Wissenschaftler der Uni Manchester, der Uni Genf sowie der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne haben eine antivirale Substanz aus Zucker entwickelt. Sie zersetzt die äußere Hülle der Erreger. Das hat zur Folge, dass auch der Virus zerstört wird, statt nur seine Ausbreitung im Körper einzudämmen.

Das haben die Forscher herausgefunden

Erfolgreiche Labortests machen Mut, dass die neu entwickelte Substanz effektiv gegen verschiedene Viruserkrankungen – darunter Herpes Simplex, Hepatitis C, HIV und Zika – eingesetzt werden könnte. Da sie ebenso schon bei viralen Atemwegserkrankungen gewirkt hat, ist eine zukünftige Anwendbarkeit beim Coronavirus zumindest denkbar.

Die Autoren der Studie, deren Ergebnisse in der Fachzeitschrift „Sciences Advances“ veröffentlicht wurden, erklären, dass ihre neu entwickelten Moleküle auf natürlichen Glukose-Derivaten (namens Cyclodextrine) basieren. Diese Cyclodextrine gehören von ihrer Wirksamkeit her zu den Viruziden, also virenabtötenden Mitteln. Nur haben sie einen entscheidenden Vorteil: Sie scheinen für den Menschen „bekömmlich“ zu sein. Denn die meisten Viruzide sind für den Menschen toxisch, weswegen eine Anwendung auf der Haut oder eine orale Einnahme ausgeschlossen ist. Anders die hier untersuchten Zuckermoleküle, die am Ende als Salben oder Nasensprays auf den Markt kommen könnten.

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Einer der Studienautoren, Dr. Samuel Jones von der Uni Manchester, über die Ergebnisse: „Wir haben ein neues Molekül entwickelt, einen modifizierten Zucker mit antiviraler Breitbandwirkung. Es handelt sich um einen ‚viruziden‘ Wirkstoff, indem Viren nur schwerlich Resistenzen bilden können.“

Aufgrund seiner im Labor zutage getretenen Eigenschaften zeige der Wirkstoff in den Augen der Studienautoren das Potential, die Behandlung von Virusinfektionen nachhaltig zu verändern. Das sieht auch Prof. Caroline Tapparel von der Uni Genf so, die erklärte: „Wir haben ein starkes Molekül entwickelt, das bei sehr verschiedenen Viren gewirkt hat. Darum glauben wir, dass es sich auch bei kommenden Infektionen als spielentscheidend erweisen könnte.“

In Zeiten von Coronavirus und all dem (wirklich Gefährlichem), was noch kommen könnte, wäre das wohl keine schlechte Neuigkeit.