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Per synthetischem Aerosol

Spezielles Nasenspray schützt womöglich vor Corona-Infektion

Mann verwendet Nasenspray
Per Nasenspray könnte sich womöglich eine Corona-Infektion abwenden lassenFoto: Getty Images

US-Forscher haben ein synthetisches Aerosol entwickelt, das in die Atemwege eintretende Coronaviren neutralisieren können soll – per Nasenspray oder Inhalator. Um was für einen Stoff es sich dabei handelt, und wie weit die Entwicklung entsprechender Produkte ist, lesen Sie bei uns.

Der Erreger SARS-CoV-2 löst in erster Linie über die Atemwege eine Corona-Infektion aus. Verschiedene Hygienemaßnahmen (Abstandhalten zu anderen, Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes) sollen verhindern, dass er dort hineingelangt. Wenn es dennoch dazu gekommen sein sollte, könnte sich eine Ansteckung künftig noch abwenden lassen: per Nasenspray oder Inhalator. Ermöglichen soll das ein bestimmtes synthetisches Molekül in Form eines Aerosols.

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Synthetisches Aerosol soll Coronaviren neutralisieren

Per Anwendung entsprechender Nasensprays bzw. Inhalatoren sollen sich eingedrungene Coronaviren neutralisieren, also unschädlich machen lassen. Diese mögliche Forschungsdurchbruch (nachzulesen auf dem Preprint-Server BioRxiv) ereignete sich an der University of California in San Francisco (UCSF). Mehr als zwei Milliarden synthetische Moleküle wollen die beteiligten Wissenschaftler auf ihren Effekt auf das Coronavirus untersucht haben. Am wirksamsten gegen SARS-CoV-2 sei ein Molekül mit der Bezeichnung mNB6-tri gewesen.

Nasenspray gegen Corona-Infektion?

mNB6-tri ist aus drei verschiedenen sogenannten Nanobodies zusammengesetzt. Der Begriff Nanobodies leitet sich von der sehr geringen Größe der Moleküle ab. Durch entsprechendes „Nano-Format“ eignen sich die Moleküle zur Anwendung in den Atemwegen, per Aerosolspray.

Nanobodies ähneln in Funktion und Form den Antikörpern im menschlichen Körper. Sie sind jedoch deutlich kleiner, wie UCSF-Forscher Dr. Aashish Manglik erklärt. Das Gesundheitsportal „Aponet“ hat seine detaillierteren Ausführungen zusammengefasst. Sie seien stabil, leicht und kostengünstig modifizierbar, so Manglik, weshalb sie sich gut für Forschungszwecke eignen sollen.

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Der Weg zum Produkt ist noch weit

Die Forscher blicken bisher lediglich auf vielversprechende Versuchsergebnisse zurück. Bevor sie in die Produktion von Aerosol-Nasensprays und -Inhalatoren gehen können, muss ihre Formulierung (u.a. hinsichtlich der Verträglichkeit) noch klinische Studien durchlaufen. Einen Produktnamen gebe es aber schon: AeroNabs, also eine Wortkombination aus Aerosole (= feine Schwebeteilchen, per Definition kleiner als fünf Mikrometer) und Nanobodies.

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