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taub & gelblich-weiß

Dieses Syndrom steckt hinter „Leichenfingern“ bei Kälte

Raynaud-Syndrom
Beim Raynaud-Syndrom werden die Finger gelblich-weiß. Erst wenn die Durchblutung sich durch Wärme normalisiert hat, färben sie sich langsam wieder zurück.
Foto: FITBOOK

Klar, dass man bei Kälte an den Händen und Füßen friert. Bei manchen Menschen aber ist es extrem: Ihre Finger und Zehen werden bleich, stellenweise taub und es dauert lange, bis sie sich wieder normal bewegen lassen und zurückfärben. In dem Fall leiden sie wahrscheinlich am Raynaud-Syndrom. FITBOOK erklärt, was dahintersteckt und was Betroffene tun können.

Man könnte einen Schrecken kriegen, wenn man auf seine Hände schaut und die Finger sich plötzlich gelblich-weiß verfärbt haben. Wer am Raynaud-Syndrom (auch „Morbus Raynaud“) leidet, ist den Anblick gewohnt.

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Was ist das Raynaud-Syndrom?

Beim Raynaud-Syndrom handelt es sich um eine Form der Durchblutungsstörung, die – ausgelöst durch einen Kältereiz – zu krampfartigen Verengungen der Blutgefäße in Fingern und Fußzehen führt. Das Syndrom ist nach ihrem Entdecker benannt. Der Volksmund nennt es auch Weißfingerkrankheit oder Leichenfinger.

Durch den Schock würden sich die starr zusammengezogenen Blutgefäße ruckartig ausdehnen – und das würde richtig wehtun.

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Fachärzte sprechen vom primären Raynaud-Syndrom, wenn ihm keine auslösende Grunderkrankung zugrunde liegt. Ob es dafür eine genetische Veranlagung gibt, ist wissenschaftlich nicht geklärt. Das sekundäre Raynaud-Syndrom tritt begleitend zu anderen, womöglich schwereren Erkrankungen auf, wie Rheuma oder anderen Autoimmunkrankheiten. Hiervon sind typischerweise eher Frauen betroffen – und in der Folge auch vom (sekundären) Raynaud-Syndrom.

 

Frau mit frierenden Fingern

Raynaud-Patienten frieren schneller an den Fingern. Bereits ab zehn Grad Celsius wären Handschuhe eigentlich Pflicht!
Foto: Getty Images

Wie sieht die Behandlung aus?

Medikamente werden nur in sehr schweren Fällen (der sekundären Form der Erkrankung) eingesetzt. Etwa wenn es zu Erfrierungen und Wunden kommt, die nicht verheilen. Es gibt Arzneimittel zum Einnehmen oder die man lokal auf die Haut aufträgt. Beim primären Raynaud-Syndrom genügt es für gewöhnlich, folgende Maßnahmen zu ergreifen:

• Die Hände vor Kälte schützen

Betroffene sollte unbedingt darauf achten, an den Händen nicht unnötig zu frieren und bereits ab Temperaturen von etwa zehn Grad Handschuhe zu tragen. Und bitte nicht irgendwelche, sondern solche aus einem winddichten, wasserfesten Material, die idealerweise weich gefüttert sind. Die „Deutsche Gesellschaft für Angiologie“ (DGA) schreibt in einem Ratgeber für Raynaud-Patienten, dass sich Fäustlinge besser eignen als Fingerhandschuhe, „da sich die Finger gegenseitig wärmen können.“

• Die richtigen Schuhe und Socken tragen

Bei denen, die auch an den Füßen betroffen sind, gilt der Hinweis auf robustes, wasserdichtes Material natürlich auch für das Schuhwerk. Wichtig: Die Schuhe sollten nicht zu kurz oder eng sein, weil das die Durchblutung weiterhin beeinträchtigen würde. Bei den Socken bitte darauf achten, dass sie nicht zu dick sind. Sie würden den Schuh unnötig vollstopfen und somit auch dazu führen, dass den Fußzehen die Bewegungsfreiheit fehlt. Zumal dick nicht immer warm heißt – etwa dann, wenn die Strümpfe aus Baumwolle oder Kunstfasern bestehen. Viel besser sind dünnere Texturen aus Wolle, Cashmere oder einem Mix aus beiden Stoffen.

• Durchblutung mit Bewegung fördern

Einfache Greifbewegungen mit Fingern und Zehen helfen dabei, den Blutfluss durch die Gelenke anzustoßen. Die „Trainingseinheiten“ sollten Sie zwischendurch immer mal wieder durchführen und spätestens dann, wenn Sie merken, dass Sie an den Fingern und/oder Zehen anfangen zu frieren. Generell helfen Sport und Bewegung, die Durchblutung dauerhaft zu verbessern.

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• Nehmen Sie Wechselbäder

Wechselnde Temperaturreize trainieren die Gefäßmuskulatur. Die können Sie einfach in der Dusche setzen, indem Sie den Strahl abwechselnd kühl und lauwarm stellen. Bitte weder zu heiß noch zu kalt! Sonst wäre, wie oben erklärt, der Schock zu groß. (Fuß-)Bäder mit aktivierenden Zusätzen, wie Rosmarin, Ingwer, Zitrone oder vergleichbaren Heilkräutern, sind wohltuend und regen die Durchblutung an.

• Rauchfrei leben

Rauchen ist natürlich für niemanden gut. Zu seinen vielen gesundheitsschädlichen Wirkungen zählt auch, dass es bei Raynaud-Patienten zu einer Verschlimmerung der Symptome führt, da es die Gefäße weiter verengt.

Raucher

Raynaud-Betroffene sollten unbedingt auf das Rauchen verzichten, da es (u.a.) die Gefäße zusammenziehen lässt
Foto: Getty Images

• Essen Sie das Richtige

Wer am Raynaud-Syndrom leidet, muss sich ernährungstechnisch nicht einschränken. Bestimmte Speisen eignen sich aber besonders gut. So sollen Lebensmittel, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind, die Beschwerden lindern können. Und was wohl jeder kennt: Gewürze wie Chili, Pfeffer und Meerrettich in Essen oder Trinken heizen ordentlich ein. Würzen Sie also ruhig großzügig.

FITBOOK sprach mit Prof. Dr. med. Thomas Dörner, Leiter Klinische Hämostaseologie an der Berliner Charité.

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