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Forscher sprechen von „großer Entdeckung“

Der Effekt von zwei Büchsen Ölsardinen pro Woche bei Prädiabetes

Diabetes verhindern
Sardinen enthalten eine geniale Nährstoff-Kombination, die möglicherweise den Ausbruch der gefürchteten Zuckerkrankheit verhindern kannFoto: Getty Images

Aus einer diagnostizierten und unbehandelten Prädiabetes entwickelt sich mit hoher Wahrscheinlich eine echte Diabetes. Nun fanden Forschende der Universität Oberta de Catalunya heraus, dass der reichliche und regelmäßige Verzehr von Ölsardinen diese Entwicklung offenbar verhindern kann.

Die gesundheitlichen Vorteile von Sardinen und fettem Fisch sind allgemein bekannt und zudem gut untersucht. So hilft der Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren nachweislich den Cholesterinspiegel zu senken, was wiederum die Entstehung von Herz-Kreislauf-Krankheiten vorbeugt. Nun machten Forschende der Universität Oberta de Catalunya in Barcelona eine weitere interessante Entdeckung: Der regelmäßige Verzehr von Sardinen könne womöglich einen drohenden Ausbruch von Diabetes verhindern. Das gilt in dem Fall für Menschen, bei denen bereits Prädiabetes diagnostiziert wurde.

Studienaufbau

Für die Studie rekrutierten das Forscher-Team 152 Personen mit einer diagnostizierten Diabetes-Vorstufe (Blutzuckerspiegel zwischen 100 und 124 Milligramm pro Deziliter). Unbehandelt entwickelt sich mit einer Wahrscheinlichkeit von fast 40 Prozent ein Diabetes Typ 2. Um herauszufinden, welche Ernährungsumstellung das Risiko am meisten mindert, bekamen alle Teilnehmenden eine spezielle Diät verordnet. Für eine Gruppe bedeutete das zusätzlich 200 Gramm Sardinen in Olivenöl pro Woche. Ihnen wurde zudem geraten, die gesamte Sardine zu essen, ohne die Knochen zu entfernen.

Ergebnisse: Wie beeinflussen zwei Büchsen Sardinen pro Woche das Diabetes-Risiko?

Nach einem Jahr zeigten die Untersuchungen signifikante Unterschiede in beiden Gruppen. Die Ergebnisse wurden nun im Fachblatt „Clinical Nutrition“ veröffentlicht. Das Diabetes-Risiko der Sardinen-Gruppe sank auf beachtliche acht Prozent ab, bei der anderen Gruppe nur auf 22 Prozent. Das hieße: Eine simple Ernährungsumstellung plus 200 Gramm Sardinen wöchentlich könnte bei Menschen mit Prädiabetes einen Beitrag dazu leisten, Diabetes Typ 2 zu verhindern.

Was ist der Grund für diese erstaunliche Wirkung? Bei Sardinen soll es die einzigartige Kombination der Nährstoffe Taurin, Omega 3, Vitamin D und Kalzium sein, welche für die starke Schutzwirkung sorgt.

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Nahrungsergänzungsmittel haben nicht den gleichen Effekt

Das bedeutet aber keinesfalls, dass diese Nährstoffe in Form von Nahrungsergänzungsmitteln den gleichen Effekt haben, erklärt Studienautorin Prof. Diana Rizzolo in der Universitäts-Pressemitteilung: „Ihre Wirkung ist komplexen Synergien zwischen dem Lebensmittel und dem menschlichen Organismus zu verdanken. Das funktioniert nicht, wenn Sie die gleichen Nährstoffe isoliert in Pillenform einnehmen.“

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Preis und Nachhaltigkeit sprechen ebenfalls für Sardinen

Rizzlo sieht noch weitere Vorteile, Sardinen zur Diabetes-Prävention regelmäßig in den Speiseplan einzubauen: „Sardinen sind erschwinglich, fast überall erhältlich, allgemein beliebt und zudem ein sicheres Lebensmittel. Und sie tragen offenbar auf umkomplizierte Weise dazu bei, Diabetes zu verhindern. Dies ist eine große wissenschaftliche Entdeckung.“

Laut dem WWF sind Sardinen auch in puncto Nachhaltigkeit eine gute Wahl. Sie sind eine sich schnell vermehrende Fischart und dadurch weniger anfällig für Überfischung. Achten Sie beim Einkauf trotzdem genau aufs Etikett. Einzig Sardinen aus dem Mittelmeer gelten als problematisch.

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Diabetes-Vorstufe bleibt oft lange unentdeckt

Parallel zu der Sardinen-Studie schlugen Ärzt*innen bei der vergangenen 70. Jahrestagung des American College of Cardiology Alarm. So sei es wichtiger denn je, über das Risiko von Prädiabetes umfassender aufzuklären. Die Diabetes-Vorstufe bleibt oft lange unentdeckt, da zunächst keine Symptome auftreten. Aktuellen Daten zufolge entwickeln sich bei fast jedem fünften Betroffenen innerhalb weniger Jahre schwerwiegende Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Umso bedeutender ist es, riskante Lebens- und Ernährungsgewohnheiten selbst bei gefühlt bester Gesundheit so früh wie möglich anzupassen, heißt es.