, J., Zhao, H., Chen, J., Du, J., Ni, W., Zheng, B., Wu, J., & Xiao, C. (2025). The association between dietary creatine intake and cancer in U.S. adults: insights from NHANES 2007-2018. Frontiers in nutrition, 11, 1460057. https://doi.org/10.3389/fnut.2024.1460057 ↩︎

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