17. März 2026, 4:04 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Wenn die Nase dicht ist, der Husten festsitzt und jeder Atemzug schwerfällt, verspricht ein Inhalator Erleichterung. Doch wie viel bringt ein Inhalator wirklich im akuten Krankheitsfall? Für FITBOOK habe ich drei beliebte Geräte getestet – nicht im Labor, sondern mitten im Erkältungsalltag, mit überraschend klaren Ergebnissen.
Das Wichtigste in Kürze
- Für Nase und Rachen kann eine Dampfinhalation reichen, wenn es eher um Befeuchtung und Schleimlösen geht.
- Für die unteren Atemwege brauchen Sie meist einen Vernebler, weil ein warmes Dampfwölkchen oft nicht tief genug kommt.
- Das Mundstück oder die Maske entscheiden darüber, wo der Nebel landet, und damit auch, ob Sie am Problem vorbeiinhalieren.
- Reinigen Sie das Inhaliergerät regelmäßig, sonst züchten Sie sich Keime direkt ins Zubehör.
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So habe ich getestet
Ich habe die Inhaliergeräte nicht im Labor, sondern im Alltag während einer Erkältung und beginnender Bronchitis über zwei Wochen getestet. Entscheidend war nicht nur, ob sie mir bei meinen Beschwerden Erleichterung verschafften, sondern auch, wie einfach sie sich im kranken Zustand aufbauen, bedienen und reinigen lassen.
Wichtig waren mir ein schneller Aufbau, eine verständliche Handhabung sowie der Komfort bei der Anwendung – etwa Sitz von Maske oder Nasenstück, Handlichkeit und Lautstärke im Betrieb. Natürlich sollten die Geräte effizient arbeiten, um eine spürbare Erleichterung der Erkältungssymptome zu bewirken. Dabei spielt vor allem die Vernebelungsleistung eine Rolle. Sie kann die Inhalationszeit verkürzen und Wirkstoffe besser in die Atemwege transportieren.
Testsieger im Praxischeck: Beurer IH 28 Pro
Der Beurer IH 28 Pro überzeugt im Alltagstest vor allem durch seine Zuverlässigkeit und hohe Vernebelungsleistung, wodurch die Inhalationszeit vergleichsweise kurz ist. Das Gerät ist robust verarbeitet und wird mit umfangreichem Zubehör geliefert, das sich praktisch im Gerät verstauen lässt. Die weichen Silikonmasken und Nasenaufsätze sind auch bei gereizten Schleimhäuten angenehm.
Nachteile sind die hohe Lautstärke, die die Nutzung eher ungeeignet für nachts macht, sowie die Größe und das Gewicht, wodurch das Gerät nur stationär genutzt werden kann. Insgesamt eignet es sich jedoch gut als leistungsstarker Inhalator für zu Hause.
Kompakt, aber unbequem: Medisana IN 500
Der Medisana IN 500 ist kompakter und handlicher als der Beurer und lässt sich leichter verstauen. Technisch arbeitet er zuverlässig und wird mit umfangreichem Zubehör geliefert.
Allerdings schwächelt das Gerät beim Anwendungskomfort: Das Nasenstück ist hart, und auch die Maske sitzt durch den drahtigen Bügel weniger angenehm – besonders bei gereizter Nase. Dadurch wirkt die Nutzung im Alltag weniger komfortabel. Insgesamt ist der Medisana ein funktionales, kompaktes Gerät, kann beim Komfort aber nicht mit Konkurrenzmodellen mithalten.
Die 9 besten Inhalatoren für freie Atemwege im Vergleich
Was ist beim Inhalieren zu beachten?
Leise Idee, schwache Umsetzung: AU YAT Inhalationsgerät
Das AU YAT Inhalationsgerät wirkt auf dem Papier ideal: Es ist leicht, kompakt, kabellos und sehr leise, also praktisch für die Nutzung im Bett oder unterwegs.
Im Alltagstest enttäuschte es jedoch: Die Vernebelungsleistung ist schwach, wodurch die Anwendung lange dauert und kaum Wirkung spürbar ist. Zudem zeigte das Gerät mangelnde Verarbeitung. Nach nur vier Anwendungen brach die Halterung des Mundstücks, wodurch es unbrauchbar wurde.
Trotz des relativ günstigen Preises überzeugt das Gerät daher nicht in Leistung und Haltbarkeit und ist für den regelmäßigen Einsatz kaum empfehlenswert.
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Das sagt ein Experte zum Inhalieren
„Inhalieren kann sinnvoll sein, wenn Schleimhäute in der Nase oder in den oberen Luftwegen geschwollen sind, etwa in den Bronchien“, erklärte Dr. med. Arndt Möllers, Hals-Nasen-Ohren-Arzt aus Münster, auf eine frühere FITBOOK-Nachfrage. Als reine Vorsorgemaßnahme bringe es dagegen wenig, immer wieder ohne konkreten Anlass zum Inhalator zu greifen.
Achtung: Wenn Beschwerden in den Nebenhöhlen oder Atemwegen bereits in eine ausgeprägte (entzündliche) Erkältung übergegangen sind, sollte man aufs Inhalieren aber besser verzichten. Durch die stärkere Durchblutung und die zusätzliche Reizung kann sich der Verlauf dann nämlich ungünstig entwickeln und eine Entzündung unter Umständen noch verstärken.
Bei nur leichter Verstopfung der Nebenhöhlen rät der Mediziner zu warmem Wasserdampf. Er könne festsitzenden Schleim lösen und dabei helfen, dass die Schleimhäute sich besser öffnen. Ob man dem Wasser etwas beimischt, ist eher eine Frage der persönlichen Vorlieben, sollte aber vorher mit einem HNO-Arzt abgestimmt werden. Möllers rät dazu, das Wasser kräftig mit Salz anzureichern. „Kamille kann Augen und Atemwege reizen“, warnt er. Grundsätzlich wird Kamille jedoch, ebenso wie Eukalyptusöl und ähnliche Zusätze, häufig als wohltuend empfunden.



