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Studie

Frühstück oder Abendessen – auf welche Mahlzeit man für ein längeres Leben verzichten sollte

Junges Paar beim Frühstück in einem Diner
Der zeitweise Verzicht auf Nahrung hat viele gesundheitliche Vorteile. Wer länger leben will, sollte lieber frühstücken gehen, als sich zum Dinner verabredenFoto: Getty Images

Intervallfasten gilt als gesundheitsfördernd und erhöht die Chance auf ein längeres Leben – doch auf welche Mahlzeit sollte verzichtet werden? Eine neue Studie hat Antworten.

Die Formel für ein längeres Leben ist laut zahlreichen Studien denkbar einfach: Eine gesunde Ernährung, verbunden mit einer leichten Kalorienbeschränkung, eingebettet in ein bestimmtes Essenszeitfenster. Eine neue Studie des Southwestern Medical Center der University of Texas hat jetzt herausgefunden, auf welche Mahlzeit verzichtet werden sollte, um länger zu leben.

Studie mit Mäusen zum Thema Ernährung und Langlebigkeit

Mäuse werden normalerweise circa zwei Jahre alt. Das macht sie zu perfekten Kandidaten, um zu ermitteln, mit welchen einfachen Ernährungsinterventionen sich ihr kurzes Lebens verlängern lässt. Über einen Zeitraum von vier Jahren probierten die Wissenschaftler verschiedene Strategien an Hunderten Mäusen aus. Die Ergebnisse wurden aktuell im Fachmagazin „Science“ veröffentlicht.1 Eine erste Erkenntnis: Allein eine leicht kalorienreduzierte Ernährung bescherte den Tieren eine zehn Prozent längere Lebenszeit. Dies gilt übrigens auch für den Menschen, wie Anfang des Jahres eine Studie aus Yale herausgefunden hat (FITBOOK berichtete). Hier zeigte sich, dass nur 14 Prozent weniger Kalorien täglich ausreichen, um „Anti-Aging-Prozesse“ in den Zellen zu aktivieren.

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Länger Leben durch Verzicht auf späte Mahlzeit

Beim Intervallfasten darf in der Regel innerhalb eines Zeitfensters von 8 Stunden gegessen werden, während die restlichen 16 Stunden gefastet wird. Das bedeutet: auf eine der üblichen drei Hauptmahlzeiten gilt es zu verzichten. Die meisten Menschen entscheiden sich, das Frühstück wegzulassen, weil es leichter fällt. Im Falle der Mäuse offenbarte sich: Wenn man sie ausschließlich zu ihrer aktivsten Zeit – in ihrem Fall nachts – füttert, verlängerte sich ihr Leben um 35 Prozent. Sie gewannen demnach beachtliche neun Monate hinzu. „Für Menschen würde ein analoger Plan das Essen auf die Tageszeit beschränken“, heißt es in einer Universitätsmitteilung.2 Das bedeutet: Den Tag mit einem herzhaften Frühstück starten, darauf ein vollwertiges Mittagessen und später ohne Abendbrot ins Bett.

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Weniger essen zur richtigen Zeit

Das Forscherteam bezeichnet seine Studie als „vielversprechend und wegweisend.“ So kommt es nicht nur darauf an, was und wie viel wir essen, sondern vor allem wann. Bislang bekannte Experimente an Tieren und Menschen berichten von Gewichtsverlust, verbesserter Glukoseregulation, niedrigerem Blutdruck und reduzierter Entzündung.  Wissenschaftler beginnen gerade erst zu verstehen, wie Kalorienrestriktion das Altern auf zellulärer und genetischer Ebene verlangsamt. Je älter ein Tier oder ein Mensch wird, desto aktiver werden Entzündungsgene. Essen wir aber zu unserer aktivsten Tageszeit – also ausschließlich morgens und mittags – scheint der Verzicht auf nächtliche Mahlzeiten den Alterungsprozess der Zellen extrem zu verlangsamen.

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Lässt sich unsere innere Uhr mit einer Pille verstellen?

Von allen Mahlzeiten ist wohl das Abendessen das, worauf die wenigsten verzichten wollen – auch nicht, um länger zu leben. Daher erhofft sich der leitende Autor Prof.  Joseph Takahashi, dass sich das Problem schon bald mit einer Art „Cheat-Pille“ lösen lässt: „Wenn wir ein Medikament finden, das die innere Uhr verändern kann, können wir es im Labor testen und sehen, ob es die Lebensdauer verlängert.“ Allerdings: Die Bewohner der „Blue Zones“ (Regionen, in denen Menschen besonders alt werden) essen gerne lang, ausgiebig und spät zu Abend (FITBOOK berichtete). Der jung haltende Effekt von Genuss und Geselligkeit darf demnach ebenso nicht unterschätzt werden.

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