Bild.de Hier geht es zurück zu Bild.de
Gesundheitspartner
von FITBOOK

Zeitumstellung

Körper an die Winterzeit gewöhnen – Tipps vom Experten

Zeitumstellung Winterzeit
Mit der Zeitumstellung haben viele Menschen körperlich und auch psychisch zu kämpfenFoto: Getty Images

Dass die Tage kürzer werden, beeinflusst unseren Schlaf-Wach-Rhythmus. Kein Wunder, dass viele Menschen mit der Umstellung auf die Winterzeit Schwierigkeiten haben – sie fühlen sich schlapp, haben Einschlafprobleme und Konzentrationsschwäche. FITBOOK erklärt, wie man den Körper bestmöglich auf die Herausforderung vorbereitet.

Bereits kleine Schwankungen im biologischen Rhythmus können sich auf unsere körperliche Verfassung auswirken. Und wenn die Tage kürzer werden verändert sich bei Menschen der Schlaf-Wach-Rhythmus spürbar. Das passiert spätestens mit der Zeitumstellung auf Winterzeit am Sonntag, 25. Oktober 2020, wenn in der Nacht die Uhren von 3 Uhr auf 2 Uhr zurückgestellt werden. Der Organismus benötigt eine Weile, sich an die Veränderungen anzupassen; bei manchen genügen vier Tage, bei anderen dauert es bis zu zwei Wochen.

Häufige Beschwerden nach Zeitumstellung sind Müdigkeit und Einschlafprobleme

Wie sehr Menschen teils mit der Zeitumstellung zu kämpfen haben zeigt auch eine aktuelle repräsentative Umfrage der Krankenkasse DAK. Hierbei gaben knapp ein Drittel der Befragten an, nach der Zeitumstellung an körperlichen oder psychischen Problemen zu leiden. Mehr als drei Viertel der Befragten, die bereits Probleme nach der Zeitumstellung hatten, fühlten sich dabei schlapp und müde. Eine weitere häufige Beschwerde sind Einschlafprobleme und Schlafstörungen, unter denen insgesamt 59 Prozent der Befragten litten. 37 Prozent klagten über Konzentrationsschwierigkeiten und mehr als ein Viertel fühlte sich gereizt. Jeder zehnte Umfrageteilnehmer litt sogar schon unter depressiven Verstimmungen nach einer Zeitumstellung.

Zeitumstellung auf Winterzeit – eine Herausforderung für den Körper

Zum Glück gibt es aber Tricks, besser mit der Zeitumstellung umzugehen. Doch dazu sollte man zunächst verstehen, was im Körper passiert.

Auf den Schlaf-Wach-Rhythmus haben vor allem die Lichtverhältnisse, die sich mit der Zeitumstellung auf Winterzeit verändern, einen entscheidenden Einfluss. Blaues Licht macht wach. Wechselt das Spektrum Richtung Abend eher zu Gelb- und Rottönen, werde Melatonin ausgeschüttet, man wird müde. Und im Winter sind die dunklen Stunden in der Überzahl.

Auch interessant: Was Sie über das Schlafhormon Melatonin wissen müssen

Für die innere Uhr hat der Tag mehr als 24 Stunden

„Die innere Uhr im Gehirn geht ein bisschen nach“, erklärt Dr. Alfred Wiater, Schlafmediziner und Vorstandsreferent der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM). Ginge es danach, müsste der Tag etwas länger sein als 24 Stunden. Über das Licht könne das von außen reguliert werden. Ein Faktor im Körper sei Hypokretin, ein Hormon, das das Schlaf-Wach-Verhalten beeinflusst. Ein Mangel führe zur Schlafkrankheit Narkolepsie und zu Appetitlosigkeit. Hypokretin macht wach, treibt die Nahrungsaufnahme an und wirkt aufs Belohnungssystem, so Wiater. „Das könnte eine mögliche Erklärung sein, warum Tiere aus dem Winterschlaf erwachen.“

Tipps, um den Körper nach der Zeitumstellung an die Winterzeit zu gewöhnen

Um trotzdem voll konzentriert und einsatzbereit zu sein, empfiehlt Wiater, sich tagsüber viel draußen aufzuhalten: „Da ist die Lichtintensität höher, man kann besser wach bleiben.“ Gleichzeitig sei an der frischen Luft auch der Ort, an dem man seine Einschlafprobleme lindern könne. Wie der Somnologe erklärt, regt körperliche Aktivitäten den Kreislauf und Stoffwechsel an, damit man abends auch müde ist und bereit zu schlafen.

Manchen kann es zur besseren Gewöhnung helfen, seinen täglichen Routinen – Mahlzeiten und Zubettgehzeiten beispielsweise – in Vorbereitung auf die Zeitumstellung Schritt für Schritt nach hinten zu verschieben. Der Körper kommt so schneller in den neuen Rhythmus.