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Wacher dank blauem Licht

„Pocket Sky“ – was es mit der blau leuchtenden Brille aus „DHDL“ auf sich hat

„Jeder hält sich gern in der Sonne auf.“ Das mache glücklich, hält wach und aktiv, erklären die Gründer Mark Wallerberger und Michael Geyer bei „Der Höhle der Löwen“ (immer montags, 20.15 Uhr bei Vox). Mit ihrer Erfindung, der „Pocket Sky“-Brille, die wach macht, wollen sie die Löwen überzeugen. FITBOOK hat sich den Pitch angesehen und klärt mit einem Experten, ob das Produkt überzeugt.

Wenn im Winter weniger Licht vorhanden ist, kann es passieren, dass wir müde und schlapp sind. Winterblues lässt grüßen. Einige Menschen neigen dann dazu, eine leichte Winterdepression zu entwickeln.

Lichttherapie-Lampen sollen dem entgegenwirken. Doch die sind groß und nicht portabel – was den hektischen und stressigen Einsatz im Alltag erschwert, argumentieren die Gründer Mark Wallerberger und Michael Geyer. Mit ihrer Erfindung „Pocket Sky“ wollen sie für dieses Problem eine Lösung bieten: Eine Brille, die wach macht.

Was ist das Besondere an der „Pocket Sky“-Brille?

Die Lichtbrille „Pocket Sky“ produziert blaues Licht. Auf dieses Tageslicht reagiert der Körper, indem er die Produktion von Melatonin verhindert: Jenes Hormons, das den Tages-Nacht-Rhythmus steuert. Es kann an einigen Stellen im Gehirn andocken und dem Körper so das Signal geben, zur Ruhe zu kommen. In der Nacht steigt der Melatonin-Spiegel an – ein Mangel an Melatonin kann für Schlafstörungen sorgen.

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Wie wirkt die leuchtende Brille aus „DHDL“?

Die „Pocket Sky“ aus „DHDL“ Brille soll durch die Unterdrückung der Melatonin-Produktion „spürbar wacher und aktiver machen“. Schichtarbeitern soll sie durch ihren gestörten Rhythmus helfen, Vielfliegern den Jetlag erleichtern. Außerdem soll sich, bei regelmäßiger Anwendung, die Stimmung der Lichtbrillen-Träger heben und einem drohenden Winterblues vorbeugen. Gemacht ist „Pocket Sky“ folglich für jeden.

Die Wirksamkeit der Brille wurde von den Gründern auch schon in einer Studie nachgewiesen, wie sie erzählen: „Der Melatonin-Spiegel wurde gemessen und auch gestoppt. Sonst würde der Melatonin-Spiegel immer weiter ansteigen“, führen die Gründer weiter aus.

Mark Wallerberger (l.) und Michael Geyer aus Wien präsentieren ihre Sonnenlichtbrille „Pocket Sky“

Mark Wallerberger (l.) und Michael Geyer aus Wien präsentieren ihre Sonnenlichtbrille „Pocket Sky“
Foto: TVNOW/Bernd-Michael Maurer

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Kann „Pocket Sky“ die Tasse Kaffee ersetzen? Das meint ein Mediziner

Sportwissenschaftler Dr. Michael Despeghel hält von der blauen „Pocket Sky“ Lichtbrille nicht so viel. „Am Tag wird die Melatonin-Produktion sowieso runtergefahren, wenn es hell ist“, erklärt er gegenüber FITBOOK. Er könne sich nicht vorstellen, dass zehn Minuten Licht die Tasse Kaffee ersetzen können. Auch das normale Licht an dunkleren Wintertagen sei völlig ausreichend. „Das Sonnenlicht ist eher für den Stoffwechselprozess nötig als für den Vitamin-D-Haushalt“, so der Mediziner.

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Tageslichtlampen können hilfreich sein – viele verfügen seiner Meinung nach aber nicht über die ausreichende Lichtausbeute. „10.000 Lumen müssen es sein“, so Despeghel. Mit starken Einschränkungen im Alltag müsse die Person eine entsprechende Lichttherapie bekommen. „Die ist aber verschreibungspflichtig“, so der Arzt.

Was wollen die Gründer von den Löwen?

„Pocket Sky“ ist seit Anfang des Jahres (zum Zeitpunkt der „DHDL“-Aufzeichnung) auf dem Markt. Entwickelt wurde sie seit 2014. Seitdem haben die Gründer etwa 1000 Lichtbrillen verkauft und wollen laut Plan in den kommenden zwei Jahren weitere 6000 Stück verkaufen. Vertrieben wurden die Brillen bisher nur online.

Für 100.000 Euro und 20 Prozent der Firmenanteile wollen die Gründer die Löwen überzeugen bei ihnen mit einzusteigen. Geklappt hat das leider nicht. Auch, wenn Ralf Dümmel das tolle Desgin lobte und Ex-Rennfahrer Nico Rosberg von der Idee begeistert war, investierte keiner der Löwen.