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Fun Fact

Alle Säugetiere über 3 Kilo brauchen gleich lange, um ihre Blase zu entleeren

Mensch und Hund, Toilette
Säugetiere über drei Kilo – und damit auch Menschen und viele Hunde – brauchen immer gleich lang, um ihre Blase zu entleeren Foto: Getty Images

21 Sekunden dauert es, bis die Blase entleert ist – und das bei allen Säugetieren mit einem Gewicht von mehr als drei Kilogramm. Das hat eine Studie aus den USA ergeben. Was bedeutet diese Erkenntnis für den Menschen?

Elefanten, Hunde, Kühe, Wale – sie alle benötigen ziemlich genau die gleiche Zeit, um die Blase zu entleeren. Diesen schrägen Fakt haben Wissenschaftler aus den USA in einer Studie mit Zoo-Tieren herausgefunden. Und das könnte Rückschlüsse auf den Menschen zulassen und z. B. neue Erkenntnisse in Bezug auf Harnwegserkrankungen liefern.

Blase entleeren dauert 21 Sekunden

Der Biologe David L. Hu vom US-amerikanischen Georgia Institute of Technology hat bereits vor Jahren gemeinsam mit Kollegen herausgefunden, dass jedes Säugetier ab einem Körpergewicht von drei Kilogramm 21 Sekunden lang braucht, um seine Blase zu entleeren (bei einer Standardabweichung von ± 13 Sekunden). Die Studie wurde 2014 in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (kurz: PNAS) veröffentlicht.1

Die Forscher hatten im Zoo von Atlanta 16 Tiere verschiedener Größen beim Urinieren gefilmt und weitere 28 Tiervideos von YouTube in ihre Studie mit einbezogen. Dabei stellten sie fest, dass die Größe des Tiers und seines Harntrakts in Bezug auf die Urinier-Dauer keine Rolle spielt. Das Körpergewicht musste allerdings mindestens drei Kilogramm betragen, damit die Tiere einen Urinstrahl bildeten, um ihre Blase zu entleeren. Bei kleineren Tieren – wie etwa Fledermäuse oder Nagetiere – tröpfelt es hingegen nur.

Harnröhrenlänge und Schwerkraft entscheidend

Dennoch erscheint es ungewöhnlich, dass ein Elefant genauso lange brauchen soll wie zum Beispiel eine Katze, um seine Blase zu entleeren. Laut den Forschern fasst eine Elefantenblase 18 Liter, die einer Katze hingegen gerade mal fünf Milliliter Flüssigkeit. Doch beide brauchen eben nahezu gleich lange (22 vs. 18 Sekunden) und urinieren etwa fünf bis sechs Mal pro Tag.

Auch interessant: Wie oft am Tag sollte man urinieren „müssen“?

Die Wissenschaftler erklären in der Studie: „Größere Tiere haben längere Harnröhren und daher einen größeren hydrostatischen Druck, der den Fluss antreibt.“ Ein höherer Druck führe demnach zu höheren Durchflussraten, wodurch die erheblich größeren Blasen großer Tiere in der gleichen Dauer wie die ihrer viel kleineren Gegenstücke entleert werden können. Einfach gesagt: Je voller und schwerer eine Blase, umso größer der Druck und damit die Strömungsgeschwindigkeit bzw. der Abfluss.

Studie könnte bei der Bekämpfung von Harnwegsproblemen helfen

Laut Hu und seinen Kollegen beruhen viele urologische Studien auf Tiermodellen mit Ratten oder Schweinen. Deren Urinphysik sowie der Zusammenhang zum Menschen sei jedoch bislang kaum verstanden. Die Forscher hoffen, dass dank der Ergebnisse ihrer Studie Harnwegserkrankungen bei größeren Tieren und in Folge auch bei Menschen besser diagnostiziert werden können.

Quelle