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Gegen den Juckreiz

Von Spucke bis Hitze – was hilft wirklich bei Mückenstichen?

Mückenstich was hilft: Person hält Zwiebel an Mückenstich
Sowohl im Haushalt als auch in der Natur finden sich Mittel, die zumindest kurzfristige Linderung bei Mückenstichen verschaffenFoto: istock/CasarsaGuru

Mückenstiche sind meist ungefährlich, nervig ist das Jucken trotzdem. Schnelle Hilfe ist gefragt – und angeblich soll so manches Hausmittel helfen. Ein Experte erklärt, was wirklich wirkt und worauf man achten sollte.

Die einen bemerken Mückenstiche kaum, bei anderen führen sie zu mitunter quälendem Jucken. Was gegen den Juckreiz durch Mückenstiche hilft, hat uns ein Dermatologe erklärt. Auf dem Prüfstand stehen Tipps wie Spucke, Zwiebel, aber auch Anwendungen, die auf Hitze oder Kälte beruhen.

Warum jucken Mückenstiche?

Wenn Mücken stechen, saugen sie nicht nur Blut, sie injizieren auch ein Sekret in die Haut. Der Körper erkennt diesen Speichel als Fremdkörper und setzt eine Abwehrreaktion in Gang. Dabei spielt unter anderem ein Botenstoff namens Histamin eine Rolle. Dieser wirkt gefäßerweiternd und lässt darüber hinaus Flüssigkeit ins Gewebe austreten, was dazu führt, dass Stelle sich rötet, anschwillt, juckt und auch warm wird. Mitunter kann es auch zu einer allergischen Reaktion kommen.

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Warum können sich Quaddeln bilden – und wann sollte man zum Arzt?

Die allergische Reaktion fällt unterschiedlich stark aus. Sie kann u. a. zur Bildung von Quaddeln führen. Im schlimmsten Fall macht sich die Allergie durch Übelkeit, Schwindel, kalten Schweiß oder Herzrasen bemerkbar. Im Ernstfall treten Herz-Kreislauf-Probleme auf. Spätestens dann sollte man einen Arzt aufsuchen.

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(Haus-)Mittel gegen den Juckreiz – was hilft wirklich?

Glücklicherweise treten derart heftige allergische Reaktionen eher selten auf. In den meisten Fällen bleibt es bei Mückenstich-Beschwerden in Form von Juckreiz. Doch auch der kann natürlich äußerst unangenehm sein. Das Wichtigste zuerst: Nicht kratzen! So können Bakterien in die Wunde und ins Blut gelangen, sodass sich die Stelle eventuell entzündet und es im schlimmsten Fall sogar zu einer Blutvergiftung kommen kann.

Doch was hilft denn nun wirksam gegen juckende Mückenstiche? Während manche Betroffene Speichel auf ihren Stich geben, schwören andere auf Kälte- oder Hitzeanwendungen. FITBOOK hat sich die Behandlungsmöglichkeiten mit (Haus-)Mitteln vom Dermatologen Dr. Timm Golüke erklären lassen.

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Spucke

Man ist unterwegs und bemerkt einen nervigen Mückenstich. Jetzt also einfach ein bisschen Speichel drauf und schon ist das Thema erledigt? Tatsächlich keine schlechte Idee, wie Dr. Golüke auf FITBOOK-Nachfrage erklärt: „Spucke kann den Juckreiz zumindest kurzzeitig lindern, wenn diese auf der Haut verdunstet. Den gleichen Effekt kann man auch mit lauwarmem Wasser erzielen.“

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Hitze

Apropos lauwarmes Wasser. Auch Wärme bzw. Hitze soll ja bekanntlich bei Juckreiz durch Mückenstiche Abhilfe schaffen. Nicht umsonst gibt es speziell für die Anwendung bei Mückenstichen entwickelte Hitzestifte. Andere Betroffene wiederum verzichten auf den Kauf eines solchen Produkts und nutzen stattdessen einen erhitzten Löffel. Was hält unser Experte davon? „Grundsätzlich ein gutes Mittel, da die Proteine im Mückenspeichel ab einer Temperatur von mehr als etwa 45 Grad Celsius zerfallen. So werden die Juckreiz auslösenden Stoffe gemindert, die nach dem Stich vom Körper ausgeschüttet werden“, bestätigt der Dermatologe die Wirkung von Hitze. Allerdings warnt er: „Bei heißen Löffeln darauf achten, dass diese nicht zu lange aufgelegt werden, da sonst Verbrennungen drohen.“ Bei der Anwendung der Hitzestifte sei dies aber nicht zu befürchten: „Die meisten der speziell dafür ausgelegten Stifte schalten sich automatisch wieder ab.“

