20. Juli 2026, 20:14 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Kaffee ist für viele Menschen fester Bestandteil des Alltags. Doch macht es für die biologische Alterung einen Unterschied, ob Filterkaffee oder Instantkaffee getrunken wird? Eine große Auswertung der UK Biobank liefert Hinweise darauf, dass die Zubereitungsart tatsächlich eine Rolle spielen könnte.
Filterkaffee mit Vorteilen
Die Forscher wollten herausfinden, ob verschiedene Kaffeezubereitungen unterschiedlich mit der biologischen Alterung zusammenhängen. Dafür verglichen sie Instantkaffee, Filterkaffee und andere Kaffeearten. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „npj Science of Food“ publiziert.
Herausgekommen ist, dass Filterkaffee mit Biomarkern verbunden war, die auf eine langsamere biologische Alterung hindeuten. Für Instantkaffee bzw. löslichen Kaffee zeigte sich dagegen der umgekehrte Zusammenhang. Andere Kaffeearten standen nicht in einem statistisch signifikanten Zusammenhang mit den untersuchten Alterungsmarkern.
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So lief die Studie ab
Für die Studie werteten Forscher die Daten von 49.414 Teilnehmern der UK Biobank aus, einer großen britischen Gesundheitsdatenbank. Das Durchschnittsalter lag bei 56,4 Jahren, 44,3 Prozent der Teilnehmer waren Frauen. Die Teilnehmer gaben an, welche Kaffeeart sie überwiegend tranken und wie viele Tassen sie täglich konsumierten.1
Anschließend verglichen die Forscher diese Angaben mit drei etablierten Biomarkern der biologischen Alterung, die sowohl zelluläre als auch allgemeine Alterungsprozesse im Körper abbilden. Um den Einfluss anderer Faktoren möglichst gering zu halten, berücksichtigten sie unter anderem Alter, Geschlecht, Rauchen, Alkoholkonsum, körperliche Aktivität, Body-Mass-Index sowie Zusätze wie Milch oder Zucker im Kaffee. Ziel der Studie war es, herauszufinden, ob verschiedene Kaffeezubereitungen unterschiedlich mit der biologischen Alterung zusammenhängen.
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Die Dosis macht einen Unterschied
Je mehr Instantkaffee konsumiert wurde, desto stärker fielen die Hinweise auf eine beschleunigte biologische Alterung aus. Umgekehrt zeigte sich bei Filterkaffee ein dosisabhängiger Zusammenhang: Mit steigender Trinkmenge waren die Alterungsmarker im Durchschnitt günstiger. Interessant ist dabei das Ausmaß: Während Instantkaffee die Alterung nur minimal beschleunigte, war der schützende Effekt von Filterkaffee deutlich stärker spürbar.
Auch die Telomerlänge, ein häufig genutzter Marker für die biologische Alterung von Zellen, sprach für diesen Zusammenhang. Filterkaffee war mit längeren Telomeren verbunden, Instantkaffee dagegen mit kürzeren (kürzere Telomere deuten auf eine schnellere Alterung hin).
Zusätzliche Analysen zeigten, dass die Ergebnisse auch dann bestehen blieben, wenn Teilnehmer mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs oder Diabetes ausgeschlossen wurden. Auch Faktoren wie Zucker, Süßstoffe, Milchzusätze, entkoffeinierter Kaffee oder die gesamte Kalorienzufuhr veränderten die beobachteten Zusammenhänge kaum. Zudem deuten die Daten darauf hin, dass Entzündungs- und Stoffwechselprozesse beteiligt sein könnten: Die Marker GlycA (Entzündungsmarker im Blut), Cystatin C (Marker für die Nierenfunktion) und der Grundumsatz erklärten einen Teil der beobachteten Zusammenhänge.
Stärken und Schwächen der Studie
Zu den Stärken der Studie zählen die große Teilnehmerzahl, die Nutzung der umfangreichen UK-Biobank-Daten sowie die Berücksichtigung zahlreicher möglicher Einflussfaktoren. Zudem bewerteten die Forscher die biologische Alterung mithilfe mehrerer etablierter Biomarker.
Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, lassen sich keine Ursache-Wirkungs-Beziehungen nachweisen. Außerdem beruhen die Angaben zum Kaffeekonsum auf Selbstauskünften der Teilnehmer und können daher ungenau sein. Trotz statistischer Anpassungen könnten weitere, nicht erfasste Einflussfaktoren die Ergebnisse beeinflusst haben. Darüber hinaus bestand die Studienpopulation fast ausschließlich aus Menschen europäischer Herkunft, wodurch die Übertragbarkeit auf andere Bevölkerungsgruppen eingeschränkt ist.