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Australische Studie

Trockene Luft könnte Corona-Infektionen begünstigen

trockene Luft Corona-Infektionen: Eine Frau hustet in ihren Mund-Nasen-Schutz
In geschlossenen Räumen und auch bei trockener Luft kann sich das Coronavirus schnell übertragen
Foto: iStock/Adrian Seliga

Eine Studie aus Australien legt nahe, dass trockene Luft Corona-Infektionen begünstigen könnte. Mit steigender Luftfeuchtigkeit sinkt die Ansteckungensrate hingegen. Die Autoren der Studie haben dafür eine Erklärung, die womöglich relevant ist für das öffentliche Gesundheitssystem.

Im Frühjahr 2020 schwappte die erste Covid-19-Welle über Sydney (Australien). An Tagen, an denen trockene Luft herrschte, nahmen dabei die Corona-Infektionen zu. Dagegen infizierten sich bei einer höheren Luftfeuchtigkeit weniger Menschen neu mit dem Coronavirus SARS-CoV-2.

Nach Ansicht australischer Wissenschaftler ist das jedoch keine Überraschung. In einer kürzlich veröffentlichten Studie kommen die Forscher zu dem Schluss, dass trockene Luft die Ausbreitung des Coronavirus begünstigt. Der Epidemiologe und Hauptautor der Studie Michael Ward schreibt, dass es vermehrt Hinweise darauf gibt, dass klimatische Faktoren die Entwicklung der aktuellen Corona-Pandemie beeinflussen könnten. So fanden die Forscher heraus, dass in Sydney die Infektionen um rund acht Prozent zunahmen, während die Luftfeuchtigkeit um einen Prozent sank.

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Kein Zusammenhang zwischen Corona-Infektionen und Temperatur

Ward und sein Forscherteam haben die COVID-19-Fälle im australischen Bundesstaat New South Wales genauer unter die Lupe genommen. Er erklärt, der Lockdown habe wesentlich dazu beigetragen, den ersten großen Ausbruch einzudämmen. Interessanterweise stellten die Forscher den gleichen Zusammenhang bei trockener Luft fest – auch dort, wo kein Lockdown verhängt wurde. Ward betont, dass andere Klimafaktoren anscheinend weniger relevant seien. „Insgesamt fanden wir keinen Zusammenhang zwischen Fallzahlen und Temperatur, Niederschlag oder Windgeschwindigkeit“, schreibt der Wissenschaftler in der Studie.

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Kann Erhöhung der Luftfeuchtigkeit das Infektionsrisiko senken?

Wenn Menschen sprechen, husten oder niesen, stoßen sie mit der Atemluft winzige Partikel aus, die sogenannten Aerosole. Auf deren Oberfläche können sich Krankheitserreger, wie zum Beispiel das Coronavirus, befinden. Das Gefährliche: Aerosole können stundenlang in der Luft schweben und infektiös bleiben.

Letztendlich werfen die Wissenschaftler die Frage auf, ob eine gezielte Erhöhung der relativen Luftfeuchtigkeit zu einer Verringerung der Corona-Infektionen beitragen könnte. Bis dies geklärt ist, heißt es weiterhin: Mund-Nasen-Schutz tragen, Abstand halten und Hände waschen!

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