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Barfuß und viel Bewegung

Die wichtigsten Tipps für gesunde Füße

Die Grundlage für Fußprobleme wird oft in der Kindheit gelegt – aber auch später schenken wir ihnen viel zu wenig Aufmerksamkeit!
Die Grundlage für Fußprobleme wird oft in der Kindheit gelegt – aber auch später schenken wir ihnen viel zu wenig Aufmerksamkeit!
Foto: Getty Images

Der eine bekommt kalte Füße, der andere keinen Fuß in die Tür. Jemand steht auf eigenen Füßen oder ist mit dem linken Fuß zuerst aufgestanden. Füße spielen eine tragende Rolle im Leben, trotzdem schenkt der Mensch ihnen kaum Beachtung. Zu Unrecht.

Hartmut Stinus ist sein ganzes Leben „mit dem Fuß verheiratet“ sein Vater vertrat das Motto: „Wer gut geht, dem geht’s gut.“ Er arbeitete als Orthopädieschuhmacher, ein Beruf, den auch Stinus erlernte, bevor er Medizin studierte und Orthopäde wurde.

Die Grundlage für Fußprobleme wird oft in der Kindheit gelegt

In seine Praxis in Northeim kommen viele Patienten mit Fußproblemen, denen man vorbeugen oder die man zumindest gut behandeln kann. Und das sind nicht etwa nur alte Leute, sondern auch junge Menschen. Die Grundlage wird oft schon in der Kindheit gelegt.

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Dr. Hartmut Stinus ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie am Orthopaedicum Northeim sowie Vizepräsident der Gesellschaft für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie. Foto: Hartmut Stinus/dpa-tmn
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„Früher sind die Kinder viel barfuß gelaufen, heute werden sie schnell in Schuhe gezwängt“, sagt Stinus. Er beklagt, dass der Fuß eingesperrt sei wie im Gefängnis und die Muskulatur verlernt habe, zu arbeiten. Die Lösung ist für ihn einfach: mehr Bewegung. Kinder sollten auf weichen Böden barfuß laufen, denn durch das Erspüren mit den Füßen wird das sensomotorische System „gefüttert“.

Den Füßen wieder Reize geben

„Den Füßen Reize geben“, fordert auch Jens Wippert, Physiotherapeut mit eigener Praxis in München. „Je weniger Material zwischen dem Fuß und der Unterlage, desto besser.“ Bei jüngeren Leuten sieht Wippert ein anderes Problem: Die Füße werden im Alltag wenig benutzt, dann aber – etwa bei einer Bergtour – über das Maß hinaus gefordert.

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Auch wenn Frauen von Fußproblemen mehr betroffen sind als Männer, will der Physiotherapeut Pumps und High Heels dagegen nicht verteufeln. Die Schuhe seien nicht das Grundübel: Sie könnten ein vorhandenes Problem lediglich verstärken.

Wenn die Füße schmerzen, am besten zum Facharzt

Wenn die Füße schmerzen, gehen Betroffene am besten gleich zum Facharzt, rät Orthopäde Stinus. Dieser kann zum Beispiel orthopädische Einlagen verschreiben, die die Kasse übernimmt – meist allerdings mit Zuzahlung.

Physiotherapeut Wippert bietet in seiner Praxis Spiraldynamik an. Das „dreidimensionales Bewegungs- und Therapiekonzept“ wurde vor einem Vierteljahrhundert in der Schweiz erfunden und sei vergleichbar mit einer Gebrauchsanweisung für den Körper. Wippert gleicht die Bewegungen des Patienten mit der Idee der „richtigen“ Bewegung ab.

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Stinus zufolge ist das Konzept gar nicht so neu, „aber in neuen Kleidern, modisch geschnitten und gut gemacht“. Ähnliche Übungen hatte schon Pfarrer Kneipp in seinem Repertoire, sagt der Orthopäde. Er freut sich aber über das Comeback. Spiraldynamik macht den Patienten nämlich deutlich, was sie mit ihrer Fußmuskulatur anstellen können.

Einfache Übungen für fitte Füße

Wer seine Füße fit halten will, braucht dafür aber nicht zwingend einen Therapeuten. Auf my-medibook.de, einer Plattform für Fußchirurgen, gibt es einen kostenfreien Patiententeil mit Basis-Fußübungen. Zum Beispiel die Fuß-Krake: Trainieren Sie Ihre Fußmuskulatur, indem Sie Gegenstände mit den Zehen greifen. Dazu eignet sich beispielsweise ein durchgeschnittener Tennisball gut. Ein Igelball massiert gleichzeitig.

Nicht nur der Nacken, auch Füße freuen sich ab und an über eine Massage Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Foto: dpa

Für Prävention plädiert auch der Dermatologe Gerhard Büttner aus Neumünster. Er versorgt in seiner Praxis schmerzende Druckstellen, meist Folgen von Fußfehlstellungen. Auch Hauterkrankungen wie Fuß- und Nagelpilze sowie Warzen sieht der Hautarzt häufig.

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Füße werden vernachlässigt – dabei brauchen sie besonders viel Pflege

Der nicht sichtbare Fußbereich sei oft das „Stiefmütterchen“ des Fußes. Dabei brauchen gerade diese Partien Pflege. Sein Rat: „Regelmäßig waschen, auch Seifen benutzen.“ Beim Waschen und Abtrocknen die Zehenzwischenräume nicht vergessen, denn dort siedeln sich bei Feuchtigkeit schnell Pilze an.

Regelmäßig die Füße eincremen – nicht vergessen!

Regelmäßig die Füße eincremen – nicht vergessen!

Barfußlaufen ist extrem gesund

Worin sich alle Experten einig sind: „Barfußlaufen ist extrem gesund.“ In Schwimmbädern, Saunen und Sportumkleiden heißt es aber: Latschen tragen. Denn hat man sich Warze oder Pilz erst einmal eingefangen, wird man sie nur mit sehr viel Mühe wieder los.

Wellness für die Füße: Wer häufiger barfuß läuft, tut seinen Füßen einen Gefallen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn