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Studie mit Mäusen

Wie Sport einer nichtalkoholischen Fettleber vorbeugen kann

Computer-Illustration einer Leber
Wer regelmäßig Sport treibt, senkt sein Risiko, eine nichtalkoholische Fettleber zu entwickelnFoto: Getty Images

Eine Fettleber entsteht nicht nur durch Alkoholmissbrauch, sondern eher durch zu viel Essen. Man spricht dann von nichtalkoholischer Fettleber. Das kann zu schwerwiegenden Folgen wie Typ-2-Diabetes, Leberzirrhose und kardiovaskulären Krankheiten führen. Eine deutsche Studie hat jetzt gezeigt, wie regelmäßiger Sport vor einer Fettleber und den damit verbundenen Erkrankungen schützen kann.

Viele Menschen bringen eine Fettleber und die daraus resultierende Leberzirrhose vermutlich mit einer Alkoholsucht in Verbindung. Doch laut Wissenschaftlern des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) leidet jeder vierte Mensch weltweit an einer nichtalkoholischen Fettleber, kurz NAFLD.1 Man bezeichnet dies auch als metabolische Lebererkrankung (MAFLD). In einer Studie haben deutsche Forscher nun gezeigt, wie regelmäßiger Sport vor einer Fettleber und den gefährlichen Folgen schützen kann.

Wie entsteht eine nichtalkoholische Fettleber?

Man unterscheidet zwischen einer durch Alkohol bedingten Fettleber (AFLD) und einer nichtalkoholisch bedingten Fettleber (NAFLD). Während also im ersten Fall starker Alkoholkonsum dafür verantwortlich ist, entsteht die NAFLD durch eine übermäßige Kalorienaufnahme bei gleichzeitig mangelnder Bewegung. In beiden Fällen führt das zur Fettablagerung in der Leber und später auch zur Schädigung der Mitochondrien, die für den Energiestoffwechsel entscheidend sind. Somit erhöht eine Fettleber das Risiko für Stoffwechselkrankheiten wie Typ-2-Diabetes, aber auch für Leberzirrhose und kardiovaskuläre Krankheiten.

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Laut dem Klinikum für Ernährungsmedizin der TU München spricht man von einer NAFLD, wenn mehr als fünf Prozent der Leberzellen Fett eingelagert haben.2 Diese Faktoren können insbesondere in Kombination miteinander zu einer nichtalkoholischen Fettleber führen:

  • hohe Kalorienaufnahme
  • Übergewicht (erhöhter Bauchumfang)
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Insulinresistenz beziehungsweise Diabetes mellitus
  • geringe körperliche Aktivität

Warum hilft Sport gegen eine Fettleber?

Starke körperliche Aktivität gilt neben einer gesunden Ernährung als einer der Schlüsselfaktoren, um etlichen Krankheiten vorzubeugen. Das trifft wohl auch auf die nichtalkoholische Fettleber zu. So führt insbesondere die Kombination aus mangelnder Bewegung, hoher Kalorienaufnahme und Übergewicht zu der Einlagerung von Fett in der Leber. Offensichtlich reicht es schon, mehr Sport zu treiben, um eine NAFLD zu vermeiden. Zu genau diesem Schluss kommt eine Studie des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) in Zusammenarbeit mit dem Helmholtz-Zentrum München sowie dem Universitätsklinikum Tübingen.3

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In der Studie bekamen Mäuse über einen Zeitraum von sechs Wochen eine energiereiche Nahrung. Sie waren in zwei Gruppen unterteilt: Während die eine Gruppe keine zusätzliche Bewegung hatte, bekam die andere Gruppe regelmäßiges Laufbandtraining. Nach sechs Wochen untersuchten dann die Forscher die Lebern und Muskeln der Tiere. So fanden die Wissenschaftler heraus, dass durch das Training wichtige Enzyme des Glukose- und Fruktose-Abbaus sowie des Stoffwechsels in den Mitochondrien reguliert werden. Das führe dazu, dass weniger Fett in der Leber gespeichert wird und somit das Risiko für eine NAFLD sinkt. Auch wurde eine erhöhte Atmungskapazität der Skelettmuskeln beobachtet, was den Stoffwechsel der Leber entlastet.

Die Ergebnisse zeigen, „wie durch regelmäßige körperliche Aktivität gleichzeitig viele, kleine Veränderungen an zentralen Schaltstellen des Metabolismus stattfinden, was durch eine Monotherapie nicht erreicht werden kann“, sagt die DZD-Wissenschaftlerin Prof. Dr. Cora Weigert. Unter einer Monotherapie versteht man die Behandlung einer Krankheit mit einem einzelnen Arzneimittel. So zeigt die Studie auch, wie stark und komplex der Einfluss von Sport und körperlicher Bewegung auf die Gesamtgesundheit des Menschen ist.

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