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US-Studie

Was Zungenfett mit nächtlichen Atemaussetzern zu tun hat

Mann streckt Zunge raus
Wussten Sie, dass man auch an der Zunge zu- und abnehmen kann?
Foto: Getty Images

Zungenfett kann laut einer neuen Studie Hauptgrund für nächtliches Schnarchen, Nach-Luft-Schnappen oder gar Atemaussetzer sein. Wer ist besonders gefährdet? Und wie können Betroffene ihre Zungengröße reduzieren?

Die Behandlung von gefährlichen nächtlichen Atemaussetzern, auch Schlafapnoe genannt, ist umständlich: Zwar gibt es verschiedene Geräte auf dem Markt, die eine Therapie versprechen, doch oft sind diese zu teuer und unhandlich. Außerdem ist der Erfolg nicht gewährleistet. Effektiver wäre die Behandlung der Ursache von Schlafapnoe. Dabei spielt Übergewicht eine wichtige Rolle und damit zusammenhängend auch das Zungenfett, wie Forscher der Perelman School of Medicine an der University of Pennsylvania nun herausfanden.

Übergewicht begünstigt Schlafapnoe

Übergewicht gilt als Hauptursache für Atemunregelmäßigkeiten im Schlaf. Daher sind Übergewichtige besonders häufig betroffen. „Wie an anderen Stellen des Körpers ist bei ihnen das Gewebe hier schlichtweg zu fett, dadurch ist der Atemfluss gestört“, erklärte Hals-Nasen-Ohren-Arzt Dr. Roman Roitman FITBOOK bereits vor einiger Zeit erklärte (hier nachzulesen).

Die Frage, die sich Dr. Richard Schwab und die anderen Autoren stellten, lautete: Hilft eine Verringerung des Zungenfetts gegen Schlafapnoe? „Die Antwort ist ja“, sagte Schwab laut CNN. Die Studie wurde im Fachmagazin „American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine“ veröffentlicht.

Abnahme des Zungenfetts lindert nächtliche Atemaussetzer

Die Forscher begleiteten über einen Zeitraum von sechs Monaten 67 übergewichtige Schlafapnoe-Patienten, die durch intensive Veränderung des Lebensstils oder chirurgische Maßnahmen ihr Gewicht verringerten. Laut CNN betrug der Gewichtsverlust zehn Prozent. Davor und danach wurden MRT-Aufnahmen der Weichgewebe der oberen Atemwege angefertigt (Gaumensegel Zäpfchen, Zunge). Die Symptomatik der nächtlichen Schlafaussetzer besserte sich insgesamt bei den Patienten um 31 Prozent. Je mehr Zungenfett man verliere, desto besser werde die Apnoe, zitiert CNN Schwab.

Zusätzlich habe die Studie ergeben, dass der Gewichtsverlust auch die Größe des Kiefermuskels reduzierte, der die Kaubewegungen kontrolliert. Keine der Reduzierungen sei jedoch so signifikant wie der Verlust des Zungenfetts gewesen, wird Schwab zitiert.

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Neue Behandlungen sollen entwickelt werden

Ein spannendes Studienergebnis, auf dessen Grundlage nun neue Behandlungen entwickelt werden sollen, die allein auf die Verringerung des Zungenvolumens konzentrieren. Ob bestimmte Diäten den gewünschten Fettabbau in der Zunge beschleunigen können, sollen nun weitere Untersuchungen zeigen. Möglicherweise könnten auch bestimmte (Zungen)Übungen hilfreich sein.

Wovon der Fettgehalt der Zunge abhängt, verstehen die Forscher indes noch nicht. Ist er genetisch bedingt? Oder bringt Fettleibigkeit das mit sich? Hier ist weitere Forschung nötig. „Aber ich denke, er ist ein wichtiger Faktor bei der Behandlung von Schlafapnoe“, sagte Schwab laut CNN.

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Wie Schlafapnoe-Patienten bisher geholfen wird

Bislang wird Schlafapnoe-Patienten mit der sogenannten „Atemwegs-Überdruck-Therapie“ geholfen: Eine Atemmaske übt Überdruck aus, macht so Atemwege und Rachen frei. Verschiedene handliche Gerätschaften wollen diese Behandlung auch für zu Hause ermöglichen, beispielsweise der „Airing“ von Fundairing oder eine Maske der Marke CPAP.

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