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Hypothese von Prof. Drosten

Waren Marderhunde der Zwischenwirt des Coronavirus?

Waren Marderhunde der Zwischenwirt des Coronavirus?
In China wird der Marderhund aufgrund seines Fells gezüchtet. Prof. Drosten vermutet, die Coronavirus-Pandemie könnte hier ihren Ursprung haben.
Foto: Getty Images

Das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 soll als Mutation eines in Tieren vorgekommenen Erregers auf den Menschen übergesprungen sein. Virologen hatten lange einen Tiermarkt in Wuhan als Quelle der Verbreitung im Blick mit Fledermäusen und Schuppentieren als Zwischenwirt. Charité-Virologie-Chef Prof. Christian Drosten hält die verbreiteten Theorien für „äußerst unplausibel“ – und versteht nicht, warum nicht einer viel naheliegenderen nachgegangen wird.

„Wenn mir jemand ein paar hunderttausend Euro und freien Zugang zu China geben würde, um die Quelle des Virus aufzuspüren, würde ich an Orten suchen, wo Marderhunde gezüchtet werden.“ Das sagte Virologe Prof. Christian Drosten kürzlich in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ). Aber warum auf einmal Marderhunde?

Marderhunde als Zwischenwirt des Coronavirus?

Auch das Virus, das in den Jahren 2002/03 die SARS-Pandemie ausgelöst hatte, sei im Marderhund sowie auch in der Schleichkatze festgestellt worden. Prof. Drosten habe aber vor allem die für ihr edles Fell beliebten Marderhunde im Fokus, die in China mit großem Aufwand gezüchtet werden.

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Man könnte Marderhunde einfach testen

„Solche Viren kochen nicht auf einem Markt hoch, sondern dort, wo die Tiere gezüchtet oder gefangen werden“, so seine Hypothese. Und dabei müsste es nicht bleiben. So erklärt der Forscher sein Unverständnis darüber, warum noch niemand der Sache vor Ort – in den Felltier-Zuchtbetrieben – auf den Grund gegangen ist. Man könnte die Marderhunde einfach testen.

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Prof. Drosten hält Marderhunde für den Zwischenwirt des Coronavirus

Prof. Christian Drosten würde am liebsten selbst in den chinesischen Zuchtbetrieben Marderhunde auf das Coronavirus testen
Foto: Getty Images

Fledermäuse tragen Coronaviren in sich

Der Virologe stellt keineswegs in Abrede, dass Coronaviren in Fledermäusen vorkommen. Wie auch im Forschungsarchiv des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) nachzulesen ist, hat Prof. Drosten dieses Feld bereits eingehend erforscht. Einem Beitrag aus dem Jahr 2008 zufolge trägt jedes zehnte Tier entsprechende Erreger in sich – auch außerhalb Chinas, bspw. in Deutschland.

 

Bloß für die aktuelle Pandemie soll das wohl keine Rolle gespielt haben. „Diese Fledermaus-Coronaviren, die dem neuen Erreger ähnlich sind, existieren nur in Hufeisennasenfledermäusen – und die hält man nicht einfach mal so im Labor“, so der Wissenschaftler zu „SZ“. Und selbst wenn, infiziere man sich im Labor „nicht einfach mal aus Versehen mit so einem Virus“.

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