Kälte

Was mit Hitze funktioniert, funktioniert auch mit Kälte? Ja, richtig, auch Kälte hilft bei Mückenstichen – jedoch nur bis zu einem gewissen Maße, erklärt Golüke. „Das hat eine leicht betäubende Wirkung und kann auch kurzfristig Linderung verschaffen, etwa um eine größere Schwellung zu verhindern.“ Allerdings mahnt der Experte auch hier zur Vorsicht: „Kühlpacks immer mit einem Tuch umwickeln und dann auflegen, sonst drohen Verbrennungen auf der Haut.“

Spitzwegerich und Schafgarbe

Ferner kann man sich auch an der Natur bedienen. Von Kräuterkundigen wird etwa Spitzwegerich empfohlen. Ihre Blätter zwischen den Handflächen zu einer festen Masse gerieben und aufgetragen soll bei Mückenstichen helfen. Und tatsächlich: „Spitzwegerich enthält entzündungshemmende und antibakterielle Stoffe sowie Gerbstoffe, die die Wundheilung unterstützen“, erläutert Dr. Golüke. „Es gibt hier mittlerweile Salben in der Apotheke.“ Dasselbe gelte übrigens auch für Schafgarbe.

Pflanz- und Pflegetipps für Spitzwegerich gibt es bei unseren Kollegen von myHOMEBOOK.

Zwiebel

Schon mal gehört, dass man eine aufgeschnittene Zwiebel auf einen lästigen Stich drücken soll? Klingt zunächst nach einem brennenden Schmerzerlebnis, kann laut dem FITBOOK-Experten aber tatsächlich wirken – als Erste Hilfe sozusagen. „Die Zwiebel hat eine leicht antibakterielle Wirkung und kann kurzzeitig vom Kratzen abhalten.“

Ingwer

Auch der sonst für Tees und in Speisen beliebte Ingwer kann Abhilfe verschaffen, wie der Dermatologe bestätigt: „Ingwer hat eine desinfizierende und beruhigende Wirkung für die betroffene Stelle, jedoch nur kurzfristig.“

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Essig

Neben Zwiebel und Ingwer befindet sich in vielen Haushalten noch ein Mittel, das gegen Mückenstiche hilft. „Essig beruhigt, kühlt und desinfiziert die Haut. Man kann den Essig entweder direkt auf den Stich träufeln oder ihn auf ein Tuch geben und dieses auf den Stich legen“, erklärt Dr. Golüke.

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3 einfache Tipps, um Mücken fernzuhalten

Damit es erst gar nicht zu Stichen kommt, gibt die „Apotheken Umschau“ (Ausgabe B5/2019) drei Tipps, um Stechmücken abzuschrecken:

Duft

Menschen locken Mücken mit ihrem Atem und Körpergeruch an. Stark duftende Duschgels sowie Kosmetika können den Effekt verstärken. Vor einem Treffen am See also besser darauf verzichten. Stattdessen lieber neutralere Produkte verwenden.

Schutz

Auch Mittel gegen Mücken riechen für die Insekten unangenehm. Die gängigen Mückenabwehrmittel enthalten meist den Wirkstoff Icaridin oder DEET. Wobei DEET etwas effektiver ist, dafür aber Hautreizungen verursachen kann. Also besser nur in tropischen Gebieten verwenden, wo Mücken gefährliche Krankheiten übertragen können. Tagsüber gilt: Immer erst die Sonnencreme auftragen und etwa 20 Minuten einziehen lassen – erst dann den Insektenschutz verwenden.

Farbe

Auf dunklen oder bunten Materialien können sich Mücken verstecken – helle Kleidung meiden sie hingegen eher. Und wer weiß oder beige trägt, entdeckt die Insekten schneller. Je mehr Haut der Stoff bedeckt, umso besser sind Träger geschützt.

Quellen

afgis-Qualitätslogo mit Ablauf Jahr/Monat: Mit einem Klick auf das Logo öffnet sich ein neues Bildschirmfenster mit Informationen über FITBOOK und sein/ihr Internet-Angebot: www.fitbook.de

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